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Nebenbei

  • Es geht noch schlechter

    Um die Deutsche Bank und die Commerzbank steht es schlecht. Bundesfinanzminister Scholz (SPD) möchte ihren Verfall stoppen. Sie sollen sich zusammenschließen. Er hofft, vereint könnten sie eine stärkere Rolle spielen. Die Verhandlungen haben gerade begonnen. Sie werden beide Banken zunächst weiter schwächen. Um größeres Gewicht zu gewinnen, müssen sie Kosten senken. Sie gilt, Stellen zu streichen und Zweigstellen zu schließen. Beide Geldhäuser beschäftigen insgesamt gut 130.000 Menschen. Soll der Zusammenschluss den gewünschten Gewinn bringen, könnten 20.000 bis 50.000 Stellen wegfallen. Was werden die Mitarbeiter bei diesen Aussichten tun? Sie werden sich fragen, ob sie es sind, die demnächst auf der Strecke bleiben. Viele werden alles daransetzen, einen anderen Arbeitgeber zu finden. Sie werden sich umhören, Bewerbungen schreiben, sich auf Bewerbungsgespräche vorbereiten. Sie werden ihre finanziellen Verhältnisse straffen, um drohende Durststrecken zu überstehen. Sie werden sich zum Abwehrkampf gegen den Zusammenschluss formieren und an Protestaktionen teilnehmen. Bis die Vereinigung in trockenen Tüchern ist, falls es zu ihr kommt, wird einige Zeit ins Land gehen. Derweil werden sich die Beschäftigten mehr mit sich selbst als mit den Geschäften ihrer Bank befassen. Ist es abwegig abzunehmen, dass sich die schlechte Ertragslage der beiden Banken in nächster Zeit noch verschlechtern wird? – Ulrich Horn

Merz: Auf dem Sprungbrett?

Sonntag, 13. Januar 2019

Nebenbei

CDU-Mitglied Merz will in die Politik zurück. Lange fand er keinen Zugang. Der CDU-Vorsitz, der ihm den Weg ins Kanzleramt öffnen sollte, wurde an Kramp-Karrenbauer vergeben. Andere Parteiämter kommen für ihn nicht infrage. Vorerst würde er sich mit einem Ministerium begnügen. Doch alle Ressorts sind besetzt. – Nun wird er Ratgeber der CDU. Ist er in deren Rumpelkammer gelandet, oder steht er doch auf dem Sprungbrett? Seine konservativen CDU-Anhänger meinen, die Aufgabe eines Beraters sei für einen Mann wie Merz zu popelig. Dabei verschafft sie ihm größere Bewegungsfreiheit als eine Parteifunktion. – Wer wird für die CDU-Konservativen sprechen, wenn Schäuble in Pension geht? Wahrscheinlich Merz. Vor der Bundestagswahl 1998 war klar, dass die Union mit Kohl an der Spitze verlieren würde. Schäuble wagte damals nicht, Kohl zu verdrängen. Wird der Berater Merz den Mut finden, demnächst Kramp-Karrenbauer wegzuschieben? Oder reicht es nur dazu, hinter ihr den Schäuble zu spielen? – Ulrich Horn

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29 Kommentare zu “Merz: Auf dem Sprungbrett?”

  1. Markus sagt:

    Also soweit ich das richtig mitbekommen habe, bliebt vorläufig alles beim Alten. Das heißt, Merz ist weiter als „unabhängiger Lobbyist“ der Finanzwirtschaft tätig, der der CDU vom Spielfeldrand kluge Ratschläge – die bekanntlich auch Schläge sein können – gnädig und ungeduldig zu geben bereit ist. Weshalb Merz zur Ikone der Erneuerung der CDU als Volkspartei taugen soll, erschließt sich mir bisher aber nicht.

    Wenn Kramp-Karrenbauer es (wider Erwarten) gelingen sollte, sich vom Einfluß Merkels freizuschwimmen, dürfte sie die eindeutig bessere Wahl für eine entgrünte, moderne konservative Volkspartei sein als Merz.

