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Nebenbei

  • Steinmeier und Yücel

    In der Türkei sitzen viele Dutzend Journalisten im Gefängnis. Unter ihnen befindet sich auch Deniz Yücel, Er ist türkischer und deutscher Staatsbürger. Bundespräsident Steinmeier hat seine erste Rede für einen Appell an den türkischen Präsidenten Erdogan genutzt. „Geben Sie Deniz Yücel frei!“ Eine selbstverständliche und dennoch bemerkenswerte Forderung. Die meisten Bundespräsidenten hielten sich aus der Tagespolitik heraus. Dass Steinmeier anders verfährt, hat ihn viel Lob eingebracht. Es hieß, er sei ein Präsident mit Biss, ein Mann, der klare Kante zeigt. Wem nutzt dieser Auftritt? Zunächst ihm selbst. Die positive Resonanz ermuntert ihn, dem eingeschlagenen Weg zu folgen. Risikolos ist er nicht. Er kann ihn über die Grenze hinausführen, von der an er zum Richter über die Politik der Regierung wird. Genützt hat Steinmeiers Auftritt auch jenen Bürgern, denen er aus dem Herzen sprach. Sie können sich verstanden fühlen. Nützt Steinmeiers Auftritt aber auch Yücel? Erdogan wird wohl den Teufel tun und ihn freilassen. Mit Steinmeiers Appell ist der Fall zur Prestigefrage geworden. Gäbe Erdogan nach, würde er in den Augen seiner Anhänger Schwäche zeigen. Er hätte sich deutschem Druck gebeugt und eingestanden, dass Yücel unrechtmäßig festgehalten wurde. Erdogan verlöre sein Gesicht. Je heftiger er öffentlich bedrängt wird, desto länger wird er Yücel festhalten. Der Journalist wird vermutlich erst freikommen, wenn gewährleistet ist, dass Erdogan sein Gesicht behält. Für Yücel aussichtsreicher wäre es wohl, statt mit öffentlichen Appellen auf diplomatischem Wege Druck auszuüben. Erdogan wird das Gefängnistor erst öffnen, wenn es für ihn teurer wird, Yücel gefangen zu halten als ihn freizulassen. – Ulrich Horn

Führungsfehler

Dienstag, 17. Juni 2014

Nebenbei

(uh) Die NRW-CDU gerät von der Rolle. In Düsseldorf wurde gerade CDU-Oberbürgermeister Elbers in der Stichwahl abgewählt. Nun attackiert CDU-Landeschef Laschet den gestürzten Parteifreund massiv. So etwas hat man in NRW bisher selten erlebt. Elbers habe einen ich-bezogenen Wahlkampf geführt und sich von der Landespartei nicht beraten lassen, kritisiert Laschet. Die NRW-CDU werde es nicht noch einmal zulassen, dass sich ein Oberbürgermeister von den Bürgern entferne und den Wahlkampf zur seiner Privatsache mache. Auch wenn Laschets Urteil über Elbers zutrifft: Die Einsicht des Parteichefs kommt zu spät. Er hätte Elbers vor der Wahl an die Kandare legen müssen, notfalls auf Biegen und Brechen. Das hat Laschet versäumt. Es war ein schwerer Führungsfehler. Nun lädt Laschet die Folgen seiner Unterlassung bei Elbers ab. Der Parteichef will verhindern, dass ihm dessen Niederlage angelastet wird. Vorwürfe gegen Laschet kursieren längst in der Partei. Aus der Welt bekommt er sie mit den Angriffen gegen Elbers nicht. Dass er den Gescheiterten öffentlich attackiert, ist auch nicht besonders klug. Es ist ein weiterer Führungsfehler. Viele Parteifreunde werden sich dieses Vorgehen merken. Es wird die Kommunikation in der Partei belasten und Laschets Autorität nicht gerade stärken.

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2 Kommentare zu “Führungsfehler”

  1. […] NRW: Führungsfehler…Post von Horn […]

  2. […] Führungsfehler von Armin Laschet (Post von Horn) – […]

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