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Nebenbei

  • Geisels Denkmal

    Düsseldorfs Oberbürgermeister Geisel (SPD) hat sich ein Denkmal gesetzt. Sollte er 2020 abgewählt werden, bleibt von ihm: Er holte den Auftakt der Tour de France 2017 in die Stadt. Das weltweit registrierte Ereignis zog eine Million Besucher an. Hoteliers und Händler profitierten. Der Haken an der Geschichte: Geisel hat zwar die Musik bestellt, doch fehlt ihm das Geld, sie zu bezahlen. Er will einen Zuschuss vom Land. Es winkte bereits ab. Muss sich die Stadt nun weiter verschulden? Müssen Stellen gestrichen werden, um Geld freizuschaufeln? Ursprünglich waren für den Tourstart 11 Millionen anvisiert. Fünf bis sechs Millionen bewilligte der Stadtrat. Den Rest sollten Sponsoren und Einnahmen bei der Veranstaltung erbringen. Aus den Ausgaben wurden bald 13 Millionen. Heute ist sogar von 17 Millionen die Rede. Ob sie das Ende der Fahnenstange sind, ist ungewiss. Es stehen noch Rechnungen aus. Auch bei den Einnahmen hat sich Geisel verkalkuliert. Sponsoren hielten sich zurück, der Souvenirverkauf war zu hoch veranschlagt. Der VIP-Bereich war nur zur Hälfte ausgelastet. Auch er hat ein Loch gerissen. Geisel agiert wie jene Sorte Mensch, die in die Kneipe geht, tafelt, trinkt und Lokalrunden schmeißt. Und wenn dann am Ende die Rechnung kommt, treuherzig offenbart, dass sein Geldbeutel leer ist, aber tröstend beteuert, immerhin hätten doch viele profitiert und mächtig Spaß gehabt. Der Werbeeffekt des Tourstarts für Düsseldorf wird durch Geisels Finanzgebaren aufgezehrt. Längst hat sich über Düsseldorf hinaus herumgesprochen, dass er und der Rat sich etwas gönnten, das sie sich nicht leisten konnten. Mit Geisel an der Spitze macht sich Düsseldorf daran, wie Duisburg zu werden. – Ulrich Horn

Ringelpiez

Sonntag, 1. Juni 2014

Nebenbei

(uh) Die Europa-Wahl 2014 offenbart nicht nur den Wählerwillen, sondern an unerwarteter Stelle auch Einfalt. Zeit-Chefredakteur di Lorenzo, der einen deutschen und einen italienischen Pass besitzt, hat zweimal gewählt. Damit nicht genug, teilt er seinen Wahleifer auch noch in Jauchs Talksshow mit. Man könnte seinen Auftritt für einen PR-Gag halten. Er tut so, als hätte er noch nie vom Grundsatz „one man, one vote“ gehört. Erfreulich ist, dass viele Menschen sein Verhalten beanstanden. Ihnen scheint bewusst, dass Wahlen, die diese Bezeichnung verdienen, frei, geheim, gleich, allgemein und unmittelbar sein müssen. Dass etliche Kritiker auf di Lorenzo einhacken, als sei er ein Unhold, ist weniger erfreulich. Sie täten besser daran, seine Einfalt für sich sprechen zu lassen. Dann hätten sie auch Jauch erspart, di Lorenzos Einfalt mit seiner eigenen zu garnieren. Er nennt die Doppelwahl des Chefredakteurs eine „Petitesse“ und die Kritik an ihm „gemein“ und „absurd“. Auch das könnte man für einen PR-Gag halten und Jauch vorwerfen, er selbst blase mit seiner Kritik an den Kritikern eine Petitesse auf. Wir tun das nicht. Statt mit di Lorenzo Ringelpiez mit Anfassen zu spielen, wäre Jauch besser der Frage nachgegangen: Wie viele Menschen mit zwei Pässen europäischer Staaten wählten wie di Lorenzo zweimal?

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4 Kommentare zu “Ringelpiez”

  1. Paule sagt:

    Da es in der EU offenbar bereits zum guten Ton gehört, betrügt jeder jeden: Schulz und Juncker die Wähler, die sie gar nicht wählen konnten. Griechische Milliardäre den deutschen Steuerzahler. Die nicht gewählte GROKO ebenfalls den Wähler,
    der ÖRR seine Kunden inkl. der Wähler, Verfassungsgerichte sich selbst und die Wähler, die USA die ganze Welt. So kommt zusammen, was zusammen gehört.

  2. […] Ringelpiez  | Post von Horn – "Statt mit di Lorenzo Ringelpiez mit Anfassen zu spielen, wäre Jauch besser der Frage nachgegangen: Wie viele Menschen mit zwei Pässen europäischer Staaten wählten wie di Lorenzo zweimal?" […]

  3. Katharina sagt:

    Wie viele Menschen mit zwei Pässen europäischer Staaten wählten wie di Lorenzo zweimal?“ […]
    Diese Frage finde ich vollkommen passend!!! Stand auf der Wahlbenachrichtigung denn ein Hinweis für die Wähler, denn sicher haben viele europäische Wähler eine doppelte Benachrichtigung erhalten. Das so ein Lapsus gerade einem Medienmenschen passiert, zeigt doch nur, Journalisten, Verleger usw. sind auch NUR MENSCHEN.
    Ich hoffe, er bekommt keine Höchststrafe. Im Verhältnis zu Hoeneß und Konsorten ist das ein liebenswerter kleiner Lapsus. Nicht wählen ist ärgerlicher und dümmer.
    Ich grüße Herrn di Lorenzo von hier aus. Soll er kurz schmunzeln und es beim nächsten Mal besser machen.

  4. Katharina sagt:

    Wirklich bemerkenswert und schlimm ist die Tatsache des Rechtsruckes. Das ist nur der Anfang. Kann nur hoffen, dass die politischen Menschen und Parteien aus ihrem Dämmerzustand erwachen und die Problematik erkennen. Was ich hier in Duisburg für rechtsradikalen Mist hören und sehen muß, tut richtig weh. In Duisburg gibt es verstecktes und hinterhältiges NAZI-Denken und Handeln. Aber hier wird alles schöngeredet. Teilweise wird das Prinzip der drei Affen: Nichts hören, nichts sehen und schweigen. Jetzt werden einige Duisburger mich als Netzbeschmutzer betrachten und beleidigt sein.

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