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Nebenbei

  • Schröder: Vom Kanzler zum Würstchen

    Wie viele Menschen haben wohl bedauert, dass sie der SPD 1998 ihre Stimme gaben und mit ihr deren Spitzenkandidaten Schröder zum Kanzler machten? Beschweren können sie sich nicht. Er lebte seine Schwächen schon vor seiner Kanzlerschaft hemmungslos öffentlich aus. Bereits damals war das Bild, das er von sich prägte, weniger von seiner Politik als von seinem Verhalten im Umgang mit Parteifreunden und seiner Partei bestimmt. Es stieß ab. Man musste nur hinschauen. Heute kann man sagen: Er hat einen wesentlichen Beitrag zum Verfall der Sitten in der SPD und zum Niedergang der Partei geleistet. Bezeichnend auch, dass er als Kanzler jenen Job kreierte, der ihm nach dem Abschied aus dem Amt den lang ersehnten Wohlstand brachte. Um in dessen Genuss zu kommen, schreckt der Ex-Kanzler nicht davor zurück, dem russischen Diktator Putin zu dienen. Dass ihn die Bild-Zeitung, deren Gunst er als Kanzler suchte, heute als Putins Pudel abbürstet, kommt wohl der Ansicht nahe, die viele Bürger von Schröder haben. Zu den Missständen in Russland, Weißrussland und der Türkei, die in die EU ausstrahlen, hört man von ihm kein Wort. Wohl aber kämpft er darum, dass VW in seinen Betriebskantinen die Currywurst nicht abschafft. Schröder war ein Profiteur sozialdemokratischer Bildungspolitik: Er brachte es vom Kind armer Leute zum Kanzler. Dann machte sich der Kanzler zu Putins Rudel, und nun macht sich Putins Pudel zum Würstchen. Welch eine Laufbahn! – Ulrich Horn

König Fußball

Donnerstag, 7. November 2013

Nebenbei

(uh) Der arme Herr Hoeneß. Dass nun die Anklage zugelassen wurde, behagt dem geständigen Steuerhinterzieher nicht. Das kann man nachvollziehen. Hat er eine Straftat begangen, muss er bestraft werden. Ohne Ansehen der Person, versteht sich. Wir leben nicht im Feudalismus, auch wenn sich der Fußball gern als König sieht, einen Kaiser und sogar einige Götter hat. Hoeness’ Lebensleistung ist kein Grund zur Strafminderung. Worin besteht seine Leistung denn? Er tut, was viele Tausend Mittelständler tun: ein Unternehmen, in diesem Fall einen Fußball-Verein, erfolgreich führen. Aufmerksamkeit erregt das, weil schlecht geführte Betriebe in der Fußball-Branche die Regel sind. Da wird das Selbstverständliche schnell zur Sensation. Der Bayern-Aufsichtsrat reagiert auf die Zulassung der Anklage, indem er Hoeneß das Vertrauen ausspricht. Man könnte meinen, das wahre Gericht sei nicht das Gericht, sondern dieser Aufsichtsrat. Dabei haben sich seine Mitglieder längst bis auf die Knochen diskreditiert. Die Spitzenmanager von Adidas, Audi, VW und Telekom verstoßen beim FC  Bayern gegen Regeln, denen sie in ihren Unternehmen Geltung verschaffen müssen. Kumpanei statt Kontrolle? Warum bringen sich diese Manager in Verruf und erwecken den Eindruck, es gebe ein VIP-Recht? Kann es sein, dass sie in ihrem beruflichen und sozialen Umfeld wie im Feudalismus leben? Auch der Kaiser nährt den Verdacht. Beckenbauer meint, Hoeneß verdiene wie jeder eine zweite Chance. Einverstanden. Aber bitte nicht vor, sondern nach dem Urteil, und zwar dem des Landgerichts München II.

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5 Kommentare zu “König Fußball”

  1. Martin Böttger sagt:

    Warum sich diese Manager in Verruf bringen? Weil es eine Veranlassung dazu gibt. Was könnte das sein? Z.B. dass Hoeneß etwas über sie weiß, von dem sie wünschen, dass er es nicht öffentlich macht. Er könnte z.B. nicht auf alleinige Verantwortung, sondern in deren Auftrag gehandelt haben. Dann könnten sie ihn kaum dafür strafen.

  2. katharina sagt:

    Warum ist Hoeneß so überrascht?

    Er hat viel Geld gespendet. Ein Sponsor.
    Die dürfen dann im Gegenzug alles.

    Die mit den „Großen und Dicken“ Geldbörsen sind doch fern von Gut und Böse und merken es schon nicht mehr.
    Abgehoben und in einer Welt, in der „kleinbürgerliche“
    Richtlinien, Gesetze und Werte futsch sind.
    Hoeneß merkt es nicht und fühlt sich sogar noch ungerecht behandelt.
    Der brauchte und braucht den Schuß vor dem BUG.
    Vielleicht wird er ja noch wach und einsichtig???

    Gruß Katharina

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