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Nebenbei

  • Nackenschlag zu Neujahr

    Seit Anfang Dezember sind die beiden SPD-Chefs im Amt. Seither suchen sie nach Autorität. Sie wehren sich, Handlanger von Jusos-Chef Kühnert zu sein, und geben viele Erklärungen ab. Esken wirkt noch etwas gehemmt. Walter-Borjans, seit jeher sein eigener Pressesprecher, hantiert routinierter. Kaum ein Thema, zu dem er schweigt. Sein Spektrum reicht vom Kassenbon über die Geschäfte, mit denen sich die WestLB unter seiner Aufsicht in Verruf brachte, bis hin zur neuen Ostseepipeline, die sein Vor-, Vor-, Vor-, Vor-, Vor-, Vor-, Vor-, Vor-, Vor-, Vorgänger Schröder beaufsichtigt. Auch die Rolle der SPD weiß Walter-Borjans zu definieren. „Sozialdemokratie notwendiger denn je“, heißt es bei ihm auf Twitter. Er und Esken kamen an ihre Posten mit der Verheißung, die Großen Koalition zu verlassen. Inzwischen dämmert ihnen wohl, dass die Behauptung, die SPD sei unverzichtbar, und der Koalitionsbruch sich widersprechen. Über ihn reden sie kaum noch. Ihr Generalsekretär Klingbeil dagegen sieht Klärungsbedarf. Er sagt den Koalitionsbruch endgültig ab. Für die SPD-Chefs, die nach Autorität streben, ein herber Nackenschlag. Alle ihre Forderungen verlieren nun ihr Sprengpotenzial. Etliche Wähler dürften die beiden SPD-Chefs nun für Maulhelden, wenn nicht gar für Rosstäuscher halten. Deutlich wird auch: Mit ihrer Autorität ist es nicht weit her. Machtfragen beantworten nicht sie, sondern ihr Generalsekretär. Kaum einen Monat sind sie im Amt, und schon stellt sich die Frage: Wie lange wird es dauern, bis Klingbeil (oder Kühnert) an ihre Stelle rückt? – Ulrich Horn

König Fußball

Donnerstag, 7. November 2013

Nebenbei

(uh) Der arme Herr Hoeneß. Dass nun die Anklage zugelassen wurde, behagt dem geständigen Steuerhinterzieher nicht. Das kann man nachvollziehen. Hat er eine Straftat begangen, muss er bestraft werden. Ohne Ansehen der Person, versteht sich. Wir leben nicht im Feudalismus, auch wenn sich der Fußball gern als König sieht, einen Kaiser und sogar einige Götter hat. Hoeness’ Lebensleistung ist kein Grund zur Strafminderung. Worin besteht seine Leistung denn? Er tut, was viele Tausend Mittelständler tun: ein Unternehmen, in diesem Fall einen Fußball-Verein, erfolgreich führen. Aufmerksamkeit erregt das, weil schlecht geführte Betriebe in der Fußball-Branche die Regel sind. Da wird das Selbstverständliche schnell zur Sensation. Der Bayern-Aufsichtsrat reagiert auf die Zulassung der Anklage, indem er Hoeneß das Vertrauen ausspricht. Man könnte meinen, das wahre Gericht sei nicht das Gericht, sondern dieser Aufsichtsrat. Dabei haben sich seine Mitglieder längst bis auf die Knochen diskreditiert. Die Spitzenmanager von Adidas, Audi, VW und Telekom verstoßen beim FC  Bayern gegen Regeln, denen sie in ihren Unternehmen Geltung verschaffen müssen. Kumpanei statt Kontrolle? Warum bringen sich diese Manager in Verruf und erwecken den Eindruck, es gebe ein VIP-Recht? Kann es sein, dass sie in ihrem beruflichen und sozialen Umfeld wie im Feudalismus leben? Auch der Kaiser nährt den Verdacht. Beckenbauer meint, Hoeneß verdiene wie jeder eine zweite Chance. Einverstanden. Aber bitte nicht vor, sondern nach dem Urteil, und zwar dem des Landgerichts München II.

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5 Kommentare zu “König Fußball”

  1. Martin Böttger sagt:

    Warum sich diese Manager in Verruf bringen? Weil es eine Veranlassung dazu gibt. Was könnte das sein? Z.B. dass Hoeneß etwas über sie weiß, von dem sie wünschen, dass er es nicht öffentlich macht. Er könnte z.B. nicht auf alleinige Verantwortung, sondern in deren Auftrag gehandelt haben. Dann könnten sie ihn kaum dafür strafen.

  2. katharina sagt:

    Warum ist Hoeneß so überrascht?

    Er hat viel Geld gespendet. Ein Sponsor.
    Die dürfen dann im Gegenzug alles.

    Die mit den „Großen und Dicken“ Geldbörsen sind doch fern von Gut und Böse und merken es schon nicht mehr.
    Abgehoben und in einer Welt, in der „kleinbürgerliche“
    Richtlinien, Gesetze und Werte futsch sind.
    Hoeneß merkt es nicht und fühlt sich sogar noch ungerecht behandelt.
    Der brauchte und braucht den Schuß vor dem BUG.
    Vielleicht wird er ja noch wach und einsichtig???

    Gruß Katharina

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