Schrift verkleinern Schrift vergrößern
RSS RSS-Feed

Nebenbei

  • Wüstes Gequatsche

    Hendrik Wüst hat es geschafft. Er behauptete bei der NRW-Wahl die CDU-Spitzenposition und baute sie sogar aus. Er kann auf diesen Erfolg stolz sein. Er beflügelt sogar TV-Reporter. Am Wahlabend war immer wieder zu hören, Wüst sei nun Kandidat für die Kanzlerkandidatur und Konkurrent für CDU-Chef Merz. Wüst täte gut daran, darauf nichts zu geben. Unter denen, die ihn hochjubeln, sind nicht nur Einfaltspinsel, die an seinem Erfolg teilhaben wollen. Wen die Medien hochheben, den versenken sie auch wieder. Manchen heben sie nur hoch, um ihn besser versenken zu können. Wer geneigt ist, das TV-Gequatsche ernst zu nehmen, sollte sich vor Augen halten: Wüst ist erst seit sieben Monaten Ministerpräsident. Einen großen Teil dieser Zeit verbrachte er nicht mit Regieren, sondern mit Wahlkampf. Sein Wahlerfolg ist weniger der Lohn für bisherige Leistungen als ein Kredit auf künftige. Ob er im Amt bleibt, steht noch nicht fest. Es liegt nicht allein bei ihm, sondern vor allem bei den Grünen. Damit er im Amt bleiben kann, muss er sie von sich überzeugen. Erst wenn diese Aufgabe gelöst ist, hat er die Landtagswahl gewonnen. Dann muss er beweisen, dass er die neue Koalition führen und die Verhältnisse in NRW verbessern kann. Bevor er diesen Nachweis nicht erbracht hat, sollte er nicht einmal im Traum daran denken, das Kanzleramt anzupeilen. Wie schrecklich es sich anschaut, wenn dieses Amt seinen Inhaber überfordert, demonstriert es gerade am Beispiel von Olaf Scholz. – Ulrich Horn

Der Minister für heiße Luft

Montag, 5. April 2021

Nebenbei

Kaum ein Minister der Bundesregierung hat seit Beginn der Pandemie so viel heiße Luft produziert wie Gesundheitsminister Spahn (CDU). Das jüngst Beispiel: Er plaudert in der nachrichtenarmen Zeit der Osterfeiertage über die guten Aussichten für jene, die geimpft sind. „Wer vollständig geimpft wurde, kann in Zukunft wie jemand behandelt werden, der negativ getestet wurde“, erklärte er. Spahns Geplauder lenkt von der trüben deutschen Impfbilanz ab. Die erste Impfung erhielten gerade mal etwas mehr als 12 Prozent der Bürger, die zweite bisher nur gut 5 Prozent. Spahns Heimatland NRW liegt im Länderranking auf dem vorletzten Platz. Dort sind noch nicht einmal alle 80-Jährigen geimpft. Spahns Politik und seine öffentlichen und öffentlich gewordenen Auftritte haben seine Sympathiewerte und die die seiner Partei in den Keller gebracht. Man fragt sich, warum seine Medienberater ihm solche Auftritte nicht ausreden. Wollen sie ihn ins Verderben führen oder die Union bei der Bundestagswahl in die Opposition treiben? – Ulrich Horn


Letzter Hinweis: Empfehlen Sie Post-von-Horn auch Ihren Freunden bei Facebook.

Schlagwörter: , , , , ,

8 Kommentare zu “Der Minister für heiße Luft”

  1. Roland Appel sagt:

    Eigentlich ist es ganz einfach: Der Mann kann zwar nichts wirklich beeinflussen, aber auch nicht mal die Klappe halten. Grund genug hätte er.
    Die Impfungen sind ein Desaster, weil die Bundesregierung versäumt hat, neben der Forschung für Impfstoffe Produktionsanlagen zu fördern, die diese herstellen – obwohl das 2020 immer angekündigt und kommuniziert worden war. Das hat Spahn objektiv verbockt. Während Deutschland 350 Mio. € für die Forschung bei Biontech investiert hat, haben die USA 14 Mrd. $ in Produktionsanlagen von Biontech/Pfizer investiert. Doof für Europa – aber nicht so schnell reparabel.
    Nun versucht er sich gummiartig durchzuschwafeln, dabei stünde ihm gut an, ganz kleine Brötchen zu backen und sich und seine Rolle zurückzunehmen.

    • Norbert Sobiech sagt:

      Hallo Herr Appel,
      2 Fragen: Welche Anlagen (außer Marburg) hätte Deutschland fördern sollen?
      Woher stammen Ihre Zahlen? Laut FAZ
      „Die Vereinigten Staaten und Deutschland sind in der Entwicklung von Corona-Impfstoffen mit Abstand die größten Geldgeber. Die beiden Länder haben zusammen 3,7 Milliarden Dollar (3,16 Mrd Euro) zur Verfügung gestellt, wie aus einer Aufstellung des Zentrums für Globale Gesundheit am Hochschulinstitut für internationale Studien und Entwicklung in Genf hervorgeht. Amerika investierte demnach fast 2,2 Milliarden Dollar, Deutschland 1,5 Milliarden Dollar aus der Staatskasse.“
      Zum Schluß: Trump und USA sind Inder Pandemie keine Musterbeispiele.

    • Roland Mitschke sagt:

      Nach so vielen Pandemien versteht kein Mensch, dass wir nicht vorbereitet sind. Auch von den Mutationen wusste doch jeder. Natürlich war klar, wenn welche Impfstoffe erforscht, zugelassen und produziert sind. Jeder Neunmalkluge wusste auch, wieviel Impfstoffe wann geliefert werden können.
      Gut, dass uns nicht die Allesbesserwisser regieren!

  2. grafiksammler sagt:

    Wir liegen auch innerhalb Deutschlands unakzeptabel weit mit den Impfungen auseinander:

    Wenn in NRW nicht einmal die 80+ bisher komplett geimpft worden sind, dann frag ich mich, wieso haben meine Schwester und Schwager ( 60+ ) in 11 Tagen einen Impftermin in Krefeld bekommen. Wieso werden in Berlin die 60+ geimpft? In Bayern bin ich, 70+ mit mehreren Risikofaktoren und seit dem 14.1. vorgemerkt noch nicht einmal über ein wann informiert. Kriegt Söderland das nicht auf die Reihe, oder wird er absichtlicht benachteiligt?

  3. Norbert Sobiech sagt:

    Ich bin sicher kein guter Freund unseres Gesundheitsministers aber seine Ankündigung führte in meinem Bekanntenkreis dazu, das etwa 5-6 Personen sich für die AstraZeneca Impf-Aktion entschieden haben. Nach vorherigen Gesprächen wollten sie erst auf einen BioNTec-Termin warten. Aber die Aussicht auf mehr Freiheit war zu verlockend. In einer Pandemie gibt es kein richtig oder falsch, es zählen Entscheidungen. Den Journalisten und uns Bürgern ist die nachträgliche Kritik und Besserwisserei überlassen. Ich wage diese Beurteilung noch nicht. Lieber Uli bleib gesund damit uns dein Block erhalten bleibt.

  4. Wartet bis zur Wahl, die überparteiliche Organisation der Jungen Menschen lebt und hält sich corona gemäß zurück.
    Auf Spotify App mit dem Titel „1.5 Grad“ kann man hören, wie die
    Zukunft aussehen muß. Alles sehr wissenschaftlich – Keine Phrasen.

Schreiben Sie einen Kommentar zu Norbert Sobiech

Ja, ich möchte über neue Blog-Beiträge per E-Mail informiert werden.