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Nebenbei

  • Das Elend des Fußballs

    Der deutsche Fußball macht nicht mehr viel her. Der aktuelle DFB-Präsident Grindel, ein Journalist, flüchtet vor unangenehmen Fragen. Er zeigt sich überfordert, wie schon sein Vorgänger Niersbach, ebenfalls ein Journalist. – Die Nationalmannschaft überstand nicht einmal die WM-Gruppenspiele. Auch stieg sie aus der Nations League ab. – Die Bundesliga-Klubs sind in der Champions League früh gescheitert. Die zweite Hälfte der 1. Liga spielt drittklassig. – Auf dem gleichen Niveau bewegen sich die Spielberichte der TV-Sender. Seit dem WM-Sieg 2014 verharmlosen sie die Defizite des deutschen Fußballs. Da ihn die Sender mitfinanzieren, scheuen sie sich, ihr Produkt schlechtzureden. Um diese Falle zu umgehen, entschärfen sie die Information durch Moderation – und landen prompt in der nächsten Falle: Sie machen sich zum Teil des Fußballs. Sie reden ihn schön. Sie blasen ihn auf. Sie lassen ihre Moderatoren wie Animateure agieren. Der graue Zustand des Fußballs verschwindet unter einer rosaroten TV-Verklärung. Kritik bleibt rar. Sie scheint unerwünscht. Das bekam Felix Magath zu spüren, als er am Samstag im ZDF-Sportstudio auf das Fußballelend hinwies. Statt ihn zu ermuntern, seine Kritik am DFB, an den Klubs, am Bundestrainer und am Medienbetrieb weiter auszuführen und zu begründen, lenkte Breyer von ihr ab: Er machte Magath zum Thema. Breyer schien sich von Magaths Kritik am Fußballbetrieb beleidigt zu fühlen. Er drängte seinen Gast in die Rolle des Sonderlings. Dennoch brachte Magath seine Botschaften über. Das Hamburger Abendblatt hat sie zutreffend zusammengefasst. Magath lieferte den Zuschauern, was ihnen Testimonials wie Breyer seit Jahren vorenthalten. Nicht auszudenken, was Magath noch von sich gegeben hätte, wenn ihn an diesem Abend ein(e) Journalist(in) interviewt hätte. – Ulrich Horn

Auf der Suche nach Geheimnissen des Spekulanten

Die Medien lassen von Hoeneß nicht ab

Freitag, 28. März 2014

Medien, Politik

(uh) Der Fall Hoeneß ist für die Justiz abgeschlossen. Für die Medien aber nicht. Noch sitzt der verurteilte Steuerbetrüger nicht im Gefängnis, da bringen sie weitere Details auf den Tisch, die bei seinem kurzen Prozess unter der Tischplatte blieben. Noch ist den medien der große Wurf nicht gelungen. Doch erwecken sie den Eindruck, es sei in absehbarer Zeit mit Handfestem zu rechnen.

Verdacht macht sich breit

Obwohl der frühere Fußball-Funktionär zu einer Haftstrafe verurteilt wurde, hat er den Skandal und das Verfahren der Justiz bisher ganz gut überstanden. Gesellschaftlich geächtet wurde er nicht.

Der Verein, die Fußball-Szene und die Politik verhinderten seine Ausgrenzung. Sie halten die Türen offen und bieten ihm die Aussicht auf einen neuen Start, wenn er seine Strafe verbüßt hat.

Dieses Bemühen wird durch Medienberichte torpediert, die bezweifeln, dass der Prozess die ganze Wahrheit aufdeckte. Der Verdacht macht sich breit, das Gerichtsverfahren habe längst nicht alle Sachverhalte frei gelegt und manche sogar verschleiert.

Angriffe heimzahlen

Diese Einschätzung muss Hoeneß beunruhigen. Sie wird von Kräften begünstigt, die ihm nachhaltig schaden können. Hinweise kommen vor allem aus Bankenkreisen. Sollten dort die Dämme brechen, könnte es für Hoeneß ungemütlich werden.

Es gibt viele Motive, die Menschen bewegen könnten, im Fall Hoeneß Geheimnisse preiszugeben. In der Diskussion um Steuerbetrug, das Steuerabkommen mit der Schweiz und den Kauf gestohlener Bankdaten wurde die Schweiz heftig attackiert und vorgeführt. Ihre Banken wurden der Komplizenschaft mit Kriminellen beschuldigt.

Solche Vorwürfe versteht die Schweiz als Angriff auf ihre Souveränität. Dieser Eindruck hinterlässt Spuren. Deutsche werden in der Schweiz längst als Last empfunden. Die Versuchung, Hoeneß auf den Grill zu legen, um solche Attacken heimzuzahlen, dürfte verlockend sein.

Das Scherbengericht fürchten

Auch in der Schweizer Fußball-Szene hat Hoeneß nicht nur Freunde. Er ist mit Fifa-Chef Blatter verfeindet. Die Fifa sitzt in der Schweiz. Blatter ist Schweizer. Seine Netzwerke dort sind eng und reichen über die Fußball-Szene hinaus bis in den Bankenbereich und die übrige Wirtschaft.

Selbst wenn Hoeneß mehr Steuern hinterzog als bisher bekannt, wird er für dieses Vergehen nicht mehr vor Gericht gestellt werden. Der kurze Prozess und das schnelle Urteil haben ihn zunächst immunisiert. Sollte er jedoch anderer Delikte wie Geldwäsche verdächtigt werden, muss er mit einem weiteren Verfahren rechnen. Denunzianten können sich Zeit lassen. Sie würden ihn am härtesten treffen, wenn er die Strafe wegen des Steuerbetrugs gerade verbüßt hat.

Auch wenn es dazu nicht kommen sollte: Angenehme Zeiten stehen ihm nicht bevor. Die Medien scheinen die Sache nicht auf sich beruhen zu lassen. Er muss das Scherbengericht fürchten, das sie auslösen können. Wie schrecklich es wirkt, musste der frühere Bundespräsidenten Wulff erleben.


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2 Kommentare zu “Die Medien lassen von Hoeneß nicht ab”

  1. Martin Böttger sagt:

    Dank Ihres obigen Links habe ich das Wirken des von mir sehr geschätzten Leo Müller wieder gefunden. Und für weitere Unterhaltung im Fall Hoeneß ist gesorgt. Wenn es irgendwas nicht mehr gibt, dann ist es „totschweigen“. Gut so.

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