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Nebenbei

  • Schwindende Scheinblüte

    Was denken sich die Wähler? Vor einem Jahr gaben sie der SPD bei Forsa 14 Prozent. Drei Monate später, bei der Bundestagswahl, machten sie die Partei mit 25,7 Prozent zur stärksten Kraft. Da die Union handlungsunfähig war, konnte SPD-Kandidat Scholz Kanzler werden. Heute, neun Monate nach der Wahl, befindet sich seine Partei auf dem Abstieg. Während Union und Grüne in Umfragen die absolute Mehrheit erreichen, ist die Kanzlerpartei auf dem Rückweg unter die 20-Prozent-Marke. Bei Forsa hat sie es bereits geschafft. Ihr Ergebnis bei der Bundestagswahl hat sich als Scheinblüte erwiesen. Die SPD droht wieder bei 14 Prozent zu landen. Scholz trägt das Seine bei. Er tritt in jüngster Zeit häufig auf. Dennoch rauschen auch seine Werte abwärts. Ob seine Auftritte den Niedergang forcieren oder mildern – wer weiß es? Sicher scheint, dass sich der Abwärtstrend der SPD beschleunigen dürfte, verlöre sie die nächste Landtagswahl am 9. Oktober in Niedersachsen. Sollte sich dort wie jüngst in Schleswig-Holstein und NRW eine schwarz-grüne Koalition bilden, könnte die SPD in Brand geraten. Es wäre an der Zeit, sich nach Hydranten und Wasserschläuchen umzuschauen. Auch in Niedersachsen sinken die Werte der SPD, während die der Union und der Grünen steigen. – Ulrich Horn

Tom Buhrows Erfolg

Dienstag, 25. Juni 2013

Medien

(uh) Tom Buhrow wird ein erster Erfolg als WDR-Intendant zugeschrieben. Dabei hat er das Amt noch gar nicht angetreten. Er gewann den New Yorker ARD-Büroleiter Roth (61) für die Tagesthemen-Moderation. Der Posten, den Buhrow bis vor kurzem selbst inne hatte, steht dem WDR zu. Dort wird erwartet, dass die Interessen des Senders gewahrt bleiben. Dass Buhrow dies schaffte, hat seinen Preis. Zahlen müssen ihn Roth, Zamperoni und die Gebührenzahler.

Gegen die übliche Laufrichtung

Als erste Besetzung für den Tagesthemen-Job galt Zamperoni. Er ist als qualifiziert. Er ist jung. Er könnte die Tagesthemen für jüngere Leute attraktiv machen. Roth kam ins Spiel, weil Zamperoni ein Handicap hat: Er arbeitet beim NDR. Hätte Buhrow ihn zugelassen, hätte er sich dem Vorwurf ausgesetzt, die Interessen des WDR zu missachten.

Weil sich Buhrow diese Kritik nicht zuziehen will, muss Zamperoni zurückstecken und sich mit der Rolle des Junior-Moderators zufrieden geben. Der Generationswechsel bei den Tagesthemen vollzieht sich gegen die übliche Laufrichtung. Ob das der Sendung bekommt?

Auch Roth kann nicht zufrieden sein. Er sah in New York seinem nahen Ruhrstand entgegen. Als ihn Buhrow als Teilzeit-Moderator für die Tagesthemen ins Spiel brachte, entstand der Eindruck, der Büroleiter-Posten in den USA fülle Roth nicht aus. Er könne nebenher als Pendler zwischen New York und Hamburg locker die Tagesthemen-Moderation als Zweitjob erledigen.

Nur eine Übergangslösung

Damit stand Roth in New York zur Disposition. Die Pendel-Variante diente dazu, ihn ins Spiel zu bringen. Sie stieß erwartungsgemäß auf Widerstand. Hätte sich Roth gegen den Wechsel nach Hamburg gewehrt, wäre seine Arbeit in New York zum Thema geworden. Nun soll er in Hamburg noch einmal richtig ran, eine Übergangslösung, die sich für den WDR opfern muss. Wenn Roth in drei Jahren pensioniert wird, soll ihn Zamperoni beerben.

Buhrow hat sich nicht nur Kritik im WDR erspart, sondern sich obendrein die Chance verschafft, das New Yorker Büro neu zu besetzen. Die Stadt ist Zentrum des großen Geldes. Und sie setzt Trends. Von ihnen war in den vergangenen Jahren zu wenig zu sehen. Das kann Buhrow nun ändern.

Eine weitere Planstelle

Der Gebührenzahler stellt erstaunt fest, dass der neue Intendant des zu teuren WDR vor allem einen Effekt erzielte: Er schuft eine weitere Stelle bei den Tagesthemen. Für jemanden, der wie Buhrow sein Amt noch gar nicht angetreten hat und demnächst in seinem Sender sparen muss, ein bemerkenswertes Resultat.

Er hat nun drei Jahre lang Zeit, sich zu überlegen, was er tun will, wenn Roth 2016 in Pension geht. Entfällt mit ihm auch seine Stelle? Dann hätte der NDR bei den Tagesthemen mit Miosga und Zamperoni beide verbleibenden Moderatoren-Posten besetzt. Buhrow müsste einem von ihnen einen anderen Platz anbieten, um jemanden vom WDR bei den Tagesthemen unterzubringen. Bleibt jedoch Roths Stelle bestehen, ist das kein Problem. Auf welche Lösung wird es wohl hinauslaufen?


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Ein Kommentar zu “Tom Buhrows Erfolg”

  1. Detlef B.O. Ellebracht sagt:

    Hallo,
    ihr Vorstands-Mitarbeiter des WDRs. Wir leben doch in einem freiheitlichen demokratischen Land, hier in der BRD?
    Obliegen diese Vorgehensweisen beim WDR der Demokratie?

    Ich bedanke mich im Voraus für Ihre Antwort.

    MfG
    detlef ellebracht

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