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  • Merz: Auf dem Sprungbrett?

    CDU-Mitglied Merz will in die Politik zurück. Lange fand er keinen Zugang. Der CDU-Vorsitz, der ihm den Weg ins Kanzleramt öffnen sollte, wurde an Kramp-Karrenbauer vergeben. Andere Parteiämter kommen für ihn nicht infrage. Vorerst würde er sich mit einem Ministerium begnügen. Doch alle Ressorts sind besetzt. – Nun wird er Ratgeber der CDU. Ist er in deren Rumpelkammer gelandet, oder steht er doch auf dem Sprungbrett? Seine konservativen CDU-Anhänger meinen, die Aufgabe eines Beraters sei für einen Mann wie Merz zu popelig. Dabei verschafft sie ihm größere Bewegungsfreiheit als eine Parteifunktion. – Wer wird für die CDU-Konservativen sprechen, wenn Schäuble in Pension geht? Wahrscheinlich Merz. Vor der Bundestagswahl 1998 war klar, dass die Union mit Kohl an der Spitze verlieren würde. Schäuble wagte damals nicht, Kohl zu verdrängen. Wird der Berater Merz den Mut finden, demnächst Kramp-Karrenbauer wegzuschieben? Oder reicht es nur dazu, hinter ihr den Schäuble zu spielen? – Ulrich Horn

Merz: Auf dem Sprungbrett?

Sonntag, 13. Januar 2019

Nebenbei

CDU-Mitglied Merz will in die Politik zurück. Lange fand er keinen Zugang. Der CDU-Vorsitz, der ihm den Weg ins Kanzleramt öffnen sollte, wurde an Kramp-Karrenbauer vergeben. Andere Parteiämter kommen für ihn nicht infrage. Vorerst würde er sich mit einem Ministerium begnügen. Doch alle Ressorts sind besetzt. – Nun wird er Ratgeber der CDU. Ist er in deren Rumpelkammer gelandet, oder steht er doch auf dem Sprungbrett? Seine konservativen CDU-Anhänger meinen, die Aufgabe eines Beraters sei für einen Mann wie Merz zu popelig. Dabei verschafft sie ihm größere Bewegungsfreiheit als eine Parteifunktion. – Wer wird für die CDU-Konservativen sprechen, wenn Schäuble in Pension geht? Wahrscheinlich Merz. Vor der Bundestagswahl 1998 war klar, dass die Union mit Kohl an der Spitze verlieren würde. Schäuble wagte damals nicht, Kohl zu verdrängen. Wird der Berater Merz den Mut finden, demnächst Kramp-Karrenbauer wegzuschieben? Oder reicht es nur dazu, hinter ihr den Schäuble zu spielen? – Ulrich Horn

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14 Kommentare zu “Merz: Auf dem Sprungbrett?”

  1. Markus sagt:

    Also soweit ich das richtig mitbekommen habe, bliebt vorläufig alles beim Alten. Das heißt, Merz ist weiter als „unabhängiger Lobbyist“ der Finanzwirtschaft tätig, der der CDU vom Spielfeldrand kluge Ratschläge – die bekanntlich auch Schläge sein können – gnädig und ungeduldig zu geben bereit ist. Weshalb Merz zur Ikone der Erneuerung der CDU als Volkspartei taugen soll, erschließt sich mir bisher aber nicht.

    Wenn Kramp-Karrenbauer es (wider Erwarten) gelingen sollte, sich vom Einfluß Merkels freizuschwimmen, dürfte sie die eindeutig bessere Wahl für eine entgrünte, moderne konservative Volkspartei sein als Merz.

  2. grafiksammler sagt:

    Auf Merz zu setzen ist genau so schlecht wie auf Trump in den USA für die Zukunft zu bauen. Merz ist der Kandidat der alten weißen Männer in Deutschland. Die werden natürlicherweise immer weniger. Die Zukunft liegt woanders.

