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Nebenbei

  • Schröder: Vom Kanzler zum Würstchen

    Wie viele Menschen haben wohl bedauert, dass sie der SPD 1998 ihre Stimme gaben und mit ihr deren Spitzenkandidaten Schröder zum Kanzler machten? Beschweren können sie sich nicht. Er lebte seine Schwächen schon vor seiner Kanzlerschaft hemmungslos öffentlich aus. Bereits damals war das Bild, das er von sich prägte, weniger von seiner Politik als von seinem Verhalten im Umgang mit Parteifreunden und seiner Partei bestimmt. Es stieß ab. Man musste nur hinschauen. Heute kann man sagen: Er hat einen wesentlichen Beitrag zum Verfall der Sitten in der SPD und zum Niedergang der Partei geleistet. Bezeichnend auch, dass er als Kanzler jenen Job kreierte, der ihm nach dem Abschied aus dem Amt den lang ersehnten Wohlstand brachte. Um in dessen Genuss zu kommen, schreckt der Ex-Kanzler nicht davor zurück, dem russischen Diktator Putin zu dienen. Dass ihn die Bild-Zeitung, deren Gunst er als Kanzler suchte, heute als Putins Pudel abbürstet, kommt wohl der Ansicht nahe, die viele Bürger von Schröder haben. Zu den Missständen in Russland, Weißrussland und der Türkei, die in die EU ausstrahlen, hört man von ihm kein Wort. Wohl aber kämpft er darum, dass VW in seinen Betriebskantinen die Currywurst nicht abschafft. Schröder war ein Profiteur sozialdemokratischer Bildungspolitik: Er brachte es vom Kind armer Leute zum Kanzler. Dann machte sich der Kanzler zu Putins Rudel, und nun macht sich Putins Pudel zum Würstchen. Welch eine Laufbahn! – Ulrich Horn

Pflichtspiel für Minister

Mittwoch, 26. März 2014

Nebenbei

(uh) Der Fußball kennt Freundschafts- und Pflichtspiele. In der Politik sind sie manchmal schwer auseinanderzuhalten. Am frühen Dienstagabend trafen sich auf Einladung der Düsseldorfer Landtagspräsidentin Vertreter der NRW-Wirtschaft im Düsseldorfer Landtag zum Parlamentarischen Abend. Von nah und fern waren Unternehmer angereist. Das große Foyer des Landtags war proppenvoll – mit dabei natürlich NRW-Wirtschaftsminister Duin (SPD). Er erregte Aufsehen: Der Minister erschien in Jeans und verließ die Veranstaltung sehr früh. Viele Unternehmer konnten sich keinen Reim darauf machen. Sie wunderten sich, dass er sie so frühzeitig stehen ließ. Alsbald bewegten nicht mehr Wirtschaftsthemen die Gemüter, sondern das Outfit und Verhalten des Wirtschaftsministers: Warum trat er im Freizeitlook auf, und wo zog es ihn so früh hin? Die Fragen klärten sich, als an diesem Abend der Schlusspfiff eines anderen Spitzenspiels ertönte, der des ausverkauften Revier-Derbys Dortmund gegen Schalke. Da lief schon das Gerücht durch NRW, Duin sei in der Loge des Borussia-Sponsors Evonik gesehen worden, über dessen Parteispenden der Stern kürzlich berichtete. Und der Minister? Er bestätigte tags darauf, dass er beim Unternehmer-Empfang eine Jeans getragen und sich das Derby in Dortmund angeschaut habe. Auf die Frage aber, ob er während des Spiels in der Evonik-Loge gewesen sei, erklärte er: „Nein.“

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3 Kommentare zu “Pflichtspiel für Minister”

  1. Roland Appel sagt:

    Aber lieber Herr Horn: Der Fußball ist doch sooo verbindend. Zum Beispiel verbindet er Milliardenreichtum und hundertfachen Sklaventod in Quatar. Oder gähnende Langeweile mit Bayern München und Bundesliga. Oder Unbestechlichkeit mit Blatter und Co und FIFA. Oder Uli Hoeneß mit Gutmenschentum, Steuerbetrug und geheimen (nicht jüdischen) Adidas-Erbschaften. Oder Verfall der Elendsvavelas mit Prunksucht der Neureichen in Brasilien. Oder Borussia mit Rauball, DFL und reiche Vereine, die immer reicher und Fußball noch langweiliger machen.
    Sie vergessen eines: Wenn Politiker einen Empfang geben, dann kommt’s drauf an, wer ihn gibt, nicht, was die Inhalte sind, die besprochen werden. Das Event, von dem Sie reden, war doch nur eins auf Einladung der Präsidentin unserer Volksvertretung – was ist das schon … völlig unwichtig für ein Mitglied der Regierung, weil nicht sein Date. Und die Degussa-Loge … Raider heißt doch auch Twix.

  2. […] NRW: Pflichtspiel für Minister…Post von Horn […]

  3. dr.pingel sagt:

    Ich möchte diesmal nichts zum Thema sagen, sondern nur zu den Kommentaren. Hier haben wir den Fall, dass sich die guten Analysen von Ulrich Horn mit den kenntnisreichen, bissigen und zutreffenden Kommentaren von Roland Appel (andere natürlich auch) verbinden. Dafür möchte ich mich einfach nur bedanken und Appel bitten, nicht nachzulassen. Und was Appel über den Fußball sagt, dem kann ich nur zustimmen!

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