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Nebenbei

  • Der Preis der Pandemie

    Die vierte Coronawelle macht den Politikern Sorgen. Die Krankenhäuser laufen über. Sie werden vor allem von Impfunwilligen geflutet, die sich bei ihresgleichen angesteckt haben. Seit das Virus die Inzidenz zum vierstelligen Bereich hochtreibt, sind die Politiker alarmiert. Es fällt ihnen auf, dass fast elf Monate nach dem Impfstart 15 Millionen Impffähige die Impfung verweigern. Um zu verhindern, dass sich die große Katastrophe zu einer gigantischen auswächst, sollen die Impfunwilligen bewogen werden, sich sozial zu verhalten und sich impfen zu lassen. Man will ein wenig Druck auf sie ausüben: Es soll ihnen gut zugeredet werden. Man will ihnen vor Augen halten, sie könnten vom Gemeinschaftsleben ausgeschlossen werden, wenn es mit der Pandemie noch doller kommen sollte. Wen wollen die Politiker mit solchen Ankündigungen beeindrucken? Die 15 Millionen Impfverweigerer können es nicht sein. Ihnen wollen die Politiker mit kostenlosen Tests die Möglichkeit bieten, sich der Impfnadel zu entziehen. Solange die Tests gratis sind und von den Steuermitteln aus dem Kreis der 56 Millionen Geimpften finanziert werden, schwindet der Anreiz für die Impfverweigerer, sich impfen zu lassen. Der Unmut unter den Geimpften dürfte dagegen neues Maximum erreichen. Sie bezahlen nicht nur die Tests für die Impfverweigerer, sondern auch die hohen Kosten, die sich darüber hinaus durch das unsoziale Verhalten der Impfverweigerer ergeben. Wäre es nicht gerechter und an der Zeit, die Coronakosten stärker am Verursacherprinzip auszurichten? – Ulrich Horn

Redseliger Laschet

Mittwoch, 10. Januar 2018

Nebenbei

Union und SPD haben sich bei der Sondierung zu einer großen Koalition über die Energiepolitik verständigt. Sie steht einer Koalition nicht mehr im Weg. NRW-Ministerpräsident Laschet (CDU) machte diesen Sachstand bekannt. Der Teil der SPD, der die große Koalition ablehnt, ist empört, weil Laschet die vereinbarte Verschwiegenheit brach. SPD-Fraktionschefin Nahles verschaffte der Empörung deutlich Gehör. Was soll sie auch anderes tun?Selbst wenn sie die Einigung begrüßen sollte: Als Fraktionschefin muss sie auch für jene in der SPD sprechen, die den Regelverstoß wichtiger nehmen als die Verständigung. – Laschets Kritiker sollten sich fragen, warum dessen Verhandlungspartner, Niedersachsens SPD-Ministerpräsident Weil, bisher kein Wort über Laschets Redseligkeit verliert. Weil befürwortet die große Koalition. Offenbar ist es ihm recht, dass Laschet über die Verständigung berichtete. Sie signalisiert dem koalitionskritischen Teil der SPD, der in der Industrie verankert ist, dass seine Interessen gewahrt werden. Vor allem in der NRW-SPD, in der die Funktionäre und Mitglieder der IG Metall und der IG BCE noch starken Einfluss ausüben, sind die Vorbehalte gegen die große Koalition groß. In beiden Gewerkschaften wird der energiepolitische Konsens sicher positiv aufgenommen. Er bietet ihren Funktionären Argumente, die Vorbehalte gegen die große Koalition in der SPD zu verringern. Nebenbei signalisiert Laschet, dass er NRW bundespolitisch zur Geltung bringt. Bei den Koalitionsverhandlungen 2013 hatte es Laschets SPD-Vorgängerin Kraft nicht geschafft, ausreichende Vorteile für NRW zu erzielen, und war dafür in den eigenen Reihen hart kritisiert worden. Vor allem die SPD-Energie- und Kommunalpolitiker waren von Krafts Ausbeute enttäuscht. Ob Laschet heute mehr für NRW erreicht als Kraft damals, wird sich zeigen, wenn demnächst tatsächlich ein Koalitionsvertrag zustande kommt. – Ulrich Horn

 

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2 Kommentare zu “Redseliger Laschet”

  1. grafiksammler sagt:

    Eigentlich stellen sich doch noch mehr Fragen:
    War es der redselige Herr Laschet auch bei den Verhandlungen mit FDP und Grünen, der Infos gestreut hat? Und: Ist ein unkontrolliert redseliger Ministerpräsident für diesen Job überhaupt geeignet?

  2. Markus sagt:

    Merkwürdigerweise (oder nicht?) hatte Merkel die FDP bei den Jamaika-Sondierungen genau in diesem Punkt der Energiepolitik ausgebremst und den ideologischen Grünen den Vorzug gegeben.

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