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Nebenbei

  • Es geht noch schlechter

    Um die Deutsche Bank und die Commerzbank steht es schlecht. Bundesfinanzminister Scholz (SPD) möchte ihren Verfall stoppen. Sie sollen sich zusammenschließen. Er hofft, vereint könnten sie eine stärkere Rolle spielen. Die Verhandlungen haben gerade begonnen. Sie werden beide Banken zunächst weiter schwächen. Um größeres Gewicht zu gewinnen, müssen sie Kosten senken. Sie gilt, Stellen zu streichen und Zweigstellen zu schließen. Beide Geldhäuser beschäftigen insgesamt gut 130.000 Menschen. Soll der Zusammenschluss den gewünschten Gewinn bringen, könnten 20.000 bis 50.000 Stellen wegfallen. Was werden die Mitarbeiter bei diesen Aussichten tun? Sie werden sich fragen, ob sie es sind, die demnächst auf der Strecke bleiben. Viele werden alles daransetzen, einen anderen Arbeitgeber zu finden. Sie werden sich umhören, Bewerbungen schreiben, sich auf Bewerbungsgespräche vorbereiten. Sie werden ihre finanziellen Verhältnisse straffen, um drohende Durststrecken zu überstehen. Sie werden sich zum Abwehrkampf gegen den Zusammenschluss formieren und an Protestaktionen teilnehmen. Bis die Vereinigung in trockenen Tüchern ist, falls es zu ihr kommt, wird einige Zeit ins Land gehen. Derweil werden sich die Beschäftigten mehr mit sich selbst als mit den Geschäften ihrer Bank befassen. Ist es abwegig abzunehmen, dass sich die schlechte Ertragslage der beiden Banken in nächster Zeit noch verschlechtern wird? – Ulrich Horn

Starke Leistung

Mittwoch, 1. August 2018

Nebenbei

Dass Seehofer den Schuss nicht hört, wissen die Wähler seit dem Europa-Wahlkampf 2014. Damals rückte er die Partei aus Angst vor der AfD nach rechtsaußen. Das Ergebnis: Die CSU schrumpfte bei der Wahl um ein Sechstel. Seehofer lernte aus der Niederlage nichts. Seit 2015 hackt er wegen der Zuwanderung heftiger als die AfD auf Merkel herum. Der Streit kostete die Union bei der Wahl 2017 viele Prozentpunkte. Kaum stand die große Koalition, befeuerte er den Streit aufs Neue. Wieder strafen  die Wähler Seehofer ab. In den Umfragen hängt die CSU unter der 40-Prozent-Marke fest. Ihre absolute Mehrheit scheint bei der Bayernwahl im Oktober verspielt, und das bei einer Opposition, die nicht viel hermacht. Sie will  der CSU die absolute Mehrheit nehmen. Dank Seehofers Hilfe stehen die Aussichten gut. Selbst die meisten CSU-Anhänger meinen, er werde die Partei Stimmen kosten. Dass einer wie er den Schuss nicht hört, mag noch angehen. Er steht vor dem Ruhestand. Dass Nachfolger Söder das gleiche Symptom zeigt, ist aber schon alarmierend. Politiker sollen Probleme lösen. Doch immer häufiger schaffen Politiker Probleme. Hier vier Beispiele aus jüngster Zeit. Zur Zuwanderung schuf die Politik hat Regeln und Behörden, die beim Ernstfall 2015 nicht taugten. Millionen Freiwillige mussten der Verwaltung und der Politik auf die Sprünge helfen. An vielen Stellen klemmt es noch heute.  Die Polizei sucht fast 300.000 Menschen, die festgenommen werden sollen, darunter 126.000 Ausländer, die das Land verlassen müssen. Die Polizei weiß nicht, wo sie sind. – Politiker sorgten dafür, dass die Inklusion für zahllose Menschen zum riesigen Problem wurde. Es wird viel Zeit und Geld kosten, das Versagen zu korrigieren. – Seit Langem ist bekannt, dass der Islam-Unterricht miserabel organisiert ist. Dass ein türkischer Diktator die Richtlinien des Unterrichts bestimmt, ist kaum zu fassen. – Dass Politik und Verwaltung schlampig arbeiten, zeigt sich auch an den Hartz-IV-Bescheiden. Über 300.000 Einsprüche gingen gegen sie ein. Ein Drittel bekam Recht. Mehr als zwölf Prozent wurden wegen „fehlerhafter Rechtsanwendung“ gekippt. Da kann man nur sagen: starke Leistung. – Ulrich Horn

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2 Kommentare zu “Starke Leistung”

  1. Am schlimmsten für die Bayern ist ein Politiker, der kein Format hat, kein Steher ist. Horst Seehofer ist nicht vom Löwen zum Bettvorleger geworden, sondern er war nie etwas anderes als ein Bettvorleger.

    FJS hat bestimmt viel Mist gebaut, aus der Sicht seiner Gegner eh, aber auch aus der seiner Anhänger. Trotzdem haben sie zu ihm gehalten, auf ihn nichts kommen lassen.

    Ähnlich ist es übrigens mit der Raute. Sie ist auch ein Steher.

  2. Markus sagt:

    All das immer wieder leider zu beklagende Versagen der Politik wird man aber selbst einem Horst Drehhofer nicht allein anlasten können, womit aber wohl auch schon fast benannt ist, woran die Politik im allgemeinen und der Horst im besonderen kranken: an mangelnder Glaubwürdigkeit und Durchsetzungskraft der großen Ankündigungen.

    Vergessen sollte man aber auch nicht, daß die Medien selbst Politik machen. Oder wer glaubt denn, daß Merkel noch an der Macht wäre, wenn ihr nicht die Journaille stets eine gute Presse verschaffen würde?

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