  2. grafiksammler sagt:

    Auf Merz zu setzen ist genau so schlecht wie auf Trump in den USA für die Zukunft zu bauen. Merz ist der Kandidat der alten weißen Männer in Deutschland. Die werden natürlicherweise immer weniger. Die Zukunft liegt woanders.

  3. Jochen sagt:

    Merz war vom Establishment und der links-grünen Gossen-Journaille nicht gewünscht, weil er finanziell unabhängig ist. Damit ist er (z.B. mit einem aussichtslosen Listenplatz) nicht erpressbar! Er hat eben was (abseits der Politik) ganz im Gegensatz von z.B. (in die Fresse)- Nahles oder (Martin rufen)- Schulz beruflich auf die Beine gestellt.

    • grafiksammler sagt:

      Eine sehr einseitige Sicht – eben typisch Merz-Style. Die kann eine Weile funktionieren. Aber nicht unlimitiert. Seit Schröder Deutschland aus der Position des europäischen kranken Mannes herausgeholt hat, haben die Arbeitgeber/die Finanzlobbiisten von Deutschland als Exportweltmeister profitiert. Auf Kosten unserer Nachbarn und unserer Arbeitnehmer. Die Zeit ist zuende genau so wie die EU. Wenn wir Deutschland durch die kommenden schwierigen Jahre einigermaßen gut bringen wollen, muß das Einkommen der Arbeitnhemer so gestärkt werden, dass wir Deutschen selbst die Nachfrage für die hier hergestellten Güter schaffen. Mit prekären Beschäftigungsverhältnissen ist das nicht zu machen. Darunter leiden dann auch die Arbeitgeber und Banken. Immer im Hinterkopf behalten: Auch in Deutschland haben wir inzwischen Zombiebanken.

      • scheylock sagt:

        Wenn wir Deutschland durch die kommenden schwierigen Jahre einigermaßen gut bringen wollen, muß das Einkommen der Arbeitnhemer so gestärkt werden, dass wir Deutschen selbst die Nachfrage für die hier hergestellten Güter schaffen.
        ———–
        Zu spät, das wird nicht mehr helfen. Danke, Angela Merkel!

        Europe Likely in Recession Now: Germany, France, Italy Production Collapsed
        https://moneymaven.io/mishtalk/economics/europe-likely-in-recession-now-germany-france-italy-production-collapsed-OfVfht7CqUmXbS4op4RnoA/

      • Jochen sagt:

        Diesen Beitrag würde ich so unterschreiben!
        Aber genau das korrigiert doch gerade Trump in den USA.
        Ein Mann aus der Wirtschaft; kein Berufspolitiker!
        Er holt die ausgelagerte industrielle Fertigung durch die Zölle zurück. Dafür wird er von den Medien angefeindet, die zum großen Teil dem Geldadel gehören.
        Solche Entscheidungen traue ich Merz am ehesten zu.
        Dafür müßte D aus dem Euro austreten und eine Währungsreform mit Schuldenschnitt durchführen.
        Das wird so oder so passieren. Zitat: „Papiergeld kehrt irgendwann zu seinem inneren Wert zurück – Null.“ (Voltaire) Zu diesem Zeitpunkt liegt die EU in der Tat längst auf dem Müllhaufen der Geschichte.

        • Markus sagt:

          Sorry, aber Merz mit Trump zu vergleichen, ist grundverkehrt: Trump ist kein Politiker, Merz aber ist Politiker und vor allem Wirtschaftslobbyist, der den Bossen jeden Wunsch von den Augen abliest. So wird man zum Wirtschaftsexperten! Und bei der Atlantik-Brücke tut Merz nicht viel anderes als den Magnaten nach dem Munde zu reden. Also so ziemlich genau das Gegenteil von dem, was Trump macht. Und darum ist Trump ja auch so unbeliebt bei den Eliten.

          • Jochen sagt:

            Es wäre schön, wenn es einen Wirtschaftslobbyisten in der Politik geben würde, der unsere Schlüsselindustrie, an der jeder 7.Arbeitsplatz hängt, schützt. Die Autobosse selber sind dazu zu feige!

