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Nebenbei

  • Jäger: Mühe gegeben

    In NRW ist manches anders. Einen Tag nach der Love-Parade-Katastrophe 2010 stellte sich NRW-Innenminister Jäger vor die Polizei. Er sprach sie von Fehlern frei – allerdings ohne jede Prüfung. Monate später musste er den Persilschein kassieren. Der Vorgang beschädigte Jägers Glaubwürdigkeit. Es schien, als führe in NRW nicht der Innenminister die Polizei, sondern die Polizei den Minister. Heute, fast sieben Jahre im Amt, steht Jäger wegen vieler Pannen und einer schlechten Sicherheitsbilanz unter starkem Druck. Wie schlimm es um ihn steht, wird daran deutlich: Kurz bevor sich im Landtag der Untersuchungsausschuss mit Jägers Rolle im Fall Amri befasst, stellen sich die Landeschefs der drei Polizeigewerkschaften GdP, DPolG und BDK schützend vor den Minister, in NRW ein Vorgang ohne Beispiel. Die drei Gewerkschafter Plickert, Rettinghaus und Fiedler kritisieren Jägers Kritiker. Deren Kritik sei maßlos überzogen und vom Wahlkampf bestimmt. Es habe zwar viele Pannen gegeben. Doch an den meisten sei Jäger nicht beteiligt gewesen. Deshalb trage er auch keine Verantwortung. Dass die Gewerkschaftschefs als Jägers Schutzengel mit ihrer Hilfsaktion selbst in den Wahlkampf eingreifen, bereitet ihnen offenbar kein Problem. Sie spielen nicht nur die Kritik an ihm herunter. Sie ziehen auch eine Art Arbeitsbilanz. Sie hat es in sich. Jäger habe getan, was von ihm zu erwarten gewesen sei, stellen sie fest. Er habe aus jedem Skandal gelernt. Mit anderen Worten: Zwar fielen in seine Amtszeit viele Kinder in die Brunnen des Landes. Doch danach stattete er die Wasserspender mit Deckeln aus. Jeder Lehrling weiß: Steht in einem Arbeitszeugnis: „Er hat unseren Erwartungen entsprochen“, meint das: „Seine Leistungen waren mangelhaft.“ – Ulrich Horn

Aufgelesen … Nr. 35 – 2013

Sonntag, 10. Februar 2013

Blog-Tipps

An dieser Stelle finden Sie eine Auswahl interessanter Beiträge aus Blogs. Die Aussagen der Autoren geben nicht in jedem Fall meine Meinung wieder. (uh)

1. Politik

a. Schavan: Der Rücktritt, die Promotion und die Buntstifte
Ihr Lehrstuhl war damals hochgradig interessiert, Abschlüsse rauszuhauen. Die aufnehmende Uni war ebenso hochgradig daran interessiert, durch Abschlüsse als ernsthafter Wissenschaftsbetrieb zu gelten. Institutionelle Erfahrung mit Doktorarbeiten hatten beide nicht.
Aus: Ruhrbarone

b. Ein Traum von einem Sozialdemokraten

Krause liefert dann eine „kleine Erinnerung an die universitäre Landschaft, wie sie sich im Jahr von Annette Schavans Dissertationsanstrengung, also 1980, darbot“. Erziehungswissenschaften seien damals in etwa das gewesen, was heute „Kulturmanagement“ oder „Journalistik“ seien: „ein Non-Fach, eine intellektuelle Simulation“.
Aus: BILDblog

c. Personalwechsel – die Fahrscheine bitte!

Die Inflation der Rücktrittsforderungen hat dazu geführt, dass viele Politiker nicht mehr wissen, wann sie zurücktreten müssen. Über die Auswirkungen des Medienprangers und die hohe Kunst der Abdankung.
Aus: Wolfgang Michal

d. Mein Mitleid mit den Bluffern

Wir leben in einer Zeit der Bluffer. Angeber und Lügner gab es immer, doch heute – so scheint es – kann man kaum einem mehr Glauben schenken. Die Angst des Einzelnen in der Bedeutungslosigkeit zu verschwinden, ist stärker als die Verspannung, die ein Leben mit Lügen beinhaltet.
Aus: Fragen Sie Frau Sybille

e. Land ohne Studiengebühren: Warum Bayern (…) einknickt

Die Finanzierung des Studiums durch die Gesellschaft ist eine gigantische Umverteilung von unten nach oben.
Aus: Pixelökonom

f. Wir brauchen eine (…) Diskussion über Polizeigewalt

Der Ruf der Polizei leidet in zunehmendem Maße darunter, dass Fälle von Polizeigewalt immer öfter publik werden, was mit der Erkenntnis verbunden ist, dass es sich wohl nicht um seltene Ausnahmefälle handelt.
Aus: Internet-Law

2. Medien

a. Die hohe Schule des Interviews
Journalismus ist eine Krankheit mit vielen Verlaufsformen. Eine der am wenigsten beachteten ist die des “Sportjournalismus”, eine Variante, die sich hervorragend zur Immunisierung gegen Wahrnehmung, Sprache und Verstand eignet.
Aus: Feynsinn

b. Die Finanzkrise in der Literatur

Es gibt sie doch noch, die Engagierte Literatur und Schriftsteller, die sich in ihren Romanen mit der gesellschaftlichen Wirklichkeit befassen. Für sie ist Literatur kein L’art pour l’art, kein mondäner Zeitvertreib, sondern das Medium der Auseinandersetzung mit drängenden Fragen der Gegenwart.
Aus: NachDenkSeiten

c. New York Times profitiert von der Flexi-Zahlschranke

Es geht also – zumindest für die Großen: Nachdem das Wall Street Journal online mit seinem Paid-Content-Modell gute Erfolge feiern kann, verdient nun auch die New York Times wieder mehr durch Leser als durch Werbeerlöse.
Aus: Online-Journalismus-Blog

Schlusspunkt: Der Wirtschaftstext des Tages

Asien treib die globalen Investitionen
Die globale Investitionstätigkeit in der vergangenen Dekade wurde vor allem von den asiatischen Schwellen- und Entwicklungsländern angetrieben. Gut 45 Prozent oder gut 4.500 Milliarden US-Dollar des genannten Gesamtzuwachses entfielen im Zeitraum 2002 bis 2012 auf die aufstrebenden Länder in Fernost, wobei die fortgeschrittenen Länder Japan, Südkorea, Hongkong, Taiwan und Singapur dabei nicht berücksichtigt werden.
Aus: Wirtschaftliche Freiheit

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