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Nebenbei

  • Der Preis der Pandemie

    Die vierte Coronawelle macht den Politikern Sorgen. Die Krankenhäuser laufen über. Sie werden vor allem von Impfunwilligen geflutet, die sich bei ihresgleichen angesteckt haben. Seit das Virus die Inzidenz zum vierstelligen Bereich hochtreibt, sind die Politiker alarmiert. Es fällt ihnen auf, dass fast elf Monate nach dem Impfstart 15 Millionen Impffähige die Impfung verweigern. Um zu verhindern, dass sich die große Katastrophe zu einer gigantischen auswächst, sollen die Impfunwilligen bewogen werden, sich sozial zu verhalten und sich impfen zu lassen. Man will ein wenig Druck auf sie ausüben: Es soll ihnen gut zugeredet werden. Man will ihnen vor Augen halten, sie könnten vom Gemeinschaftsleben ausgeschlossen werden, wenn es mit der Pandemie noch doller kommen sollte. Wen wollen die Politiker mit solchen Ankündigungen beeindrucken? Die 15 Millionen Impfverweigerer können es nicht sein. Ihnen wollen die Politiker mit kostenlosen Tests die Möglichkeit bieten, sich der Impfnadel zu entziehen. Solange die Tests gratis sind und von den Steuermitteln aus dem Kreis der 56 Millionen Geimpften finanziert werden, schwindet der Anreiz für die Impfverweigerer, sich impfen zu lassen. Der Unmut unter den Geimpften dürfte dagegen neues Maximum erreichen. Sie bezahlen nicht nur die Tests für die Impfverweigerer, sondern auch die hohen Kosten, die sich darüber hinaus durch das unsoziale Verhalten der Impfverweigerer ergeben. Wäre es nicht gerechter und an der Zeit, die Coronakosten stärker am Verursacherprinzip auszurichten? – Ulrich Horn

ThyssenKrupp: Mehr als eine Konzern-Krise

Montag, 26. August 2013

Politik

(uh) Krisen großer Konzerne werden schnell zum Politikum. Sobald viele Arbeitsplätze auf dem Spiel stehen, kommen Parteien und Regierungen beinahe zwangsläufig ins Spiel. Die ThyssenKrupp-Krise ist noch nicht Gegenstand politischer Auseinandersetzungen. Lange wird das so wohl nicht bleiben. Die Krise des Konzerns enthält alle Zutaten für großes Theater. Dafür sorgte in den vergangenen Wochen Konzernchef Hiesinger.

Angebot abgelehnt

Er muss das stark verschuldete Unternehmen sanieren. Dazu benötigt er frisches Kapital. In den vergangenen Wochen deutete er an, wie er es besorgen will. Er vermittelte drei Botschaften.

Der Konzern soll dem Einfluss der Krupp-Stiftung und damit auch dem der Politik entzogen werden, die mit NRW-Ministerpräsidentin Kraft in der Stiftung prominent vertreten ist. Ihr fehlt das Geld für eine Kapitalerhöhung. Die Stiftung hat den Niedergang des Konzerns nicht verhindert. Sie schaute zu, wie seine Kultur kollabierte und trug Investitionen mit, die sich als teure Fehler erwiesen.

Die RAG-Stiftung bietet an, die Krupp-Stiftung in die Lage zu versetzen, ihre Sperrminorität von 25,1 Prozent zu sichern, die sie bei der Kapitalerhöhung zu verlieren droht. Hiesiger lehnt dieses Angebot schroff ab.

Möglichst geringe Nebenwirkungen

Die Schwächung der Stiftung macht ThyssenKrupp für Hedgefonds interessant. Bisher schreckte die Stiftung mit ihrer Sperrminorität „Heuschrecken“ ab. Nun steht die Tür offen. Hiesiger spricht mit den Fonds. Für sie ist der Einstieg in den Konzern lukrativ. Auch bei der Filettierung können sie hohe Gewinne erzielen. Sie werden aber nur einsteigen, wenn die Stiftung keine tragende Rolle mehr spielt.

Hiesingers Pläne laufen darauf hinaus, einen der renommiertesten deutschen Konzerne zu zerschlagen, um seine lukrativen Teile zu retten. Zu den Gewinnern würden auch berüchtigte Spekulanten zählen. Der Plan würde viele Arbeitsplätze retten, sicher aber auch kosten.

Diese Perspektiven rufen die Politik auf den Plan. Die SPD, die den Heuschrecken erst den Weg bereitete und sie dann attackierte, kann Heusingers Plan schlecht gutheißen. Sie will eine Sanierung mit möglichst geringen Nebenwirkungen. Das wäre aus ihrer Sicht am ehesten gesichert, wenn die Stiftung ihren Einfluss behielte. Über das Stiftungsmitglied Kraft bliebe die NRW-Regierung mit im Boot.

Gute Kontakte zu Merkel

Auch der Kanzlerin kann nicht daran gelegen sein, dass Hedgefonds ThyssenKrupp zerlegen. RAG-Stiftungschef Müller hat nicht nur gute Kontakte zu Kraft, sondern auch zu Merkel. Das Kanzleramt schlug ihn kürzlich als Moderator für die Suche nach einem Atom-Endlager vor. Sein Angebot, den Einfluss der Krupp-Stiftung auf den Konzern zu sichern, unterbreitete Müller sicher nicht ohne Rückkopplung, bisher jedoch ohne Resonanz.

Ob und wie weit die politischen Interessen tragen, wird sich wohl bald zeigen. In der ThyssenKrupp-Krise gibt es viel Sprengstoff, der sogar noch in der Endphase des Wahlkampfes eine Rolle spielen könnte. Es geht nicht nur um die Arbeitsplätze des Konzerns. Auch die Beschäftigten in den vielen Zuliefer-Firmen, die derzeit keine Aufträge mehr erhalten, wüssten wohl gerne, wie es bei ihnen weiter geht.


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2 Kommentare zu “ThyssenKrupp: Mehr als eine Konzern-Krise”

  1. […] ThyssenKrupp: Mehr als eine Konzern-Krise (Post von Horn) – […]

  2. […] Ruhrgebiet: ThyssenKrupp – Mehr als eine Konzern-Krise…Post von Horn […]

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