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Nebenbei

  • Armes NRW

    Mehr als eine Woche lang stand in den Kreisen Gütersloh und Warendorf der Lockdown in Rede. Auch wenn er nicht gleich angeordnet wurde, als bei Tönnies das Virus zuschlug: Umsichtige Politik hätte einen Lockdown zumindest in Betracht ziehen müssen. NRW-Ministerpräsident Laschet wehrte ihn zunächst ab. Der Regierungschef tat sich schwer, die Freiheitsrechte erneut einzuschränken. – Doch NRW ist nicht allein auf dieser Welt. Ganz gleich, ob es den Lockdown ausruft oder nicht: Andere Bundesländer gehen so oder so in Deckung. Ihnen reicht die hohe Zahl der Infizierten, um für Besucher aus den Kreisen Gütersloh und Warendorf hohe Hürden aufzurichten. Österreich warnt sogar vor Reisen nach NRW. – Inzwischen hat Laschet doch noch den Lockdown angeordnet und die Bürger in und um Gütersloh und Warendorf aufgerufen, sich testen zu lassen. Die Bürger folgten brav. Das Ergebnis: Bis zu vier Stunden mussten sie am Mittwoch vor einem Testzentrum warten. Die Tester fühlten sich überfordert. Sie schickten die Bürger nach Hause und vertrösteten sie auf Donnerstag. Armes NRW. Zuerst ärgerten sich die Bürger über den erneuten Lockdown. Nun ärgern sie sich darüber, dass die Politiker und die Verwaltungen es nicht fertig brachten, zügiges Testen zu ermöglichen. Genügend Zeit, um entsprechende Vorkehrungen zu treffen, war durchaus vorhanden. – Was lehrt uns das? Erstens: Der Amtsschimmel kann, wenn er nicht gerade eben steht und grast, sich wohl nur im Schritttempo bewegen. Und zweitens: Viele Politiker sind für ihren Job offenbar fehlqualifiziert. Sie ließen sich wählen, obwohl sie gar nicht reiten können – schon gar nicht den Amtsschimmel. – Ulrich Horn

Führungsfehler

Dienstag, 17. Juni 2014

Nebenbei

(uh) Die NRW-CDU gerät von der Rolle. In Düsseldorf wurde gerade CDU-Oberbürgermeister Elbers in der Stichwahl abgewählt. Nun attackiert CDU-Landeschef Laschet den gestürzten Parteifreund massiv. So etwas hat man in NRW bisher selten erlebt. Elbers habe einen ich-bezogenen Wahlkampf geführt und sich von der Landespartei nicht beraten lassen, kritisiert Laschet. Die NRW-CDU werde es nicht noch einmal zulassen, dass sich ein Oberbürgermeister von den Bürgern entferne und den Wahlkampf zur seiner Privatsache mache. Auch wenn Laschets Urteil über Elbers zutrifft: Die Einsicht des Parteichefs kommt zu spät. Er hätte Elbers vor der Wahl an die Kandare legen müssen, notfalls auf Biegen und Brechen. Das hat Laschet versäumt. Es war ein schwerer Führungsfehler. Nun lädt Laschet die Folgen seiner Unterlassung bei Elbers ab. Der Parteichef will verhindern, dass ihm dessen Niederlage angelastet wird. Vorwürfe gegen Laschet kursieren längst in der Partei. Aus der Welt bekommt er sie mit den Angriffen gegen Elbers nicht. Dass er den Gescheiterten öffentlich attackiert, ist auch nicht besonders klug. Es ist ein weiterer Führungsfehler. Viele Parteifreunde werden sich dieses Vorgehen merken. Es wird die Kommunikation in der Partei belasten und Laschets Autorität nicht gerade stärken.

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2 Kommentare zu “Führungsfehler”

  1. […] NRW: Führungsfehler…Post von Horn […]

  2. […] Führungsfehler von Armin Laschet (Post von Horn) – […]

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