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Nebenbei

  • Der Preis der Pandemie

    Die vierte Coronawelle macht den Politikern Sorgen. Die Krankenhäuser laufen über. Sie werden vor allem von Impfunwilligen geflutet, die sich bei ihresgleichen angesteckt haben. Seit das Virus die Inzidenz zum vierstelligen Bereich hochtreibt, sind die Politiker alarmiert. Es fällt ihnen auf, dass fast elf Monate nach dem Impfstart 15 Millionen Impffähige die Impfung verweigern. Um zu verhindern, dass sich die große Katastrophe zu einer gigantischen auswächst, sollen die Impfunwilligen bewogen werden, sich sozial zu verhalten und sich impfen zu lassen. Man will ein wenig Druck auf sie ausüben: Es soll ihnen gut zugeredet werden. Man will ihnen vor Augen halten, sie könnten vom Gemeinschaftsleben ausgeschlossen werden, wenn es mit der Pandemie noch doller kommen sollte. Wen wollen die Politiker mit solchen Ankündigungen beeindrucken? Die 15 Millionen Impfverweigerer können es nicht sein. Ihnen wollen die Politiker mit kostenlosen Tests die Möglichkeit bieten, sich der Impfnadel zu entziehen. Solange die Tests gratis sind und von den Steuermitteln aus dem Kreis der 56 Millionen Geimpften finanziert werden, schwindet der Anreiz für die Impfverweigerer, sich impfen zu lassen. Der Unmut unter den Geimpften dürfte dagegen neues Maximum erreichen. Sie bezahlen nicht nur die Tests für die Impfverweigerer, sondern auch die hohen Kosten, die sich darüber hinaus durch das unsoziale Verhalten der Impfverweigerer ergeben. Wäre es nicht gerechter und an der Zeit, die Coronakosten stärker am Verursacherprinzip auszurichten? – Ulrich Horn

Der Minister für heiße Luft

Montag, 5. April 2021

Nebenbei

Kaum ein Minister der Bundesregierung hat seit Beginn der Pandemie so viel heiße Luft produziert wie Gesundheitsminister Spahn (CDU). Das jüngst Beispiel: Er plaudert in der nachrichtenarmen Zeit der Osterfeiertage über die guten Aussichten für jene, die geimpft sind. „Wer vollständig geimpft wurde, kann in Zukunft wie jemand behandelt werden, der negativ getestet wurde“, erklärte er. Spahns Geplauder lenkt von der trüben deutschen Impfbilanz ab. Die erste Impfung erhielten gerade mal etwas mehr als 12 Prozent der Bürger, die zweite bisher nur gut 5 Prozent. Spahns Heimatland NRW liegt im Länderranking auf dem vorletzten Platz. Dort sind noch nicht einmal alle 80-Jährigen geimpft. Spahns Politik und seine öffentlichen und öffentlich gewordenen Auftritte haben seine Sympathiewerte und die die seiner Partei in den Keller gebracht. Man fragt sich, warum seine Medienberater ihm solche Auftritte nicht ausreden. Wollen sie ihn ins Verderben führen oder die Union bei der Bundestagswahl in die Opposition treiben? – Ulrich Horn


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8 Kommentare zu “Der Minister für heiße Luft”

  1. Roland Appel sagt:

    Eigentlich ist es ganz einfach: Der Mann kann zwar nichts wirklich beeinflussen, aber auch nicht mal die Klappe halten. Grund genug hätte er.
    Die Impfungen sind ein Desaster, weil die Bundesregierung versäumt hat, neben der Forschung für Impfstoffe Produktionsanlagen zu fördern, die diese herstellen – obwohl das 2020 immer angekündigt und kommuniziert worden war. Das hat Spahn objektiv verbockt. Während Deutschland 350 Mio. € für die Forschung bei Biontech investiert hat, haben die USA 14 Mrd. $ in Produktionsanlagen von Biontech/Pfizer investiert. Doof für Europa – aber nicht so schnell reparabel.
    Nun versucht er sich gummiartig durchzuschwafeln, dabei stünde ihm gut an, ganz kleine Brötchen zu backen und sich und seine Rolle zurückzunehmen.

    • Norbert Sobiech sagt:

      Hallo Herr Appel,
      2 Fragen: Welche Anlagen (außer Marburg) hätte Deutschland fördern sollen?
      Woher stammen Ihre Zahlen? Laut FAZ
      „Die Vereinigten Staaten und Deutschland sind in der Entwicklung von Corona-Impfstoffen mit Abstand die größten Geldgeber. Die beiden Länder haben zusammen 3,7 Milliarden Dollar (3,16 Mrd Euro) zur Verfügung gestellt, wie aus einer Aufstellung des Zentrums für Globale Gesundheit am Hochschulinstitut für internationale Studien und Entwicklung in Genf hervorgeht. Amerika investierte demnach fast 2,2 Milliarden Dollar, Deutschland 1,5 Milliarden Dollar aus der Staatskasse.“
      Zum Schluß: Trump und USA sind Inder Pandemie keine Musterbeispiele.

    • Roland Mitschke sagt:

      Nach so vielen Pandemien versteht kein Mensch, dass wir nicht vorbereitet sind. Auch von den Mutationen wusste doch jeder. Natürlich war klar, wenn welche Impfstoffe erforscht, zugelassen und produziert sind. Jeder Neunmalkluge wusste auch, wieviel Impfstoffe wann geliefert werden können.
      Gut, dass uns nicht die Allesbesserwisser regieren!

  2. grafiksammler sagt:

    Wir liegen auch innerhalb Deutschlands unakzeptabel weit mit den Impfungen auseinander:

    Wenn in NRW nicht einmal die 80+ bisher komplett geimpft worden sind, dann frag ich mich, wieso haben meine Schwester und Schwager ( 60+ ) in 11 Tagen einen Impftermin in Krefeld bekommen. Wieso werden in Berlin die 60+ geimpft? In Bayern bin ich, 70+ mit mehreren Risikofaktoren und seit dem 14.1. vorgemerkt noch nicht einmal über ein wann informiert. Kriegt Söderland das nicht auf die Reihe, oder wird er absichtlicht benachteiligt?

  3. Norbert Sobiech sagt:

    Ich bin sicher kein guter Freund unseres Gesundheitsministers aber seine Ankündigung führte in meinem Bekanntenkreis dazu, das etwa 5-6 Personen sich für die AstraZeneca Impf-Aktion entschieden haben. Nach vorherigen Gesprächen wollten sie erst auf einen BioNTec-Termin warten. Aber die Aussicht auf mehr Freiheit war zu verlockend. In einer Pandemie gibt es kein richtig oder falsch, es zählen Entscheidungen. Den Journalisten und uns Bürgern ist die nachträgliche Kritik und Besserwisserei überlassen. Ich wage diese Beurteilung noch nicht. Lieber Uli bleib gesund damit uns dein Block erhalten bleibt.

  4. Wartet bis zur Wahl, die überparteiliche Organisation der Jungen Menschen lebt und hält sich corona gemäß zurück.
    Auf Spotify App mit dem Titel „1.5 Grad“ kann man hören, wie die
    Zukunft aussehen muß. Alles sehr wissenschaftlich – Keine Phrasen.

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