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Nebenbei

  • Sympathieträger Schulz

    Der SPD-Politiker Schulz ist fast so beliebt wie Kanzlerin Merkel. Da reibt man sich in der Union die Hände und fragt: Wird er nun Kanzlerkandidat? Die Union kann damit zufrieden sein, dass sich Schulz der SPD so stark anbietet. Je höher die Sonne über ihm steht, desto dunkler wird der Schatten, der sich über den geborenen Kanzlerkandidaten und SPD-Chef Gabriel legt. Sollte sich seine Partei dazu verstehen, Schulz zum Kandidaten auszurufen, dürfte das Glück der Union fast vollkommen sein. Gabriel wäre abgemeiert und auf seinem Posten nichts mehr wert. Er könnte seine Sachen packen. Schulz wäre zum Wahlkampfauftakt mit dem Vorwurf belastet, auf die Demontage des Parteichefs hingewirkt zu haben. Noch besser kann es für die Union kommen, wenn Schulz, wie viele in der SPD erwarten, im Wahlkampf Schwächen offenbart. Um seine Sympathiewerte wäre es geschehen. Er hat sie nur, weil er von innenpolitischen Konflikten unberührt ist, als Seiteneinsteiger daherkommt und niemand so recht weiß, wofür er steht. Ginge es nach Beliebtheit, müsste Steinmeier Kanzlerkandidat werden. Für wie viele Prozentpunkte er bei Wahlen gut ist, wissen wir seit seiner Kandidatur 2009. Dass hohe Sympathiewerte nicht erforderlich sind, um Wahlen zu gewinnen, bewies Helmut Kohl. Er gewann Wahl auf Wahl und zerschliss SPD-Kandidaten mit hohen Sympathiewerten und auch manchen Sympathieträger der Union. Dort hoffen viele, dass die SPD nichts aus der Geschichte lernt. Die Erfahrung lehrt: Diese Hoffnung ist nicht unbegründet. – Ulrich Horn

Steinbrücks Zunge

Montag, 9. März 2015

Nebenbei

Um Ex-SPD-Kanzlerkandidat Steinbrück war es lange still. Hat ihn jemand vermisst? Noch gehört er dem Bundestag an. Sitzt er dort ab und an? Er hat gerade ein Buch geschrieben. Nun vermarktet er es, und schon hören wir wieder von ihm, unter anderem auch, dass er einen weiteren Job angenommen hat. Er soll mit einigen Politikern aus der EU die Ukraine modernisieren. Finanziert wird das Projekt von ukrainischen Oligarchen. Steinbrück ist für den Bereich Finanzen zuständig. Dabei hat er eben erst eingeräumt, dass er Probleme mit der Realität hat. „Die Kanzlerkandidatur war ein Fehler“, sagte er. „Ich glaube, dass ich einer ausgeprägten Selbsttäuschung unterlag.“ Er habe sich über- und Merkel unterschätzt, aber auch die Bereitschaft der SPD, für ihn zu kämpfen, und die Stimmung im Land falsch eingeschätzt. Typische Anfängerfehler. Wie konnten sie einem alt gedienten Politiker wie ihm passieren? „Ich war etwas blind“, sagt er – eine Watsche für alle, die sich ihm Wahlkampf für ihn aus dem Fenster lehnten – von Augstein bis zum jüngsten Juso. Da können sich die Bundesbürger nur freuen, dass Steinbrück die Wahl verlor. Wer will schon einen Kanzler, der „ausgeprägten Selbsttäuschungen“ unterliegt? Steinbrück rät der SPD, die Wahlniederlagen 2009 und 2013 aufzuarbeiten, um Fehler zu vermeiden. Der erste Fehler, den es zu unterlassen gilt, wäre wohl, einen Kanzlerkandidaten aufzustellen, der sich – wie Steinbrück – etwas vormacht. Können die ukrainischen Oligarchen sicher sein, mit ihm einen guten Fang gemacht zu haben? Mancher Politiker in Steinbrücks Lage hätte den Mund gehalten. Das aber kann Steinbrück nicht. Er bleibt sich treu. Er trägt nun mal sein Herz auf der Zunge. Manchmal erweckt er sogar den Eindruck, sie sei sein Herz. – Ulrich Horn

