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Nebenbei

  • Lösung für Berlins Krise

    Berlin, so ist zu lesen, wächst jährlich um 40.000 Menschen. Der Andrang überfordert den Senat der Hauptstadt. Ihre Infrastruktur hält nicht Schritt. Es mangelt an Wohnungen. Sie sind knapp und teuer geworden. Den Plan, hohe Mieten stark zu deckeln, musste die rot-rot-grüne Koalition abschwächen. Er wird Berlins Wohnungsproblem nicht lösen. Die CDU schlägt nun vor, für einige Jahre den Zuzug nach Berlin zu unterbinden. Auch dieser Plan wird wohl nicht umgesetzt. Auch er wird Berlins Problem nicht mildern. Alle Pläne gegen die Berliner Krise kranken daran, dass sie sich nur mit Symptomen befassen. Es wäre längst an der Zeit, Berlins Problem an der Wurzel zu packen. Die Stadt ist offensichtlich ihrer Rolle als Hauptstadt nicht gewachsen. Ihr Problem verschärfte sich, als die Bundesregierung von Bonn nach Berlin zog. Seither wirkt Berlin auf viele Bürger wie ein Magnet. Die Krise der Stadt wäre schlagartig behoben, wenn der Bundestag und die Bundesregierung nach Bonn zurückkehrten. Der Zustrom der Bürger nach Berlin würde verebben, die Mieten würden sinken, der Wohnungsmarkt würde durchlüftet. Sogar der Bau des Berliner Flughafens könnte eingestellt und der Airport zur Gedenkstätte umgewandelt werden. Mit dem Geld, das sich dort einsparen lässt, könnte die Rückkehr des Parlaments- und Regierungsapparates nach Bonn finanziert werden. Damit sich Berlin nicht geplündert vorkäme, sollten der Bundespräsident und die Geheimdienste in Berlin bleiben. Und natürlich sollte das große nationale Feuerwerk in der Silvesternacht dann nicht auf dem Bonner Marktplatz, sondern wie bisher am Brandenburger Tor abgebrannt werden. – Ulrich Horn

     

Klingbeils Knieschuss

Mittwoch, 24. Juli 2019

Nebenbei

Die SPD kennt und nennt viele Gründe für ihren Niedergang. Die Arbeiterklasse ist geschrumpft. Die Angestellten, Praktikanten und Arbeitslosen sind schwer zu gewinnen und noch schwerer bei der Stange zu halten. Die Grünen, die Linke, die AfD und die CDU haben die SPD viele Mitglieder, Anhänger und Wähler gekostet. Der Königsgrund aber ist die Behauptung, Merkel habe die SPD kaputtgemacht.Alle diese Gründe haben eines gemein: Sie liegen außerhalb der Partei. Sie erscheinen als eine Kette widriger Umstände. Diese weitverbreitete Ansicht dient der Partei dazu, sich von der Verantwortung für sich selbst und ihre prekäre Lage zu entlasten. In keiner anderen Partei ist diese Kunst so hoch entwickelt. Sie ist der eigentliche Grund für ihren Niedergang. Die SPD hat die Fähigkeit, sich selbst zu schaden, zur Meisterschaft entwickelt. Die jüngste Kostprobe lieferte ihr Generalsekretär Klingbeil in der Diskussion um die Finanzierung der Bundeswehr ab. Wie er sich und der Partei ins Knie schoss, erläutert Marc Felix Serrao von der Neuen Zürcher Zeitung hier.Ulrich Horn

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7 Kommentare zu “Klingbeils Knieschuss”

  1. Danke für den Link! Was lernen wir daraus? 1. Klingbeil scheint im eigenen Oberwasser die Frischluftzufuhr auszugehen 2. Wir können uns auf den Herbst freuen, wenn es wieder heißt „Die SPD sucht den Superstar“ Teil 13 und 3. Merkel versteht ihr Handwerk, die deutschen Journalisten dagegen zeigen nur bedingte Einsatzbereitschaft.

  2. Markus sagt:

    Wie auch immer man es dreht und wendet: Es sind viele Fehler gemacht worden! Aber für Merkel unentwegt den Steigbügelhalter zur Macht abzugeben, weil Opposition Mist sei (Müntefering), ist einer der größten Fehler der Genossen gewesen und einer Volkspartei unwürdig.

  3. Roland Appel sagt:

    Die Tatsache, dass sich bei Tichy ein zunehmend populistisches bis rechtsextremes Teilnehmerspektrum aufhält, hat nichts mit der „Qualität“ seines Journalismus zu tun, sondern damit, dass mit rechtem Schmuddelgewäsch, dumpfbackigem Ungeist und Rassismus viel Geld zu verdienen ist. Er hat als Alibi mal den einen oder anderen Artikel von mir übernommen – was dann da anschließend an Haßkommentaren drunter stand, spottet jeder Beschreibung. Aber zurück zu AKK: Wenn die SPD mitregiert, hat sie es doch in der Hand, wie der Haushalt aussieht. Und dass die berühmten 2% purer Blödsinn sind, zeigt doch allein die Tatsache, dass allein der deutsche Rüstungsetat dann größer wäre, als der Rußlands. Wer kann das wollen?
    Die Rüstungsausgaben aller 29 NATO-Staaten beliefen sich 2018 auf rund 963 Milliarden Dollar. Die Rüstungsausgaben Russlands lagen 2018 bei 61 Milliarden Dollar. Quelle: SIPRI

    Quelle: SIPRI

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