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Nebenbei

  • Der Preis der Pandemie

    Die vierte Coronawelle macht den Politikern Sorgen. Die Krankenhäuser laufen über. Sie werden vor allem von Impfunwilligen geflutet, die sich bei ihresgleichen angesteckt haben. Seit das Virus die Inzidenz zum vierstelligen Bereich hochtreibt, sind die Politiker alarmiert. Es fällt ihnen auf, dass fast elf Monate nach dem Impfstart 15 Millionen Impffähige die Impfung verweigern. Um zu verhindern, dass sich die große Katastrophe zu einer gigantischen auswächst, sollen die Impfunwilligen bewogen werden, sich sozial zu verhalten und sich impfen zu lassen. Man will ein wenig Druck auf sie ausüben: Es soll ihnen gut zugeredet werden. Man will ihnen vor Augen halten, sie könnten vom Gemeinschaftsleben ausgeschlossen werden, wenn es mit der Pandemie noch doller kommen sollte. Wen wollen die Politiker mit solchen Ankündigungen beeindrucken? Die 15 Millionen Impfverweigerer können es nicht sein. Ihnen wollen die Politiker mit kostenlosen Tests die Möglichkeit bieten, sich der Impfnadel zu entziehen. Solange die Tests gratis sind und von den Steuermitteln aus dem Kreis der 56 Millionen Geimpften finanziert werden, schwindet der Anreiz für die Impfverweigerer, sich impfen zu lassen. Der Unmut unter den Geimpften dürfte dagegen neues Maximum erreichen. Sie bezahlen nicht nur die Tests für die Impfverweigerer, sondern auch die hohen Kosten, die sich darüber hinaus durch das unsoziale Verhalten der Impfverweigerer ergeben. Wäre es nicht gerechter und an der Zeit, die Coronakosten stärker am Verursacherprinzip auszurichten? – Ulrich Horn

Ein Datendieb als Wecker

Donnerstag, 10. Januar 2019

Nebenbei

Tagelang bebte die Republik. Auslöser der Erschütterung: ein Diebstahl. Rund 1000 Leuten waren Daten entwendet worden, von einem 20-jährigen mit Grünspan hinter den Ohren. Der Schaden, den er anrichtete, hält sich finanziell in Grenzen. Die Tat ist auch nicht originell. Seit langer Zeit werden in Deutschland Tag für Tag Daten gestohlen. Dabei werden ihre Eigentümer, vor allem Unternehmer, um viele Millionen geschädigt. Diesen massenhaften Datenklau mit hohem Schaden steckte die Republik bisher ohne großes Gewese locker weg. Dass nun quasi der Bagatelldiebstahl eines 20-jährigen das Gemeinwesen erschüttert, liegt nicht an der Höhe des Schadens, sondern an der Bedeutung der Geschädigten. Unter ihnen befinden sich Prominente aus Kunst, Medien und Politik, darunter der Bundespräsident, die Kanzlerin und etwas weniger bedeutsame Ministerpräsidenten, Minister, Bundes- und Landtagsabgeordnete – und, nicht zu vergessen, auch Moderatoren und etliche Journalisten. Sie alle sorgten dafür, dass ihr Datenverlust, die Umstände seines Entstehens und die Suche nach dem Täter tagelang die Schlagzeilen bestimmten. Dabei zeigte sich: Viel interessanter als der Diebstahl waren die Reaktionen auf ihn. All’ die vielen Unternehmer, die der unablässige Datenklau viel Geld gekostet hat und noch kostet, werden sich verwundert die Augen gerieben haben: Mit einem Schlag wurde Datensicherheit zum Spitzenthema der Politik und der Medien. Nun endlich sollen große Anstrengungen gemacht werden, um Daten besser zu schützen und ihren Diebstahl zu erschweren. Müssen alle besorgten Datenbesitzer dem 20-jährigen Übeltäter nicht dankbar sein? Die Reaktion der Politiker auf seinen Datenklau könnte die Bürger auf den Gedanken bringen: Richtig wach werden deutsche Politiker erst, wenn Missstände so weit angewachsen sind, dass auch die Politiker unter ihnen zu leiden haben. – Ulrich Horn

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3 Kommentare zu “Ein Datendieb als Wecker”

  1. Frank sagt:

    Der CCC 2018 hat es gezeigt. Daten sind nie schützbar. am Beispiel der Gesundheitskarten/-daten. In Amerika sind bereits 30.000.000 Krankenakten gehackt. In Schweden 99% in einem Rutsch (Durch ein Versehen der Datenhüter selbst) . Datenschutz ist eine Illusion. Lösungen? Daten gar nicht erst herausgeben.
    Siehe die CCC Vorträge.

  2. dr.pingel sagt:

    Dieser Fall zeigt, dass die Milliarden, die der Bund für die Digitalisierung der Schulen bereit stellen will, verschwendetes Geld ist. Die Schüler können nämlich ihre Lehrer dann in der Digitalisierung unterrichten.
    Was wir brauchen, sind mehr Lehrer und bessere Schulräume.

  3. Jochen sagt:

    Ich wundere mich, warum es nicht wieder den Russen in die Schuhe geschoben wurde.

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