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8 Kommentare zu “Steinbrücks Zunge”

  1. […] Steinbrücks Zunge (Post von Horn) – […]

  2. kuba4711 sagt:

    Hundert Prozent Zustimmung.
    Steinbrück entwickelt sich immer mehr zu einem unzumutbaren Politclown.
    Und sein jüngst eingegangener Söldner-Vertrag im Auftrag von ukrainischen Milliardären, der setzt der ganzen politischen Zumutung, die dieser Mann der deutschen Sozialdemokratie abfordert, die Krone auf.
    Nun ist er ganz zum Handlanger des ukrainischen Finanzkapitals verkommen, dem man sogar Verbindungen zur östlichen Mafia unterstellt.
    Peer, was ist aus Dir und der Reste-SPD geworden?

  3. walter dyroff sagt:

    -Der erste Fehler, den es zu unterlassen gilt, wäre wohl, einen Kanzlerkandidaten aufzustellen, der sich – wie Steinbrück – etwas vormacht.-
    Wer stellt in der SPD die Kandidaten auf? Bekommen die Parteimitglieder nicht das Personal, das sie verdienen?
    Haben dem Schröder und dem Gabriel nicht die Mehrheit der Mitglieder zugejubelt? Wer hat Hombach, Steinbrück, Sarrazin, Clement oder den lustigen C. Heil bei Zeiten aus der Partei ausgeschlossen?
    Wer hat sich schützend vor Frau Ypsilanti gestellt?
    Wer erlaubt den transatlantischen Netzwerken, ihre Statisten zu positionieren? Wo stehen die eisernen Besen?
    Und nun muss es der Obama-Berater richten. Wieder einmal wurde der Bock zum Gärtner gemacht.
    Für politisch Interessierte:
    https://www.youtube.com/watch?v=vdiaOW1C6JA
    Wie man einen ungeeigneten Kandidaten zum Präsidenten macht.

  4. Hubertus Bruch sagt:

    Hallo Herr Horn,
    jetzt wird es aber langsam eng in Steinbrücks Portemonnaie, wenn da neben Herz und Leidenschaft auch noch seine Zunge einen Platz mit genügend Beinfreiheit finden will.
    Der Genosse Peer hat seinem Freund SiggiPop einen letzten Bärendienst erwiesen. Ähnlich wie dem ehemaligen Skatbruder Gerd (was macht eigentlich Otto?) bis heute sein Minjob bei Gazprom wie schwarze Patina anhaftet, werden die Konservativen die neuerliche Berufswahl des letzten, leider verkannten High-Potentials der SPD im nächsten Bundestagswahlkampf genüsslich thematisieren.
    Augenscheinlich hat uns der ehemalige Kanzler-nicht-kandidat aber mal wieder bewiesen, wo dessen wahre Stärken waren und sind: Wer es schafft, innerhalb von nur einem Jahr die einfache Mitgliedschaft im Auswärtigen Ausschuss in eine solch klingende Münze umzuwandeln, der hat – wie ich meine – unser aller Respekt verdient!

  5. Roland Appel sagt:

    Willy Brandt und Helmut Schmidt, Egon Bahr und Erhard Eppler, Jochen Vogel und Horst Ehmke waren bzw. sind anscheindend die einzigen seriösen ehemaligen Sozialdemokraten, die nur redeten, bzw. reden, wenn sie Kluges zu sagen haben, und die sich ihre ehemalige Bedeutung bewahrt haben, indem sie zu selbstkritischen Zeitzeugen wurden. Für Genschman, Kinkel, Nobbi Blüm und Heiner Geissler gilt das ähnlich. Diese Menschen sind gereift und können offensichtlich auch von ihren nicht unerheblichen Altersruhebezügen gut leben und manchmal noch einen mahnenden Finger erheben.
    Was für langweilige Spießer!

    Welch ein Abgrund zu den Polit-Prostituierten der SPD: Gerhard Schröder – verkaufte sich an Gazprom&co – Rudolf Scharping – flirtete mit Microsoft und Hunzinger – Bodo Hombach – kroch der Verlegerfamilie der WAZ in den Hintern – Wolfgang Clement – wurde zum bezahlten Rutengänger des Neoliberalismus auf der Soldliste der Arbeitskraftverleiher von ADECCO.

