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Letzte Kommentare

Nebenbei

  • Der Preis der Pandemie

    Die vierte Coronawelle macht den Politikern Sorgen. Die Krankenhäuser laufen über. Sie werden vor allem von Impfunwilligen geflutet, die sich bei ihresgleichen angesteckt haben. Seit das Virus die Inzidenz zum vierstelligen Bereich hochtreibt, sind die Politiker alarmiert. Es fällt ihnen auf, dass fast elf Monate nach dem Impfstart 15 Millionen Impffähige die Impfung verweigern. Um zu verhindern, dass sich die große Katastrophe zu einer gigantischen auswächst, sollen die Impfunwilligen bewogen werden, sich sozial zu verhalten und sich impfen zu lassen. Man will ein wenig Druck auf sie ausüben: Es soll ihnen gut zugeredet werden. Man will ihnen vor Augen halten, sie könnten vom Gemeinschaftsleben ausgeschlossen werden, wenn es mit der Pandemie noch doller kommen sollte. Wen wollen die Politiker mit solchen Ankündigungen beeindrucken? Die 15 Millionen Impfverweigerer können es nicht sein. Ihnen wollen die Politiker mit kostenlosen Tests die Möglichkeit bieten, sich der Impfnadel zu entziehen. Solange die Tests gratis sind und von den Steuermitteln aus dem Kreis der 56 Millionen Geimpften finanziert werden, schwindet der Anreiz für die Impfverweigerer, sich impfen zu lassen. Der Unmut unter den Geimpften dürfte dagegen neues Maximum erreichen. Sie bezahlen nicht nur die Tests für die Impfverweigerer, sondern auch die hohen Kosten, die sich darüber hinaus durch das unsoziale Verhalten der Impfverweigerer ergeben. Wäre es nicht gerechter und an der Zeit, die Coronakosten stärker am Verursacherprinzip auszurichten? – Ulrich Horn

Kunstbanausen

Donnerstag, 23. Oktober 2014

Nebenbei

Wer sagt denn, dass NRW keine Superlative vorzuweisen habe? Bisher tat sich das größte Bundesland vor allem als einer der größten Schuldner der Republik hervor. Nun stellt sich heraus, dass die NRW-Regierung auf einem riesigen Kunstschatz sitzt. Ihn häufte ausgerechnet jene Landesgesellschaft an, die für Spielbanken zuständig ist. Die NRW-Regierung, die Schulden abbauen will, stattdessen aber immer mehr Schulden aufhäuft, will nun einige der Kunstwerke versteigern lassen, unter anderem, um in Köln eine neue Spielbank zu bauen. Der pfiffige Plan, die Zockerbude im Schatten des Domes mit der Veräußerung von Kunstwerken zu finanzieren, stößt in NRW und im Bund auf den Protest von Kunstfreunden, Feuilletonisten und deren Lesern. Bisher galt die Regierung Kraft nur als eine Gruppe hoch verschuldeter Habenichtse, die ständig über Geldmangel jammern und Millionen aus Berlin verlangen. Nun hat sie es geschafft, sich auch noch als eine Vereinigung von Kunstbanausen in Verruf zu bringen. Er nimmt ungeahnte Ausmaße an. Es stellt sich nämlich heraus, dass die Regierung gar nicht weiß, wie viele Kunstwerke bei ihrer Spielbankgesellschaft lagern. Klar scheint nur, dass einige unsachgemäß behandelt und auch beschädigt wurden. Es wird langsam Zeit, dass die Landesregierung endlich den Bestand ermittelt. Sie sollte dann auch gleich prüfen, ob und welche Kunstwerke andere Gesellschaften des Landes besitzen. Haben Bielefeld, Dortmund und Siegen schon eine Spielbank? – Ulrich Horn

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8 Kommentare zu “Kunstbanausen”

  1. Günther Hornung sagt:

    Guten Tag,

    ich verfolge ihre Kommentare seit einiger Zeit, überwiegend mit Interesse und aus kritischer Distanz. Dass Sie rechts stehen, ist Ihr gutes Recht. Ihre Kommentare gegenüber der MRW-Landesregierung, der ich nicht nahe stehe, werden aber zunehmend gehässiger. Sie werden unangenehm, und damit kontraproduktiv. „Bisher galt die Regierung Kraft nur als eine Gruppe hoch verschuldeter Habenichtse, die ständig über Geldmangel jammern und Millionen aus Berlin verlangen.“ Wer so etwas schreibt, erzeugt Anitpathie – gegen sich selbst.

    • Ulrich Horn sagt:

      Guten Tag, Herr Hornung,

      vielen Dank für ihren bedenkenswerten Hinweis. Wenn sich Fehlleistungen häufen, kann man schon mal schroff werden. Dennoch sollte man einnehmend wirken, da haben Sie schon recht.

      Unangenehm ist eigentlich der Satz: „Bisher tat sich das größte Bundesland vor allem als einer der größten Schuldner der Republik hervor.“ Er schließt alle Landesregierungen ein. Der von Ihnen monierte Satz folgt aus diesem Vorgänger und ist nur dessen Illustration, wie sie im politischen Alltag deutlich wird, ohne dass sich Lösungen zeigen.

      Die Frage, wo rechts und links ist, hängt wohl davon ab, wo man die Mitte definiert. Wahrscheinlich haben wir über deren Position unterschiedliche Auffassungen.

