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Nebenbei

  • Der Preis der Pandemie

    Die vierte Coronawelle macht den Politikern Sorgen. Die Krankenhäuser laufen über. Sie werden vor allem von Impfunwilligen geflutet, die sich bei ihresgleichen angesteckt haben. Seit das Virus die Inzidenz zum vierstelligen Bereich hochtreibt, sind die Politiker alarmiert. Es fällt ihnen auf, dass fast elf Monate nach dem Impfstart 15 Millionen Impffähige die Impfung verweigern. Um zu verhindern, dass sich die große Katastrophe zu einer gigantischen auswächst, sollen die Impfunwilligen bewogen werden, sich sozial zu verhalten und sich impfen zu lassen. Man will ein wenig Druck auf sie ausüben: Es soll ihnen gut zugeredet werden. Man will ihnen vor Augen halten, sie könnten vom Gemeinschaftsleben ausgeschlossen werden, wenn es mit der Pandemie noch doller kommen sollte. Wen wollen die Politiker mit solchen Ankündigungen beeindrucken? Die 15 Millionen Impfverweigerer können es nicht sein. Ihnen wollen die Politiker mit kostenlosen Tests die Möglichkeit bieten, sich der Impfnadel zu entziehen. Solange die Tests gratis sind und von den Steuermitteln aus dem Kreis der 56 Millionen Geimpften finanziert werden, schwindet der Anreiz für die Impfverweigerer, sich impfen zu lassen. Der Unmut unter den Geimpften dürfte dagegen neues Maximum erreichen. Sie bezahlen nicht nur die Tests für die Impfverweigerer, sondern auch die hohen Kosten, die sich darüber hinaus durch das unsoziale Verhalten der Impfverweigerer ergeben. Wäre es nicht gerechter und an der Zeit, die Coronakosten stärker am Verursacherprinzip auszurichten? – Ulrich Horn

Ein Blindgänger, der Schaum schlägt

Donnerstag, 24. November 2011

Politik

(uh) Vieles ist dieser Tage ungewiss: die Zukunft Europas, des Euro, der schwarz-gelben Bundesregierung, der FDP. Eines aber ist ganz sicher: Karl-Theodor zu Guttenberg wird schon bald aus den USA nach Deutschland zurückkehren.

Diese Gewissheit stützt sich auf ein paar nahe liegende Gründe:

Es gibt in Deutschland einen Markt für Guttenberg. Die Nachfrage ist gewaltig. Mit ihm lassen sich Auflagen und Einschaltquoten steigern, und zwar nicht zu knapp. Der Mann – und seine Frau – bieten Stoff für unzählige Fortsetzungsgeschichten, die dauerhaften Auflagen- und Quotengewinn garantieren, nicht nur den Boulevard-Medien.

Der Markt für Guttenberg ist ganz breit gefächert. Der Mann kann alle Marken und Formate beschäftigen und füllen. Es sind nicht nur seine Fans, die nach ihm verlangen. Auch seine Gegner brauchen ihn, um sich an ihm abzuarbeiten und von ihm abzugrenzen.

Dem Sog der Medien wird sich Guttenberg nicht entziehen. Er ist längst eine Marke, und er will eine Marke bleiben. Ihm bleibt kaum etwas anderes übrig. Er hat so gut wie nichts gelernt. Außer dem Abitur und ein paar Semestern Jura hat er nichts zu bieten. Leuten mit seiner Bildungsvita stehen nicht allzu viele Berufsfelder offen.

Er rutschte ohne Anstrengung in die Politik und erreichte dort schnell Spitzenpositionen, weil er das schafft, was den meisten Politikern nicht gelingt. Er erregt Aufmerksamkeit, weil er Politik nach den Gesetzen des Showbusiness betreibt. In dieser Hinsicht hat er in Deutschland ein Monopol. Guttenberg ist eigentlich kein Politiker. Er spielt den Politiker nur, und zwar so gut, dass viele seiner Fans nicht merken, dass er gar kein Politiker ist.

Was Guttenberg kann: Er setzt sich gekonnt in Szene. Bisher tat er das nur für die Marke Guttenberg. Demnächst könnte er seine Inszenierungen ausbauen. Seine Selbstdarstellung macht ihn auch für politische Kräfte interessant, die selbst nicht in der Lage sind, ihre politischen Vorstellungen werbewirksam an den Wähler zu bringen.

Wie ihn die Medien zur Steigerung von Auflagen und Quoten nutzen, so könnten ihn demnächst politische Kräfte, die sich nicht hinreichend beachtet finden, als Testimonial für ihre Anliegen verpflichten. In Berlin soll es bereits Überlegungen in diese Richtung geben.

Guttenberg präsentiert sich zurzeit als „vorerst gescheitert“. Was er im Rückblick auf die Zeit sagt, als er an seiner Promotion herumwerkelte, lässt einen erschaudern. Jemand, der nicht in der Lage ist, strukturiert zu arbeiten, hatte zeitweise das Kommando über das Wirtschaftsministerium und die Bundeswehr. Der CSU-Chef und bayrische Ministerpräsident Seehofer brachte den überforderten Nachwuchspolitiker in diese Positionen. Auch das war unverantwortlich.

Guttenberg hat sich mit seiner gefälschten Doktorarbeit und dem törichten Versuch, die Fälschung zu leugnen, als Blindgänger entpuppt. Seine Familie weiß das, er weiß das, und viele andere Menschen wissen das auch. Dennoch wird er versuchen, den Gegenbeweis anzutreten. Er ist eben nicht nur ein Blindgänger, sondern auch ein Schaumschläger. Er kann es nicht lassen, wie seine jüngsten Auftritte zeigen.

Auf lange Sicht wird das Comeback für den Ex-Doktor nicht gut ausgehen. Auch für ihn gilt, was der frühere SPD-Spin-Doktor Bodo Hombach schon vor Jahren befand: Man kann auf Dauer kein Image gegen die Wirklichkeit bilden.

 

 

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Ein Kommentar zu “Ein Blindgänger, der Schaum schlägt”

  1. Peter sagt:

    20000 Euro Strafe ist für so einen reichen Menschen wie ein Bußgeld in Höhe von 10 Euro für einen normalen Bürger, wenn überhaupt vielleicht sind es sogar nur wie 10 Cent..der Herr Guttenberg lacht sich bestimmt grad ins Fäustchen wie billig er für seine Verhältnisse davongekommen ist…ist echt eine Schande was sich unsere Justiz seit Jahren leistet…in unserem Land wird also ganz klar mit 2erlei Maß gemessen…denke da zum Beispiel auch an Herrn Ackermann und Herrn Zumwinkel….ha man ja bestimmt schon vergessen…
    Peter

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