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Nebenbei

  • Opposition: Trübe Aussicht

    Über die Probleme, eine Jamaika-Koalition zu bilden, geraten die Schwierigkeiten der Oppositionsparteien ein wenig aus dem Blick. SPD, Linke und AfD sind in sich zerstritten. In allen drei Parteien kämpfen verschiedene Lager gegeneinander (siehe: hier, hier und hier). Vermutlich kommt eher eine Jamaika-Koalition zustande, als dass die Opposition funktionsfähig wird. Reicht es nicht, wenn die Opposition parat steht, sobald die Jamaika-Regierung ihre Arbeit aufnimmt? Schön wär’s. Die Aversionen innerhalb der Linken sind wohl nicht mehr zu heilen. Die AfD zerbröselt, ohne dass ein Ende absehbar wäre, das die Mehrheit der Bürger auch gar nicht wünscht. Und die SPD? Sie will sich das ganze Jahr 2018 mit sich, ihrer Dysfunktion und deren Heilung befassen. Unter diesen Bedingungen wird es der Opposition schwerfallen, der Jamaika-Koalition, wenn sie denn zustande kommt, im nächsten Jahr Dampf zu machen. Derzeit spricht alles dafür, dass sich die Regierung ein Jahr lang Zeit damit lassen kann, in die Gänge zu kommen. Bleibt nur zu hoffen, dass die Probleme der Bürger nicht so lange warten und der nächsten Regierung Beine machen werden. – Ulrich Horn

Ringelpiez

Sonntag, 1. Juni 2014

Nebenbei

(uh) Die Europa-Wahl 2014 offenbart nicht nur den Wählerwillen, sondern an unerwarteter Stelle auch Einfalt. Zeit-Chefredakteur di Lorenzo, der einen deutschen und einen italienischen Pass besitzt, hat zweimal gewählt. Damit nicht genug, teilt er seinen Wahleifer auch noch in Jauchs Talksshow mit. Man könnte seinen Auftritt für einen PR-Gag halten. Er tut so, als hätte er noch nie vom Grundsatz „one man, one vote“ gehört. Erfreulich ist, dass viele Menschen sein Verhalten beanstanden. Ihnen scheint bewusst, dass Wahlen, die diese Bezeichnung verdienen, frei, geheim, gleich, allgemein und unmittelbar sein müssen. Dass etliche Kritiker auf di Lorenzo einhacken, als sei er ein Unhold, ist weniger erfreulich. Sie täten besser daran, seine Einfalt für sich sprechen zu lassen. Dann hätten sie auch Jauch erspart, di Lorenzos Einfalt mit seiner eigenen zu garnieren. Er nennt die Doppelwahl des Chefredakteurs eine „Petitesse“ und die Kritik an ihm „gemein“ und „absurd“. Auch das könnte man für einen PR-Gag halten und Jauch vorwerfen, er selbst blase mit seiner Kritik an den Kritikern eine Petitesse auf. Wir tun das nicht. Statt mit di Lorenzo Ringelpiez mit Anfassen zu spielen, wäre Jauch besser der Frage nachgegangen: Wie viele Menschen mit zwei Pässen europäischer Staaten wählten wie di Lorenzo zweimal?

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4 Kommentare zu “Ringelpiez”

  1. Paule sagt:

    Da es in der EU offenbar bereits zum guten Ton gehört, betrügt jeder jeden: Schulz und Juncker die Wähler, die sie gar nicht wählen konnten. Griechische Milliardäre den deutschen Steuerzahler. Die nicht gewählte GROKO ebenfalls den Wähler,
    der ÖRR seine Kunden inkl. der Wähler, Verfassungsgerichte sich selbst und die Wähler, die USA die ganze Welt. So kommt zusammen, was zusammen gehört.

  2. […] Ringelpiez  | Post von Horn – "Statt mit di Lorenzo Ringelpiez mit Anfassen zu spielen, wäre Jauch besser der Frage nachgegangen: Wie viele Menschen mit zwei Pässen europäischer Staaten wählten wie di Lorenzo zweimal?" […]

  3. Katharina sagt:

    Wie viele Menschen mit zwei Pässen europäischer Staaten wählten wie di Lorenzo zweimal?“ […]
    Diese Frage finde ich vollkommen passend!!! Stand auf der Wahlbenachrichtigung denn ein Hinweis für die Wähler, denn sicher haben viele europäische Wähler eine doppelte Benachrichtigung erhalten. Das so ein Lapsus gerade einem Medienmenschen passiert, zeigt doch nur, Journalisten, Verleger usw. sind auch NUR MENSCHEN.
    Ich hoffe, er bekommt keine Höchststrafe. Im Verhältnis zu Hoeneß und Konsorten ist das ein liebenswerter kleiner Lapsus. Nicht wählen ist ärgerlicher und dümmer.
    Ich grüße Herrn di Lorenzo von hier aus. Soll er kurz schmunzeln und es beim nächsten Mal besser machen.

  4. Katharina sagt:

    Wirklich bemerkenswert und schlimm ist die Tatsache des Rechtsruckes. Das ist nur der Anfang. Kann nur hoffen, dass die politischen Menschen und Parteien aus ihrem Dämmerzustand erwachen und die Problematik erkennen. Was ich hier in Duisburg für rechtsradikalen Mist hören und sehen muß, tut richtig weh. In Duisburg gibt es verstecktes und hinterhältiges NAZI-Denken und Handeln. Aber hier wird alles schöngeredet. Teilweise wird das Prinzip der drei Affen: Nichts hören, nichts sehen und schweigen. Jetzt werden einige Duisburger mich als Netzbeschmutzer betrachten und beleidigt sein.

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