    • Markus sagt:

      Merz würde sich einer schwarz-grünen „Kopulation“ auf Bundesebene wohl kaum in den Weg stellen, wenn er den Obermacker, sprich: Bundeskanzler spielen dürfte. Als Politiker hat Merz nix vorzuweisen und könnte auch die CDU nicht führen.

      • Jochen sagt:

        Natürlich werden die Grünen derzeit von den Medien hochgepusht, damit diese der CDU im Koalitions-Ehebett zur Verfügung stehen, wenn die SPD vom Abdecker entsorgt wird. Man muß als Politiker nichts vorweisen können. Trump und Putin waren Unternehmer und Geheimdienstler. Der Omaversteher aus Frankreich war Banker.
        Eine Partei führen tut der Vorsitzende!
        Ein Mann aus der Wirtschaft ist allemal besser als die erbärmlichen Gestalten, die nur den Kreissaal, den Hörsaal und den Plenarsaal kennengelernt haben.

        • Markus sagt:

          Wer ganz nach oben will, wie der ungeduldige Merz, muß auf den Punkt genau auch Spitzenleistung abliefern können. Das hat Merz nicht gekonnt auf dem CDU-Partei und mußte AKK nach seiner nur mäßigen Rede den Vortritt lassen. Von Merzschen Führungsqualitäten können wir nicht allzu viel sagen, außer, daß er etwas über zwei Jahre CDU/CSU-Fraktionsvorsitzender im Bundestag war. Dann mußte er Merkel Platz machen. Wäre Merkel 2002 aber schon so stark gewesen, Merz zu verdrängen, wenn er in der Fraktion mehr Rückhalt gehabt hätte? Wohl kaum. Dann machte Merz einen auf beleidigt und schmollte, bis er 2009 den Bundestag verließ. Was folgte dann? Eine erstaunliche Karriere als Wirtschaftslobbyist mit guten Kontakte zu den alten Freunden in der Politik. Daß bedeutet aber nicht, daß Merz dort viel mehr war und ist, als ein Frühstücksdirektor ohne Einfluß und ohne vorzeigbare Erfolge als Manager. Von Merzschen Großtaten als Wirtschaftsanwalt ist bei dem gelernten Juristen bisher auch nichts bekannt.

          • grafiksammler sagt:

            Also an die ein oder andere Spitzenleistung kann ich mich noch erinnern: 5000 Euro Tageshonorar war das Honorar von Friedrich Merz, als er „Veräußerungsbevollmächtigter“ für die mit massiven Staatshilfen gestützte Landesbank WestLB war.
            oder: Vorsitzender Konzernbeirat bei dem Versicherungskonglomerat AXA; Verwaltungsrat der Commerzbank, BASF, der Bank HSBC Trinkhaus und Burkhardt AG, Mitglied im Aufsichtsrat der Deutschen Börse AG Die Aufzählung ist bestimmt nicht vollständig.
            Zusammenfassend: Herr Merz hat nie den Überblick darüber verloren, was ihm großes Geld bringen konnte. – Eine Spitzenleistung. Ob die aber ihn für höhere politische Aufgaben qualifiziert?

          • Jochen sagt:

            Die Medien haben entschieden, wer CDU-Vorsitzender geworden ist.
            AKK konnte sich am Vorabend der Wahl noch bei Lanz im Fernsehen präsentieren, wo ihr keine kritischen Fragen gestellt, sondern sie nur lieb gestreichelt wurde.
            Merz hat man hingegen eine alte Steuerangelegenheit vorgeworfen, wo er nichts dafür konnte, weil er damals noch nicht Chef war.

    • scheylock sagt:

      So ist es! Friedrich Merz kann aber nicht ernsthaft daran gedacht haben, unter AKK einen Ministerposten zu besetzen, und wäre es das Finanzministerium!?

      Eine Managementregel lautet, niemals den abgelehnten Kandidaten unter den Gewinner zu positionieren. Der Gewinner muß täglich nachweisen, daß er zurecht gewonnen hat, und der Verlierer wird täglich nachweisen, daß eigentlich ihm der Posten zugestanden hätte (ich spreche auch aus eigener Erfahrung!).