  3. Jochen sagt:

    Merz war vom Establishment und der links-grünen Gossen-Journaille nicht gewünscht, weil er finanziell unabhängig ist. Damit ist er (z.B. mit einem aussichtslosen Listenplatz) nicht erpressbar! Er hat eben was (abseits der Politik) ganz im Gegensatz von z.B. (in die Fresse)- Nahles oder (Martin rufen)- Schulz beruflich auf die Beine gestellt.

    • grafiksammler sagt:

      Eine sehr einseitige Sicht – eben typisch Merz-Style. Die kann eine Weile funktionieren. Aber nicht unlimitiert. Seit Schröder Deutschland aus der Position des europäischen kranken Mannes herausgeholt hat, haben die Arbeitgeber/die Finanzlobbiisten von Deutschland als Exportweltmeister profitiert. Auf Kosten unserer Nachbarn und unserer Arbeitnehmer. Die Zeit ist zuende genau so wie die EU. Wenn wir Deutschland durch die kommenden schwierigen Jahre einigermaßen gut bringen wollen, muß das Einkommen der Arbeitnhemer so gestärkt werden, dass wir Deutschen selbst die Nachfrage für die hier hergestellten Güter schaffen. Mit prekären Beschäftigungsverhältnissen ist das nicht zu machen. Darunter leiden dann auch die Arbeitgeber und Banken. Immer im Hinterkopf behalten: Auch in Deutschland haben wir inzwischen Zombiebanken.

      • scheylock sagt:

        Wenn wir Deutschland durch die kommenden schwierigen Jahre einigermaßen gut bringen wollen, muß das Einkommen der Arbeitnhemer so gestärkt werden, dass wir Deutschen selbst die Nachfrage für die hier hergestellten Güter schaffen.
        ———–
        Zu spät, das wird nicht mehr helfen. Danke, Angela Merkel!

        Europe Likely in Recession Now: Germany, France, Italy Production Collapsed
        https://moneymaven.io/mishtalk/economics/europe-likely-in-recession-now-germany-france-italy-production-collapsed-OfVfht7CqUmXbS4op4RnoA/

      • Jochen sagt:

        Diesen Beitrag würde ich so unterschreiben!
        Aber genau das korrigiert doch gerade Trump in den USA.
        Ein Mann aus der Wirtschaft; kein Berufspolitiker!
        Er holt die ausgelagerte industrielle Fertigung durch die Zölle zurück. Dafür wird er von den Medien angefeindet, die zum großen Teil dem Geldadel gehören.
        Solche Entscheidungen traue ich Merz am ehesten zu.
        Dafür müßte D aus dem Euro austreten und eine Währungsreform mit Schuldenschnitt durchführen.
        Das wird so oder so passieren. Zitat: „Papiergeld kehrt irgendwann zu seinem inneren Wert zurück – Null.“ (Voltaire) Zu diesem Zeitpunkt liegt die EU in der Tat längst auf dem Müllhaufen der Geschichte.

    • Markus sagt:

      Merz würde sich einer schwarz-grünen „Kopulation“ auf Bundesebene wohl kaum in den Weg stellen, wenn er den Obermacker, sprich: Bundeskanzler spielen dürfte. Als Politiker hat Merz nix vorzuweisen und könnte auch die CDU nicht führen.

      • Jochen sagt:

        Natürlich werden die Grünen derzeit von den Medien hochgepusht, damit diese der CDU im Koalitions-Ehebett zur Verfügung stehen, wenn die SPD vom Abdecker entsorgt wird. Man muß als Politiker nichts vorweisen können. Trump und Putin waren Unternehmer und Geheimdienstler. Der Omaversteher aus Frankreich war Banker.
        Eine Partei führen tut der Vorsitzende!
        Ein Mann aus der Wirtschaft ist allemal besser als die erbärmlichen Gestalten, die nur den Kreissaal, den Hörsaal und den Plenarsaal kennengelernt haben.

