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Nebenbei

  • Auf Merz ist Verlass

    Eines muss man Friedrich Merz lassen: Auf ihn ist Verlass. Sobald es darauf ankommt, übermannen ihn Aussetzer. 2002 verlor er den Fraktionsvorsitz. Er kam nicht auf die Idee, sich die Hilfe von CSU-Chef Stoiber zu sichern. Wohl aber Merkel. Sie gab Stoiber für den Fraktionsvorsitz die Kanzlerkandidatur. Merz schaute in die Röhre. Als er 2018 gegen Kramp-Karrenbauer um den CDU-Vorsitz kandidierte, vergaß er, Teile der Jungen Union an sich binden. Seine Kandidatenrede fanden selbst seine Fans miserabel. Die Konkurrentin gewann. Wieder schaute er in die Röhre. Derzeit kämpft er erneut um den CDU-Vorsitz, diesmal gegen Laschet und Röttgen. Was passiert? Er patzt. Er rückt Schwule in die Nähe von Pädophilen. Prompt steht er mitten im Shitstorm und als Mann von vorgestern da. Er hat gute Aussichten, bei der Wahl wieder in die Röhre zu schauen. Selbst seine Fans sollten inzwischen wissen: Merz tut nichts, wenn er handeln müsste. Er versagt, wenn er die richtigen Worte sprechen müsste. Er plappert drauf los, wenn er den Mund halten sollte. Man fragt sich: Wie kommen Leute in der CDU nur auf die Idee, ein Mann wie er, der noch nie ein Regierungsamt innehatte und im entscheidenden Moment zu versagen pflegt, könnte die Union hinter sich vereinen, Deutschland führen, Europa zusammenhalten, beide durch Krisen führen und sie zwischen China, Russland und den USA über Wasser halten? – Ulrich Horn

Klatsche für alle Transusen

Dienstag, 22. September 2020

Nebenbei

Deutsche Politiker schimpfen oft, Italien sei nicht reformbereit. Nun zeigen die Italiener, was eine Harke ist. Per Referendum zwingen sie ihre Politiker, das Parlament in Rom drastisch zu verkleinern. Seine beiden Kammern müssen um mehr als ein Drittel auf 600 Sitze schrumpfen. Die Italiener machten ihren Politikern klar, wer Herr im Haus ist. Diese Klatsche trifft auch die Bundestagsabgeordneten. Träge, wie sie sind, bringen sie es seit Jahren nicht fertig, den Bundestag zu verkleinern. Er hat längst eine perverse Größe erreicht. Er müsste dringend auf ein sittlich vertretbares Maß reduziert werden. In Deutschland gibt es bundesweite Referenden nicht. Doch auch ohne sie ließen sich transusige Abgeordnete auf Trab bringen. Die jungen Leute der Bewegung Fridays for Future haben es vorgemacht. Seit sie jeden Freitag demonstrierten, wird der Klimawandel ernst genommen. Sie sind nicht die Einzigen, die über saumselige Politiker klagen. Schülern und Lehrern zum Beispiel geht die Modernisierung der Schulen und des Unterrichts zu langsam voran. In Deutschland wird für manchen Quatsch demonstriert. Selbst Kleinstgruppen mit abstrusen Anliegen finden riesige Beachtung. Man kann den Schülern nur raten: Geht einen Tag pro Woche bundesweit für größeres Tempo in der Schul- und Bildungspolitik auf die Straße. Der Dienstag wäre ein schöner Tag. Dienst klingt nach Pflicht, der die Politiker offenbar nicht hinreichend nachkommen. – Derzeit müssen sich alle Bürger auf die Pandemie einstellen. Viele sind in ihrer Existenz bedroht und gezwungen, von heute auf morgen ihren Lebensplan zu ändern. Da können sie wohl erwarten, dass die Bundes- und Landtagsabgeordneten, die sich glänzend abgesichert haben, endlich in jeder Hinsicht Gas geben. – Ulrich Horn

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Ein Kommentar zu “Klatsche für alle Transusen”

  1. grafiksammler sagt:

    Schöne Sätze! Halten wir mal fest: neben dem Freitag auch noch dienstags demonstrieren. Dann fallen 40% des Unterrichts aus. Bisher schon glänzen die Schülerdemonstranten durch fehlende Bildung. – Bei nur 20% Unterrichtsausfall wg. Demo. Kommt für 2020 noch der Corona-bedingte Rückstand im Schulstoff hinzu.
    Zu unseren Abgeordneten: Wo bitte in der derzeit lausigen Wirtschaft läßt sich ein Monatseinkommen von mehr als 10000 Euro für jemanden ohne Berufsausbildung erreichen? ( Ja, ja, Grüne und SPD bieten da jede Menge Bewerber für ein Bundestagsmandat an ) Wer eine kapitalistische Lebensplanung ohne Bildungsabschluß hat, sollte sich also dringend um ein Bundestagsmandat bewerben! Und diese (…)truppe will irgendjemand motivieren, sich von 20 oder 30% ihrer Kollegen zu trennen? Es könnte doch jeden dieser verhinderten Hartz IV-Empfänger treffen. Nein, nein, da ist wie bei der Polizei der Korpsgeist intakt. Solange es in Deutschland keinen Bürgerentscheid gibt ( und den verhindert diese Clique im Bundestags ja erfolgreich ) ändert sich hier – NICHTS

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