      Das ist das Ende jeder fruchtbaren Zusammmenarbeit, ob im Unternehmen oder in der Regierung!

  4. Benno Lensdorf sagt:

    Muss mich immer wundern, welche Experten ihre Expertiesen hier ohne auch nur ein bisschen mal mit einem „?“ zu versehen, darstellen…
    Woher das Fachwissen..??
    Na denn….

  5. Düsseldorfer sagt:

    Die politischen Strömungen und Positionen, die Kramp-Karrenbauer nicht das Vertrauen geschenkt haben, machen 48,25 Prozent der CDU aus. Diese Kräfte sind also sehr stark. Sie erstrecken sich auf eine gewisse politische Bandbreite, die selbst Merz alleine nicht optimal abdecken kann. Merz ist der Liebling der wirtschaftsnahen Kräfte in der CDU, deren Anliegen er gut artikuliert. Er ist außerdem gut dafür, das hierzulande stiefmütterlich behandelte Thema Aktien und Aktiensparen in der Gesellschaft stärker zu verankern. Sofern die konservativen, christlich konservativen, nationalkonservativen, wirtschaftsliberalen, zum Teil auch libertär und identitär gesinnten Kräfte (beileibe nicht nur weiße alte Männer, deren Zahl im Übrigen durchaus steigt) in der CDU feststellen, dass Merz ihre Interessen nicht stark genug vertreten kann, werden von ihnen Kritik an der CDU-Führung bzw. andere Personen ins Spiel gebracht werden.

  6. Thomas Weigle sagt:

    Merz, der einstige Mofarebell aus dem Sauerland, ist für ein Unternehmen führend tätig, das über so viel Geld verfügt, wie die Haushalte der USA, GB und Deutschland zusammen. Macht ihn das zu einem Politiker, der verstehen kann, welche (finanziellen) Probleme eine Mehrheit der Deutschen hat? Ich habe da so meine Zweifel.

    • Jochen sagt:

      Ich darf daran erinnern, daß die Agenda 2010, die zur Verarmung der Massen (z.B. Zeitarbeit) geführt hat, von der Schröder-Regierung initiiert wurde. Hätte das eine CDU-FDP Koalition gewagt, hätten die Roten zusammen mit den Gewerkschaften die Republik angezündet.

      • Thomas Weigle sagt:

        Nun hat Kohl seinen Minister mit den kurzen Beinen ordentlich die sozialen Leistungen für Arbeitnehmer runterfahren lassen. Massivste Kürzungen bei Rente, Arbeitslosenversicherung und Leistungen der GKV, ohne dass irgendwer die Republik angezündet hat. Die Proteste waren meiner Erinnerung nach eher lau.
        Die hier vorhandene Armut ist skandalös, aber kein Elend, trotz H4. Man sollte mit der Wortwahl vorsichtig sein, sonst entwertet man berechtigte Kritik.

        • Jochen sagt:

          Das ist grundsätzlich richtig. Bekannt ist sicher noch der Spruch von N.B.:“Denn eins ist sicher, und das ist die Rente!“ Er hat natürlich seine eigene Rente gemeint.
          Wir können dann auch auf Adenauers Zeiten blicken.
          Adenauer hat von einer kapitalbasierten Rente auf ein Umlagesystem umgestellt. Zitat: „Kinder kriegen die Leute immer!“ Eine krasse Fehlentscheidung!
          In der Folge haben sich alle Regierungen, egal welche Farbe, hemmungslos aus dem Rententopf bedient und das Geld in alle Welt verteilt. Übrigens wird derzeit mit ca. knapp 3 Mio € der energieeffiziente Umbau von Marokkos Moscheen finanziert.
          Der deutsche Schlafmichel geht noch davon aus, seine Rente zu bekommen. Das wird bestimmt lustig, wenn Schlafmichel erfährt, das die Kohle weg ist, bzw. inflationiert wird und er sich von seiner Rente noch zwei Brote kaufen kann. Aber so funktioniert eben ein Umlagesystem, bzw. nicht.
          Nun war aber Kohl mit seiner CDU und die FDP gleich gar nicht die Partei der kleinen Leute. Das hat nur die SPD für sich in Anspruch genommen. Insofern war die Agenda von Schröder besonders schändlich. Schröder hat ja auch die Deutschland AG zerschlagen. In dessen Folge konnten amerikanische Heuschrecken mit nahezu unbegrenzten Dollarbündeln Firmen, Stadtwerke, Wohnungsgesellschaften aufkaufen. Und wenn die aufgekaufte Firma die Renditeerwartungen nicht erfüllt hat, wurde diese terminiert und die AN standen auf der Straße. Die SPD hat die Interessen ihrer Klientel wieder mal schändlich mißachtet. Seit 150 Jahren gilt:
          „Wer hat Euch verraten, Sozialdemokraten!“ Langsam scheint dies auch der Schlafmichel zu kapieren. Bei den letzten Wahlen ist die SPD jämmerlich abgestürzt. Hoffentlich geht das so weiter und die SPD landet dort, wo sie hingehört, auf dem Müllhaufen der Geschichte.

          • Markus sagt:

            Die Rente war ja auch sicher, da hatte Blüm schon recht. Erst Schröder und Riester haben durch ihren arbeitgeberfreundlichen Reformismus die gesetzliche Rente arg ins Schleudern gebracht.

            Was ist denn am Adenauerschen Umlageverfahren zu kritisieren? Daß die Rentenkasse durch die Politik zweckentfremdet wurde, ist eher sogar ein Zeichen für die Leistungsfähigkeit des Umlagesystems! Aber auch hier gibt es natürlich Grenzen.

  7. grafiksammler sagt:

    Jochen, da fehlt Ihnen die lange Sicht der Dinge: Unter Kohl ist die BRD zum „kranken Mann Europas“ avanciert. ( Brutal gesagt: Die Politik, mit dem Hintern alles auszusitzen, hat Deutschland gegen die Wand gefahren.) Schröder hat mit einem Kraftakt auf Kosten der Arbeitnehmer den Karren aus dem Dreck gezogen. Merkel hat es gut gefallen, dass sie sämtliche daraus entstandenen Schmerzen und Ungerechtigkeiten einfach bestehen lassen konnte – obwohl es Deutschland wieder gut ging. So ist die soziale Marktwirtschaft durch den Raubtierkapitalismus abgelöst worden. Jetzt sind wir wieder so weit: Merkel fährt Deutschland vor die Wand. Unsere Infrastruktur ist marode. Die Länder, in die wir exportieren konnten, haben sich armgekauft in Deutschland. Unser Export bricht folgerichtig ein. Gleichzeitig haben die Arbeitnehmer 30 Jahre auf jeden Produktivitätszuwachs verzichtet. Da ist nix mehr zu holen. Es fehlt die Kraft in der CDU für jedwede soziale Marktwirtschaftserneuerung.

    • Markus sagt:

      Unsere schöne Demokratie könnte so vor einer unschönen Wende zu einer autoritären Machtkonzentration stehen! Der geplante gigantische Ausbau des Kanzleramtes in Berlin mag ein Indiz für diese Transformation der parlamentarischen Demokratie hin zu einer Präsidial-Kanzlerschaft sein:
      https://www.berliner-zeitung.de/berlin/kanzleramt-regierungsoberhaupt-bekommt-neue-wohnung-im-sechsten-geschoss-31883394

      • Jochen sagt:

