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Nebenbei

  • Schröder: Vom Kanzler zum Würstchen

    Wie viele Menschen haben wohl bedauert, dass sie der SPD 1998 ihre Stimme gaben und mit ihr deren Spitzenkandidaten Schröder zum Kanzler machten? Beschweren können sie sich nicht. Er lebte seine Schwächen schon vor seiner Kanzlerschaft hemmungslos öffentlich aus. Bereits damals war das Bild, das er von sich prägte, weniger von seiner Politik als von seinem Verhalten im Umgang mit Parteifreunden und seiner Partei bestimmt. Es stieß ab. Man musste nur hinschauen. Heute kann man sagen: Er hat einen wesentlichen Beitrag zum Verfall der Sitten in der SPD und zum Niedergang der Partei geleistet. Bezeichnend auch, dass er als Kanzler jenen Job kreierte, der ihm nach dem Abschied aus dem Amt den lang ersehnten Wohlstand brachte. Um in dessen Genuss zu kommen, schreckt der Ex-Kanzler nicht davor zurück, dem russischen Diktator Putin zu dienen. Dass ihn die Bild-Zeitung, deren Gunst er als Kanzler suchte, heute als Putins Pudel abbürstet, kommt wohl der Ansicht nahe, die viele Bürger von Schröder haben. Zu den Missständen in Russland, Weißrussland und der Türkei, die in die EU ausstrahlen, hört man von ihm kein Wort. Wohl aber kämpft er darum, dass VW in seinen Betriebskantinen die Currywurst nicht abschafft. Schröder war ein Profiteur sozialdemokratischer Bildungspolitik: Er brachte es vom Kind armer Leute zum Kanzler. Dann machte sich der Kanzler zu Putins Rudel, und nun macht sich Putins Pudel zum Würstchen. Welch eine Laufbahn! – Ulrich Horn

Armes NRW

Donnerstag, 25. Juni 2020

Nebenbei

Mehr als eine Woche lang stand in den Kreisen Gütersloh und Warendorf der Lockdown in Rede. Auch wenn er nicht gleich angeordnet wurde, als bei Tönnies das Virus zuschlug: Umsichtige Politik hätte einen Lockdown zumindest in Betracht ziehen müssen. NRW-Ministerpräsident Laschet wehrte ihn zunächst ab. Der Regierungschef tat sich schwer, die Freiheitsrechte erneut einzuschränken. – Doch NRW ist nicht allein auf dieser Welt. Ganz gleich, ob es den Lockdown ausruft oder nicht: Andere Bundesländer gehen so oder so in Deckung. Ihnen reicht die hohe Zahl der Infizierten, um für Besucher aus den Kreisen Gütersloh und Warendorf hohe Hürden aufzurichten. Österreich warnt sogar vor Reisen nach NRW. – Inzwischen hat Laschet doch noch den Lockdown angeordnet und die Bürger in und um Gütersloh und Warendorf aufgerufen, sich testen zu lassen. Die Bürger folgten brav. Das Ergebnis: Bis zu vier Stunden mussten sie am Mittwoch vor einem Testzentrum warten. Die Tester fühlten sich überfordert. Sie schickten die Bürger nach Hause und vertrösteten sie auf Donnerstag. Armes NRW. Zuerst ärgerten sich die Bürger über den erneuten Lockdown. Nun ärgern sie sich darüber, dass die Politiker und die Verwaltungen es nicht fertig brachten, zügiges Testen zu ermöglichen. Genügend Zeit, um entsprechende Vorkehrungen zu treffen, war durchaus vorhanden. – Was lehrt uns das? Erstens: Der Amtsschimmel kann, wenn er nicht gerade eben steht und grast, sich wohl nur im Schritttempo bewegen. Und zweitens: Viele Politiker sind für ihren Job offenbar fehlqualifiziert. Sie ließen sich wählen, obwohl sie gar nicht reiten können – schon gar nicht den Amtsschimmel. – Ulrich Horn

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6 Kommentare zu “Armes NRW”

  1. Ein schön gezeichnetes Bild. Ich musste sehr schmunzeln:-)

  2. Benno Lensdorf sagt:

    Ist es ein Zeichen der Zeit?
    Stimmt, was Sie schreiben bzgl. der mangelnden Qualifikation des Reitens…😊bei vieler, die sich haben wählen lassen.
    Aber diese Feststellung betrifft mE nicht nur manchen Mandatsträger sondern auch auch viele in Wirtschaft – sorry – aber auch Medienvertreter.
    Letztere schaffen es immer mehr, die Qualität der Medien so runterzufahren, dass einem Lust am Produkt vergeht.
    Diese Sparte von „ Schreiberlingen“ erlauben sich ständig Urteile über andere, ohne je selbst Verantwortung getragen zu haben. Im Nachhinein ist man immer schlauer..
    Das betrifft sowohl die Politik, als auch den Sport- und Wirtschaftsbereich.
    „ Armes NRW??“ –
    Ich bin momentan in den Niederlanden.
    Die Maßnahmen hier bzgl CORONA sind nur ein Bruchteil derer, was wir in Deutschland haben.. wen kümmert es hier?
    Da will eine einschneidende Maßnahme kurz vor Ferienbeginn wohl überlegt sein.
    Aus der „ Hüfte“ schießen bringt da nix!
    Ich kenne schon Ihre Überschrift lieber Herr Horn, wenn der Schuss aus der Hüfte nich saß…
    Wie gesagt:
    Im Nachhinein ist leicht zu (ver-) urteilen!
    Bleiben Sie gesund! 😊

    • Markus sagt:

      „Ich bin momentan in den Niederlanden.
      Die Maßnahmen hier bzgl CORONA sind nur ein Bruchteil derer, was wir in Deutschland haben.. wen kümmert es hier?“

      Keine Maskenpflicht in den Niederlanden! Aber auch kein Maulkorb in den skandinavischen Ländern sowie in der Schweiz.

  3. Markus sagt:

    Das Problem ist hier weniger der Amtsschimmel und nicht einmal das aberwitzige Testen von Menschen ohne Krankheitssymptome, sondern:

    Nobelpreisträger sehen Demokratie bedroht!
    https://www.deutschlandfunk.de/corona-krise-nobelpreistraeger-sehen-demokratie-bedroht.1939.de.html?drn:news_id=1144720

    PS: Den Kanzler(…) Kurz für seine populistische Reisewarnung als Kronzeugen aufzurufen, sollte unter Ihrem Niveau sein, Herr Horn.

  4. Christian sagt:

    In diesem Zusammenhang mal etwas anderes:

    Kann man jemand in Düsseldorf im Landtag nachsehen,
    ob es die Oppositionspartei SPD dort noch gibt?

    Ich nehme die gar nicht mehr wahr? Meine Frau und
    ich saßen heute morgen beim Frühstück und wir
    konnten beide nicht sagen, wer die SPD in NRW führt.

    • Norbert Sobiech sagt:

      Der gute Mann heißt Sebastian Hartmann. Ist ein gelernter Funktionär. Ausser seiner eigenen Karriere hat er noch nichts geleistet. Ein idealer Vertreter der arbeitenden Bevölkerung!

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