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Nebenbei

  • Auf Merz ist Verlass

    Eines muss man Friedrich Merz lassen: Auf ihn ist Verlass. Sobald es darauf ankommt, übermannen ihn Aussetzer. 2002 verlor er den Fraktionsvorsitz. Er kam nicht auf die Idee, sich die Hilfe von CSU-Chef Stoiber zu sichern. Wohl aber Merkel. Sie gab Stoiber für den Fraktionsvorsitz die Kanzlerkandidatur. Merz schaute in die Röhre. Als er 2018 gegen Kramp-Karrenbauer um den CDU-Vorsitz kandidierte, vergaß er, Teile der Jungen Union an sich binden. Seine Kandidatenrede fanden selbst seine Fans miserabel. Die Konkurrentin gewann. Wieder schaute er in die Röhre. Derzeit kämpft er erneut um den CDU-Vorsitz, diesmal gegen Laschet und Röttgen. Was passiert? Er patzt. Er rückt Schwule in die Nähe von Pädophilen. Prompt steht er mitten im Shitstorm und als Mann von vorgestern da. Er hat gute Aussichten, bei der Wahl wieder in die Röhre zu schauen. Selbst seine Fans sollten inzwischen wissen: Merz tut nichts, wenn er handeln müsste. Er versagt, wenn er die richtigen Worte sprechen müsste. Er plappert drauf los, wenn er den Mund halten sollte. Man fragt sich: Wie kommen Leute in der CDU nur auf die Idee, ein Mann wie er, der noch nie ein Regierungsamt innehatte und im entscheidenden Moment zu versagen pflegt, könnte die Union hinter sich vereinen, Deutschland führen, Europa zusammenhalten, beide durch Krisen führen und sie zwischen China, Russland und den USA über Wasser halten? – Ulrich Horn

Nackenschlag zu Neujahr

Sonntag, 29. Dezember 2019

Nebenbei

Seit Anfang Dezember sind die beiden SPD-Chefs im Amt. Seither suchen sie nach Autorität. Sie wehren sich, Handlanger von Jusos-Chef Kühnert zu sein, und geben viele Erklärungen ab. Esken wirkt noch etwas gehemmt. Walter-Borjans, seit jeher sein eigener Pressesprecher, hantiert routinierter. Kaum ein Thema, zu dem er schweigt. Sein Spektrum reicht vom Kassenbon über die Geschäfte, mit denen sich die WestLB unter seiner Aufsicht in Verruf brachte, bis hin zur neuen Ostseepipeline, die sein Vor-, Vor-, Vor-, Vor-, Vor-, Vor-, Vor-, Vor-, Vor-, Vorgänger Schröder beaufsichtigt. Auch die Rolle der SPD weiß Walter-Borjans zu definieren. „Sozialdemokratie notwendiger denn je“, heißt es bei ihm auf Twitter. Er und Esken kamen an ihre Posten mit der Verheißung, die Großen Koalition zu verlassen. Inzwischen dämmert ihnen wohl, dass die Behauptung, die SPD sei unverzichtbar, und der Koalitionsbruch sich widersprechen. Über ihn reden sie kaum noch. Ihr Generalsekretär Klingbeil dagegen sieht Klärungsbedarf. Er sagt den Koalitionsbruch endgültig ab. Für die SPD-Chefs, die nach Autorität streben, ein herber Nackenschlag. Alle ihre Forderungen verlieren nun ihr Sprengpotenzial. Etliche Wähler dürften die beiden SPD-Chefs nun für Maulhelden, wenn nicht gar für Rosstäuscher halten. Deutlich wird auch: Mit ihrer Autorität ist es nicht weit her. Machtfragen beantworten nicht sie, sondern ihr Generalsekretär. Kaum einen Monat sind sie im Amt, und schon stellt sich die Frage: Wie lange wird es dauern, bis Klingbeil (oder Kühnert) an ihre Stelle rückt? – Ulrich Horn

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4 Kommentare zu “Nackenschlag zu Neujahr”

  1. grafiksammler sagt:

    Frage: wen juckt das noch? Lohnt es sich noch, über diese Partei zu schreiben, sich gar noch zu echaufieren? Die SPD hat es in 2019 geschafft, irrelevant zu werden.

    Für 2020 Gesundheit und Erfolg!

    grafiksammler

  2. Na ja, das war doch allen politisch interessierten Bürgern wohl klar. Zwei Leichtmatrosen für die Jahreswende als kleiner Zwischengang für das Hauptgericht im Sommer. Da hätten wir dann den leichten „Generalsekretär“, das Crossover „Vize und Jusochef“, und die ehemalige Berliner Bürgermeisterin als falschen Hasen und sonst?

    Allen einen guten Rutsch und ein gesundes 2020! Ich freue mich auf weitere interessante Artikel und Statements hier im Blog;-)

  3. Roland Appel sagt:

    Lieber Herr Horn,
    ich glaube eher, die beiden werden sich so durchwursteln. Natürlich ist es logisch, dass man erstmal verhandeln (oder es versuchen) muss, wenn einem ein Parteitag etwas aufgrtragen hat. Insofern waren natürlich alle Erwartungen, schon auf diesem Parteitag würde die SPD das Aus beschließen, völlig daneben. Kein vernünftiger Mensch (die SPD-Linke sind derer keine) hat das erwartet. Dann wird es irgendein unübersichtliches Ergebnis geben, das nicht eideutig genug ist, um abzuspringen (dafür wird Merkel(…) schon sorgen) aber auch nicht genug, um die SPD wieder zu einer überzeugenden Kraft zu machen (auch dafür wird Merkel(…) sorgen). Zwischen 11 und 13 Prozent dümpelnd, wird sie dann gleichwohl einen Kanzlerkandidaten aufstellen. Hubertus Heil vermutlich, der ist ein wahrer Volkstribun und rechts genug. Aber wieso soll eine 13%-Partei eigentlich einen Kanzlerkandidaten aufstellen? Die FDP hat sich schon bei 13% Prognose mit Westerwelle lächerlich gemacht.
    Also stellt sich doch eher die Frage, wer in der „Baracke“ dann als letzte/r das Licht ausmacht. Wat simmer heut wieder bös!

  4. Markus sagt:

    Autorität müssen sich die neuen Parteivorsitzenden natürlich erst noch verschaffen. Rom ist aber auch nicht an einem Tag erbaut worden. Wenn Walter-Borjans und Esken der SPD bis zur Bundestagswahl in 2021 ein anderes Profil geben können, haben sie schon viel erreicht. Nach Lage der Dinge warten dann die Oppositionsbänke auf die Sozialdemokraten und Merkel merkelt mit den Grünen weiter in ein Ökoparadies-Chaos hinein.

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