        • Markus sagt:

          Wer ganz nach oben will, wie der ungeduldige Merz, muß auf den Punkt genau auch Spitzenleistung abliefern können. Das hat Merz nicht gekonnt auf dem CDU-Partei und mußte AKK nach seiner nur mäßigen Rede den Vortritt lassen. Von Merzschen Führungsqualitäten können wir nicht allzu viel sagen, außer, daß er etwas über zwei Jahre CDU/CSU-Fraktionsvorsitzender im Bundestag war. Dann mußte er Merkel Platz machen. Wäre Merkel 2002 aber schon so stark gewesen, Merz zu verdrängen, wenn er in der Fraktion mehr Rückhalt gehabt hätte? Wohl kaum. Dann machte Merz einen auf beleidigt und schmollte, bis er 2009 den Bundestag verließ. Was folgte dann? Eine erstaunliche Karriere als Wirtschaftslobbyist mit guten Kontakte zu den alten Freunden in der Politik. Daß bedeutet aber nicht, daß Merz dort viel mehr war und ist, als ein Frühstücksdirektor ohne Einfluß und ohne vorzeigbare Erfolge als Manager. Von Merzschen Großtaten als Wirtschaftsanwalt ist bei dem gelernten Juristen bisher auch nichts bekannt.

          • grafiksammler sagt:

            Also an die ein oder andere Spitzenleistung kann ich mich noch erinnern: 5000 Euro Tageshonorar war das Honorar von Friedrich Merz, als er „Veräußerungsbevollmächtigter“ für die mit massiven Staatshilfen gestützte Landesbank WestLB war.
            oder: Vorsitzender Konzernbeirat bei dem Versicherungskonglomerat AXA; Verwaltungsrat der Commerzbank, BASF, der Bank HSBC Trinkhaus und Burkhardt AG, Mitglied im Aufsichtsrat der Deutschen Börse AG Die Aufzählung ist bestimmt nicht vollständig.
            Zusammenfassend: Herr Merz hat nie den Überblick darüber verloren, was ihm großes Geld bringen konnte. – Eine Spitzenleistung. Ob die aber ihn für höhere politische Aufgaben qualifiziert?

    • scheylock sagt:

      So ist es! Friedrich Merz kann aber nicht ernsthaft daran gedacht haben, unter AKK einen Ministerposten zu besetzen, und wäre es das Finanzministerium!?

      Eine Managementregel lautet, niemals den abgelehnten Kandidaten unter den Gewinner zu positionieren. Der Gewinner muß täglich nachweisen, daß er zurecht gewonnen hat, und der Verlierer wird täglich nachweisen, daß eigentlich ihm der Posten zugestanden hätte (ich spreche auch aus eigener Erfahrung!).

      Das ist das Ende jeder fruchtbaren Zusammmenarbeit, ob im Unternehmen oder in der Regierung!

  4. Benno Lensdorf sagt:

    Muss mich immer wundern, welche Experten ihre Expertiesen hier ohne auch nur ein bisschen mal mit einem „?“ zu versehen, darstellen…
    Woher das Fachwissen..??
    Na denn….

  5. Düsseldorfer sagt:

    Die politischen Strömungen und Positionen, die Kramp-Karrenbauer nicht das Vertrauen geschenkt haben, machen 48,25 Prozent der CDU aus. Diese Kräfte sind also sehr stark. Sie erstrecken sich auf eine gewisse politische Bandbreite, die selbst Merz alleine nicht optimal abdecken kann. Merz ist der Liebling der wirtschaftsnahen Kräfte in der CDU, deren Anliegen er gut artikuliert. Er ist außerdem gut dafür, das hierzulande stiefmütterlich behandelte Thema Aktien und Aktiensparen in der Gesellschaft stärker zu verankern. Sofern die konservativen, christlich konservativen, nationalkonservativen, wirtschaftsliberalen, zum Teil auch libertär und identitär gesinnten Kräfte (beileibe nicht nur weiße alte Männer, deren Zahl im Übrigen durchaus steigt) in der CDU feststellen, dass Merz ihre Interessen nicht stark genug vertreten kann, werden von ihnen Kritik an der CDU-Führung bzw. andere Personen ins Spiel gebracht werden.

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