    Und nun Peer Steinbrück auf der Payroll von Oligarchen!

    Ein Stück Tollhaus vom Feinsten: Der von Heide Simonis nur unter der Maßgabe, sich innerhalb einen halben Jahres nach NRW zu verabschieden, als Finanzminister geduldete Steinbrück, (sie kannte seine Fähigkeiten), der hier in NRW stümperte, von Clement als MP-Nachfolger gegen die SPD durchgedrückt, scheiterte, soll nun ohne Apparat die Schwarzen Kassen der Olgarchen ordnen? Was ist das denn Lustiges?
    Also quasi der Ringgeist Gollum, der dem Dunklen Herrscher aus Mordor die Schatzkammer aufräumen soll, wobei Voraussetzung ist, dass er nicht rechnen kann? Krass – die Rolle ist ihm ja wie auf den Leib geschrieben!

    Und dann hält er natürlich nicht den Mund, sondern schreibt ein Buch, worin steht, warum er sich als Zwerg Gimli bei der Kandidatur für den Thron der Elbenherrscherin Merkeliel sowieso nicht wohl gefühlt hat? Ja dadurch, lieber Herr Horn, erhält doch alles erst einen Sinn! (…oh DER würde da auch noch gut mit dazupassen…)

    Dass ich das noch erleben darf! Wirklich großes Kino! Der Mann sollte sich als Comedian versuchen! Vielleicht ist die alte Zigarettenmarke „Peer Export“ inzwischen frei….Es gibt bestimmt Privatsender, die sowas senden, wenn man Sozi ist, gibt es halt immer neue Berufschancen – märchenhaft – Tolkien wäre begeistert!

  6. Düsselbarsch sagt:

    Aber Herr Appel! Sie müssen den armen Gollum ja nicht mögen. Aber ein Ringgeist war er nicht. Diese (Die Neun!) waren bekanntlich ehemalige Könige der Menschen und keine pervertierten Hobbits wie Gollum.

  7. Roland Appel sagt:

    Ja, Sie haben ja recht, nun ist Gollum ja beim Sturz in den feurigen Berg mit dem Ring nachweislich verdampft – also eine Art verdampfter Scheingeist – so wie Dieter Hildebrandt in seinem letzten Programm den Rüttgers der „entwichenen Wichtigkeit“ gezeichnet hat. Der Scheinriese Tutur wäre mir zu konkret gewesen…also: ein verdampfter, pervertierter Hobbit als eine Art Scheingeist in der Oligarchen-Schatzkammer beim Herrn der Schokoladenringe. Richtig? Das kommt doch hin. Da düfte nicht mal Birgit Fischer irgend eine pharmazeutische Wunderwaffe dagegen haben!

  8. Katharina sagt:

    Ist Steinbrück nun fleißig oder geldgierig oder ein arbeitssüchtiger??? Wenn er das verdiente Geld spenden würde, z.B für Kinderprojekte!!! OK, dann wäre mir egal, warum er es tut.
    Die Ukraine ist eingekauft vom Westen und besonders von Amerika. Dieses Volk hat sich verkauft für Geld. Sie wissen es nicht oder merken es noch nicht. Aber das böse Erwachen kommt früher oder später.
    Ein Deutscher mehr, der daran verdient!!!
    Die SPDler vertreten schon lange nicht mehr das „kleine Volk“, die „einfachen Bürger“.
    Eine Enttäuschung mehr oder weniger. Bereitet das der SPD schlaflose Nächte? Nee, sie merken es nicht einmal.
    Geübt im „SCHÖNREDEN“. Weiter so SPD! Ist denn Steinbrück von seiner Partei schon so weit abgerückt, dass er machen kann, was er will. Läßt man ihn machen, fragt er niemanden mehr???
    Wie wäre es mit 18% für diese Partei. Dann käme die Zahl doch noch zum Tragen, obwohl sie für eine andere Partei gedacht war.Ich weiß nicht, soll ich weinen oder lachen? Ist es eine Komödie oder eine Tragödie?

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