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Nebenbei

  • Es geht noch schlechter

    Um die Deutsche Bank und die Commerzbank steht es schlecht. Bundesfinanzminister Scholz (SPD) möchte ihren Verfall stoppen. Sie sollen sich zusammenschließen. Er hofft, vereint könnten sie eine stärkere Rolle spielen. Die Verhandlungen haben gerade begonnen. Sie werden beide Banken zunächst weiter schwächen. Um größeres Gewicht zu gewinnen, müssen sie Kosten senken. Sie gilt, Stellen zu streichen und Zweigstellen zu schließen. Beide Geldhäuser beschäftigen insgesamt gut 130.000 Menschen. Soll der Zusammenschluss den gewünschten Gewinn bringen, könnten 20.000 bis 50.000 Stellen wegfallen. Was werden die Mitarbeiter bei diesen Aussichten tun? Sie werden sich fragen, ob sie es sind, die demnächst auf der Strecke bleiben. Viele werden alles daransetzen, einen anderen Arbeitgeber zu finden. Sie werden sich umhören, Bewerbungen schreiben, sich auf Bewerbungsgespräche vorbereiten. Sie werden ihre finanziellen Verhältnisse straffen, um drohende Durststrecken zu überstehen. Sie werden sich zum Abwehrkampf gegen den Zusammenschluss formieren und an Protestaktionen teilnehmen. Bis die Vereinigung in trockenen Tüchern ist, falls es zu ihr kommt, wird einige Zeit ins Land gehen. Derweil werden sich die Beschäftigten mehr mit sich selbst als mit den Geschäften ihrer Bank befassen. Ist es abwegig abzunehmen, dass sich die schlechte Ertragslage der beiden Banken in nächster Zeit noch verschlechtern wird? – Ulrich Horn

Breite Öffentlichkeit

Sonntag, 27. Oktober 2013

Nebenbei

(uh) Im Internet ist der NSA-Skandal ein großes Thema. Auch die Altmedien befassen sich mit ihm. Bild und ARD fahren es eher klein. Die ARD unterließ einen Brennpunkt. Bild hält andere Themen für wichtiger. „So verhindert die BILD-Zeitung bewusst Debatten, die für die breite Öffentlichkeit notwendig sind“, erregt sich das Blog Denkland und beklagt, dass der NSA-Skandal die Öffentlichkeit nicht hinreichend bewege. Der Vorgang zeigt: Um Breitenwirkung zu erzielen, scheinen die Altmedien (noch?) unerlässlich. Die Preisfrage lautet: Wie bekommt man an ihnen vorbei Debatten in Gang, von denen man meint, sie seien für die „breite Öffentlichkeit“ notwendig? Ist sie nur zu dumm oder zu uninformiert, um zu begreifen, was für sie wichtig ist? Oder hält sie den Vorgang für bedeutungslos? Hinter diesen Fragen lauert die nächste: Ist die „breite Öffentlichkeit“ mündig oder unmündig? Und eine weitere: Wie erreicht man Breitenwirkung? Da herrscht bei jenen, die keine finden, Ratlosigkeit. Es führt wohl kein Weg daran vorbei: Um die „breite Öffentlichkeit“ zu erreichen, muss man in Erfahrung bringen, was sie interessiert. Erst dann macht die Frage Sinn, wie man ihr Interesse wecken kann. Um die Dominanz der Altmedien aufzubrechen, muss man das Interesse der „breiten Öffentlichkeit“ finden. Das setzt voraus, dass man es sucht. Zu Jammern hilft nicht.

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2 Kommentare zu “Breite Öffentlichkeit”

  1. […] Siehe auch Ulrich Horn: Breite Öffentlichkeit […]

  2. Martin Böttger sagt:

    Die Abhöraffäre ist ein Medienthema, aber keins, das die Mehrheit der Bevölkerung emotional berührt. Die Medienmacher wollen nicht verstehen, warum. Dabei ist die Antwort verhältnismäßig einfach. Die Aufregung kann man sich sparen, weil
    1. es sowieso alle tun (und nicht nur die „bösen“ Amis)
    2. es keinen realistischen Ansatz gibt, daran etwas ändern zu können.
    Oder habe ich, wie die vielen anderen, zu 2. ein Angebot übersehen?

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