        Die autoritäre Machtkonzentration haben wir doch schon jetzt. Der Staat ist längst zur Beute der Parteien geworden. Das wird dann nett als „gelenkte“ Demokratie beschrieben. Die Staatsanwälte sind weisungsgebunden!
        Auch die Richter hängen an der Exekutive. In der Schweiz und in den Bundesstaaten in den USA werden die Richter vom Volk gewählt. Bis ins BVG werden abgehalfterte Politiker „entsorgt“. Die sollen dann prüfen, ob verabschiedete Gesetze verfassungskonform sind, die sie selber als aktiver Politiker mit verabschiedet haben.
        Auch die Legislative hat keine echte Kontrollfunktion mehr. Abstimmungen im Parlament sind wie die erste Lektion in der Hundeschule (auf Kommando Pfötchen heben). Ein Abgeordneter, der nicht funktioniert, bekommt bei der nächsten Wahl nur einen aussichtslosen Listenplatz.
        Naja, und über die 4. Macht im Staate, die Medien, muß man nicht weiter sprechen. Das hat sogar schon der Souverän erkannt. Die Verkaufszahlen sinken massiv. Das Volk hat es satt, bevormundet, beschimpft und erzogen zu werden.
        Das Grundproblem der Demokratie ist aber die Entkopplung von Macht und Verantwortung! Merkel hat desaströse und verheerende Entscheidungen getroffen. Zur Verantwortung wird Sie dafür wie auch ihre Vorgänger nicht gezogen.

        • Markus sagt:

          Dem ist fast nichts hinzuzufügen. Außer vielleicht, daß es auch noch schlimmer kommen könnte, wenn wir als Bürger nicht aufpassen. Und gerade in solche Zeiten sind auch falsche Propheten unterwegs. Merz scheint mir in seiner Selbstüberschätzung aber ein solcher zu sein. Warum zieht sich Merz jetzt offenbar wieder schmollend und grollend ganz aus der Politik zurück? Könnte er denn nicht einmal Wahlkampfhilfe für die von der AfD stark bedrängten CDU im Osten leisten? Er war es doch, der vollmundig angekündigt hatte, die AfD zu halbieren! So könnte er sich auch im politischen Spiel halten.

          • Jochen sagt:

            Ich bin nicht im Merz-Fanclub, sofern es einen geben sollte. Aber er handelt doch nur konsequent. Er hatte einen Versuch unternommen, wieder in die Politik einzusteigen. Der Versuch ist fehlgeschlagen. Warum sollte er seinen gut dotierten Job jetzt für Wahlkampfhilfe aufgeben? Das würde ich auch nicht tun.
            Wenn die CDU im Osten weiter regieren will, muß sie einen Juniorpartner finden. Wer wird das wohl sein? Die SPD wird bedeutungslos werden. Wenn der Ossi soziale Gerechtigkeit will, wählt er gleich das Original. FDP und Grüne haben im Osten keine Bedeutung.
            Somit bleiben nur Linke und AfD übrig. Zu welcher von den beiden hat die CDU mehr Schnittstellen? Ich bin gespannt, wie sich die Sachsen entscheiden.
            Sahra Wagenknecht hatte richtig festgestellt:
            Zitat (sinngemäß): Wenn wir die Wähler zurückholen wollen, die von uns zur AfD übergelaufen sind, müssen wir zuerst die Fehler bei uns suchen.
            Der Ansatz gefällt mir besser als die Ossis mit „Pack“ und „Dunkeldeutsche“ zu beschimpfen.

  8. Thomas Weigle sagt:

    „Merz will in die Politik zurück.“ Offenbar aber nur in einer von den Mitgliedern getragenen Sänfte. Will er doch keinen Wahlkampf machen, da er kein Mandat und Amt hat. Dies führt er als Begründung für seine Abstinenz an. Damit zeigt er deutlich, wes Geistes Kind er ist. Der ist weiß Gott kein Verlust für die CDU und Deutschland.

    • Markus sagt:

      Merz ist bereits schon auf dem Hamburger Parteitag und auch danach wiederholt angeboten worden, in die Politik der CDU einzusteigen. Der Mann aus dem tiefschwarzen CDU-Sauerland hat aber auch keinerlei echte Wahlkampferfahrung, und er ist ein „Hampelmann der Wirtschaftsbosse“.

      Was in Ostdeutschland droht, ist ziemlich klar: Notbündnisse der CDU mir der Linkspartei, jedenfalls solange Flüchtlingskanzlerin Merkel das Sagen hat und AKK nicht versucht, ernsthaft gegenzusteuern.

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