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Nebenbei

  • Auf Merz ist Verlass

    Eines muss man Friedrich Merz lassen: Auf ihn ist Verlass. Sobald es darauf ankommt, übermannen ihn Aussetzer. 2002 verlor er den Fraktionsvorsitz. Er kam nicht auf die Idee, sich die Hilfe von CSU-Chef Stoiber zu sichern. Wohl aber Merkel. Sie gab Stoiber für den Fraktionsvorsitz die Kanzlerkandidatur. Merz schaute in die Röhre. Als er 2018 gegen Kramp-Karrenbauer um den CDU-Vorsitz kandidierte, vergaß er, Teile der Jungen Union an sich binden. Seine Kandidatenrede fanden selbst seine Fans miserabel. Die Konkurrentin gewann. Wieder schaute er in die Röhre. Derzeit kämpft er erneut um den CDU-Vorsitz, diesmal gegen Laschet und Röttgen. Was passiert? Er patzt. Er rückt Schwule in die Nähe von Pädophilen. Prompt steht er mitten im Shitstorm und als Mann von vorgestern da. Er hat gute Aussichten, bei der Wahl wieder in die Röhre zu schauen. Selbst seine Fans sollten inzwischen wissen: Merz tut nichts, wenn er handeln müsste. Er versagt, wenn er die richtigen Worte sprechen müsste. Er plappert drauf los, wenn er den Mund halten sollte. Man fragt sich: Wie kommen Leute in der CDU nur auf die Idee, ein Mann wie er, der noch nie ein Regierungsamt innehatte und im entscheidenden Moment zu versagen pflegt, könnte die Union hinter sich vereinen, Deutschland führen, Europa zusammenhalten, beide durch Krisen führen und sie zwischen China, Russland und den USA über Wasser halten? – Ulrich Horn

Pflichtspiel für Minister

Mittwoch, 26. März 2014

Nebenbei

(uh) Der Fußball kennt Freundschafts- und Pflichtspiele. In der Politik sind sie manchmal schwer auseinanderzuhalten. Am frühen Dienstagabend trafen sich auf Einladung der Düsseldorfer Landtagspräsidentin Vertreter der NRW-Wirtschaft im Düsseldorfer Landtag zum Parlamentarischen Abend. Von nah und fern waren Unternehmer angereist. Das große Foyer des Landtags war proppenvoll – mit dabei natürlich NRW-Wirtschaftsminister Duin (SPD). Er erregte Aufsehen: Der Minister erschien in Jeans und verließ die Veranstaltung sehr früh. Viele Unternehmer konnten sich keinen Reim darauf machen. Sie wunderten sich, dass er sie so frühzeitig stehen ließ. Alsbald bewegten nicht mehr Wirtschaftsthemen die Gemüter, sondern das Outfit und Verhalten des Wirtschaftsministers: Warum trat er im Freizeitlook auf, und wo zog es ihn so früh hin? Die Fragen klärten sich, als an diesem Abend der Schlusspfiff eines anderen Spitzenspiels ertönte, der des ausverkauften Revier-Derbys Dortmund gegen Schalke. Da lief schon das Gerücht durch NRW, Duin sei in der Loge des Borussia-Sponsors Evonik gesehen worden, über dessen Parteispenden der Stern kürzlich berichtete. Und der Minister? Er bestätigte tags darauf, dass er beim Unternehmer-Empfang eine Jeans getragen und sich das Derby in Dortmund angeschaut habe. Auf die Frage aber, ob er während des Spiels in der Evonik-Loge gewesen sei, erklärte er: „Nein.“

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3 Kommentare zu “Pflichtspiel für Minister”

  1. Roland Appel sagt:

    Aber lieber Herr Horn: Der Fußball ist doch sooo verbindend. Zum Beispiel verbindet er Milliardenreichtum und hundertfachen Sklaventod in Quatar. Oder gähnende Langeweile mit Bayern München und Bundesliga. Oder Unbestechlichkeit mit Blatter und Co und FIFA. Oder Uli Hoeneß mit Gutmenschentum, Steuerbetrug und geheimen (nicht jüdischen) Adidas-Erbschaften. Oder Verfall der Elendsvavelas mit Prunksucht der Neureichen in Brasilien. Oder Borussia mit Rauball, DFL und reiche Vereine, die immer reicher und Fußball noch langweiliger machen.
    Sie vergessen eines: Wenn Politiker einen Empfang geben, dann kommt’s drauf an, wer ihn gibt, nicht, was die Inhalte sind, die besprochen werden. Das Event, von dem Sie reden, war doch nur eins auf Einladung der Präsidentin unserer Volksvertretung – was ist das schon … völlig unwichtig für ein Mitglied der Regierung, weil nicht sein Date. Und die Degussa-Loge … Raider heißt doch auch Twix.

  2. […] NRW: Pflichtspiel für Minister…Post von Horn […]

  3. dr.pingel sagt:

    Ich möchte diesmal nichts zum Thema sagen, sondern nur zu den Kommentaren. Hier haben wir den Fall, dass sich die guten Analysen von Ulrich Horn mit den kenntnisreichen, bissigen und zutreffenden Kommentaren von Roland Appel (andere natürlich auch) verbinden. Dafür möchte ich mich einfach nur bedanken und Appel bitten, nicht nachzulassen. Und was Appel über den Fußball sagt, dem kann ich nur zustimmen!

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