  2. […] la Hannelore Kraft…FAZ NRW: Das Geplärre um die Kunst…FAZ NRW: Kunstbanausen…Post von Horn NRW: Fan-Krawall verdirbt Erfolgsbilanz der Polizei…Welt Ruhrgebiet: Konjunktur im […]

  3. Roland Appel sagt:

    100 Millionen € , meldete heute morgen der Deutschlandfunk, könne die Versteigerung zweier Warhol-Werke in New York bringen. Da muss es der Bürgerin doch schwindelig werden und sie fragt sich, wieso so etwas nicht bekannt ist. Zierten die Werke unerkannt das Büro irgendwelcher Spielbankiers, schmückten sie gar die Pförtnerloge oder vergammelten sie einfach nur im Keller? Und wie kommt sowas in die Finger der Landesgesellschaft? Wo gehört der Gewinn hin? In den Landeshaushalt! Und wenn etwas anzuschaffen oder zu bauen unnötig ist, dann ist das ein weitere Klitsche zur Förderung der Spielsucht. Hörsäle und Schulen sind in einem katastrophalen Zustand. Vielleicht sollte es mal einer dem Finanzminister stecken. Am besten „Streng Geheim“ – damit er es auch liest.

  4. Johannes Fischer sagt:

    Nachdem bereits vor anderthalb Jahren die Gelder für die Denkmalpflege von der Landesregierung zusammengestrichen und der Archäologie in NRW der finanzielle Boden genommen wurde, kann man sich über den Verkauf der beiden Warhol-Bilder zwar empören, aber nicht wirklich wundern. Er reiht sich quasi nahtlos ein im Umgang der Landesregierung mit ihren Kunst- und Kulturschätzen.

    Politisch zu verantworten hat den Verkauf Ralf Jäger, auch wenn sich Volkes Wut und Empörung derzeit an Hannelore Kraft entlädt, allerdings hat Jäger mit seinen Flüchtlingen derzeit genug Stress am Balg.

    Aber egal, ob nun der Dusiburger Jäger („Wir wollen das Glücksspiel in geordnete Bahnen lenken“ – KStA vom 29.01.2013) oder die Mülheimerin Kraft („Warhol-Werke sind kein nationales Kulturgut“ DeutschlandRadioKultur vom 17.10.2014) für den Skandal verantwortlich ist, wird man zur Kenntnis nehmen müssen, dass sich das Verständnis von Kunst und Kultur der politischen Elite in NRW nur zwischen Förderturm und Stahlwerkkathedrale zu bewegen scheint und über Steigerlied und Grönemeyersong wohl auch in Zukunft nicht hinauskommen wird. Warhol ist halt keine Industriekultur, genauso wenig wie das ganze Gedönse aus Mittelalter und Römerzeit.

  5. Martin Böttger sagt:

    Irgendwie sind wir NRWler doch immer noch ziemlich reich, wenn wir mal eben 100 Mio. in einem Aachener Keller finden. Den meisten Menschen wird doch wohl wg. dieser Unverhältnismässigkeiten schwindelig. Solche Kunstwerke erzielen solche Preise, weil es genügend Menschen gibt, die sie für diesen Preis erwerben wollen und können, ohne ihren Lebensstandard einschränken zu müssen. Es ist also ziemlich viel Geld vorhanden (darum auch die explodierenden Immobilien-Preise und -mieten). Alles redlich „verdient“?

  6. Düsseldorfer sagt:

    Wie ich lesen konnte, wurde die Kunst von der Spielbank als „Ausstattung“ gekauft und auch so behandelt. Dabei kam es zu Schäden an den Bildern. Meines Erachtens sollte das Land eine Inventur veranlassen und sich berichten lassen, wo sonst noch Kunst im Hause vor sich hin fristet und möglicherweise unsachgemäß behandelt wird. Unglaublich, dass so hochkarätige Werke in diesem Land so schmählich behandelt und dann so fadenscheinig verhökert werden. Die Sozialdemokratie im Lande NRW hat zur Zeit offenbar mehr mit der „Kreativwirtschaft“ im Sinn, weil sich damit den leichtgläubigen Wählern etwas Strukturwandel vorgaukeln lässt.

  7. katharina sagt:

    Einerseits
    Solche Schätze in Spielbanken verstecken oder vergammeln lassen. Fassungslos. Wie ignorant und elitär.
    Da haben wir solche Schätze in NRW, und die Politik weiß es nicht oder will es nicht wissen. Und nutzt es nicht.
    Welche Möglichkeiten für verschiedene Museen in NRW.
    Lehmbruck-Museum in Duisburg mit solchen Anziehungspunkten.
    Welcher Andrang von Gästen aus aller Welt, schlicht gesagt, welch ein Knüller.

    Andererseits
    Wenn einem die Schulden über den Kopf wachsen – Ursache jetzt mal außen vor – muß man schon mal an das Tafelsilber und den Verkauf in Erwägung ziehen.
    Aber VERKAUFEN, nicht VERRAMSCHEN.
    Wenn es dem Land hilft und wir können verfolgen, wo der Erlös hinkommt, OK.
    Der Erlös für Bildung und Kultur bitte schön. OK.
    Besser so, als wenn NRW zusammenbricht.

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