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Nebenbei

  • Auf Merz ist Verlass

    Eines muss man Friedrich Merz lassen: Auf ihn ist Verlass. Sobald es darauf ankommt, übermannen ihn Aussetzer. 2002 verlor er den Fraktionsvorsitz. Er kam nicht auf die Idee, sich die Hilfe von CSU-Chef Stoiber zu sichern. Wohl aber Merkel. Sie gab Stoiber für den Fraktionsvorsitz die Kanzlerkandidatur. Merz schaute in die Röhre. Als er 2018 gegen Kramp-Karrenbauer um den CDU-Vorsitz kandidierte, vergaß er, Teile der Jungen Union an sich binden. Seine Kandidatenrede fanden selbst seine Fans miserabel. Die Konkurrentin gewann. Wieder schaute er in die Röhre. Derzeit kämpft er erneut um den CDU-Vorsitz, diesmal gegen Laschet und Röttgen. Was passiert? Er patzt. Er rückt Schwule in die Nähe von Pädophilen. Prompt steht er mitten im Shitstorm und als Mann von vorgestern da. Er hat gute Aussichten, bei der Wahl wieder in die Röhre zu schauen. Selbst seine Fans sollten inzwischen wissen: Merz tut nichts, wenn er handeln müsste. Er versagt, wenn er die richtigen Worte sprechen müsste. Er plappert drauf los, wenn er den Mund halten sollte. Man fragt sich: Wie kommen Leute in der CDU nur auf die Idee, ein Mann wie er, der noch nie ein Regierungsamt innehatte und im entscheidenden Moment zu versagen pflegt, könnte die Union hinter sich vereinen, Deutschland führen, Europa zusammenhalten, beide durch Krisen führen und sie zwischen China, Russland und den USA über Wasser halten? – Ulrich Horn

König Fußball

Donnerstag, 7. November 2013

Nebenbei

(uh) Der arme Herr Hoeneß. Dass nun die Anklage zugelassen wurde, behagt dem geständigen Steuerhinterzieher nicht. Das kann man nachvollziehen. Hat er eine Straftat begangen, muss er bestraft werden. Ohne Ansehen der Person, versteht sich. Wir leben nicht im Feudalismus, auch wenn sich der Fußball gern als König sieht, einen Kaiser und sogar einige Götter hat. Hoeness’ Lebensleistung ist kein Grund zur Strafminderung. Worin besteht seine Leistung denn? Er tut, was viele Tausend Mittelständler tun: ein Unternehmen, in diesem Fall einen Fußball-Verein, erfolgreich führen. Aufmerksamkeit erregt das, weil schlecht geführte Betriebe in der Fußball-Branche die Regel sind. Da wird das Selbstverständliche schnell zur Sensation. Der Bayern-Aufsichtsrat reagiert auf die Zulassung der Anklage, indem er Hoeneß das Vertrauen ausspricht. Man könnte meinen, das wahre Gericht sei nicht das Gericht, sondern dieser Aufsichtsrat. Dabei haben sich seine Mitglieder längst bis auf die Knochen diskreditiert. Die Spitzenmanager von Adidas, Audi, VW und Telekom verstoßen beim FC  Bayern gegen Regeln, denen sie in ihren Unternehmen Geltung verschaffen müssen. Kumpanei statt Kontrolle? Warum bringen sich diese Manager in Verruf und erwecken den Eindruck, es gebe ein VIP-Recht? Kann es sein, dass sie in ihrem beruflichen und sozialen Umfeld wie im Feudalismus leben? Auch der Kaiser nährt den Verdacht. Beckenbauer meint, Hoeneß verdiene wie jeder eine zweite Chance. Einverstanden. Aber bitte nicht vor, sondern nach dem Urteil, und zwar dem des Landgerichts München II.

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5 Kommentare zu “König Fußball”

  1. Martin Böttger sagt:

    Warum sich diese Manager in Verruf bringen? Weil es eine Veranlassung dazu gibt. Was könnte das sein? Z.B. dass Hoeneß etwas über sie weiß, von dem sie wünschen, dass er es nicht öffentlich macht. Er könnte z.B. nicht auf alleinige Verantwortung, sondern in deren Auftrag gehandelt haben. Dann könnten sie ihn kaum dafür strafen.

  2. katharina sagt:

    Warum ist Hoeneß so überrascht?

    Er hat viel Geld gespendet. Ein Sponsor.
    Die dürfen dann im Gegenzug alles.

    Die mit den „Großen und Dicken“ Geldbörsen sind doch fern von Gut und Böse und merken es schon nicht mehr.
    Abgehoben und in einer Welt, in der „kleinbürgerliche“
    Richtlinien, Gesetze und Werte futsch sind.
    Hoeneß merkt es nicht und fühlt sich sogar noch ungerecht behandelt.
    Der brauchte und braucht den Schuß vor dem BUG.
    Vielleicht wird er ja noch wach und einsichtig???

    Gruß Katharina

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