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Nebenbei

  • Die Büttenredner der SPD

    Zum Wochenwechsel beschäftigte sich die Republik mit zwei lokalen Ereignissen – mit dem Karneval und der Hamburg-Wahl. Beide Veranstaltungen vermittelten sich wie üblich in großem Stil über die öffentlich-rechtlichen TV-Sender. Es war schwer zu unterscheiden, ob gerade der Karneval oder die Wahl übertragen wurde. Hamburgs SPD-Bürgermeister hörte gar nicht auf, das Wahlergebnis seiner Partei zu bejubeln, obwohl sie mit mehr als sechs Prozentpunkten den höchsten Verlust aller Parteien erlitt. Die SPD-Chefs Esken und Walter-Borjans übertrafen den Bürgermeister noch. Sie beschränkten sich nicht darauf, das magere Ergebnis als Erfolg zu feiern. Sie beanspruchten auch, ihn mitbewirkt zu haben. Dabei weiß die ganze Republik: Hamburgs SPD hatte sich verbeten, dass Esken und Walter-Borjans im Wahlkampf auftraten. Die beiden SPD-Chefs sind schließlich angetreten, gerade jene politische Richtung in der SPD zu bekämpfen, deren Hamburger Wahlergebnis sie nun in den Wahlsendungen feierten und sogar für sich reklamierten. Wie viele Zuschauer fühlten sich wohl von den beiden SPD-Chefs belogen? Wie vielen vermittelten Esken und Walter-Borjans wohl, dass man auf das Wort von Politikern und auf ihres im Besonderen nichts geben kann? Für alle anderen machten sich Esken und Walter-Borjans über die Hamburg-Wahl zu Narren. Viele Zuschauer werden ihre Stellungnahmen als Büttenreden verstanden haben. Kürzlich war zu lesen, Walter-Borjans erwäge, zur Bundestagswahl 2021 als Kanzlerkandidat anzutreten. Seine Wahlkampfbotschaft und sein Wahlslogan dürften schon feststehen: SPD alaaf, SPD helau. – Ulrich Horn

Aufgelesen … Nr. 39 – 2012

Freitag, 2. November 2012

Blog-Tipps

An dieser Stelle finden Sie eine Auswahl interessanter Beiträge aus Blogs. Die Aussagen der Autoren geben nicht in jedem Fall meine Meinung wieder. (uh)

1. Steinbrück

a. Von Spenden war nie die Rede
Das Geld kam erst nach Mahnung und von einer Spende war nie die Rede. Zu diesem Ergebnis kommt die Süddeutsche Zeitung. Steinbrück hatte der SZ den Schriftverkehr zwischen seinem Büro und der Hellen Medien Projekte GmbHzur Verfügung gestellt, die für die Stadtwerke Peer Steinbrück zum Atrium Talk eingeladen hat. Damit widerlegt Steinbrück Thomas Schönberg, den Sprecher der Stadtwerke Bochum (…).
Aus: Ruhrbarone

b. Kohlefreund engagiert Kohlefreund

Bei der SPD verdichten sich die Hinweise, dass maßgebliche Kräfte in der Parteiführung eine Rolle rückwärts in der Energiepolitik anpeilen. Anders ist es kaum zu erklären, dass der designierte Kanzler Kandidat Peer Steinbrück, bei dem es wohl realistischer Weise nur zum Vize-Kanzler unter Merkel reichen wird, mit Michael Donnermeyer einen ausgewiesenen Kohle-Lobbyisten zu seinem Pressesprecher machen will, wie n-tv berichtet.
Aus: Telepolis

2. Manager und Machthaber

Große Köpfe – leere Worte
Ein Paradebeispiel ist das World Economic Forum, bei welchem die mächtigsten Leute der Welt verkehren, aber nichts sagen. Trotz einer Machtballung von mehreren Tausend Milliarden Dollar Aktienkapital ist das Resultat der weltweiten Berichterstattung annähernd 0. Daraus ergibt sich eine handwerkliche Frage: Was zum Teufel macht man mit wichtigen Interviewpartnern, wenn sie langweilen?
Aus: Deadline

3. Medien

a. It’s The attention, stupid!
Was bei den Jubelmeldungen über die Erfolge vor allem der NYT mit der Bezahlschranke gerne verschwiegen übersehen wird: Gleichzeitig sind die Werbeerlöse im Netz aufgrund der gesunkenen Reichweite zurückgegangen. Diese Rückgänge sind höher als die Gewinne bei den Vertriebserlösen. Unter dem Strich bleiben also auch der Times in diesem Jahr wohl wieder Verluste, weswegen man dann schon nochmal die Frage stellen kann, ob diese Idee dauerhaft jetzt wirklich so viel versprechend ist.
Aus: JakBlog

b. Embedded Blogs

Gute unabhängige Blogs sind rar geworden (aber es gibt sie noch!). Manche flüchten irgendwann unter die Fittiche edler Sponsoren oder dubioser PR-Agenturen und werden dadurch ungenießbar. Es sind jene (so die Häme aus ganz bestimmten Kreisen), die es nicht geschafft haben, zur ersten Garnitur in den Medien zu zählen. Sie bleiben in der Liga der B-Blogs hängen, um weiter auf ihren Ruf zu warten oder ihre Sonderstellung trotzig zu verteidigen.
Aus: Wolfgang Michal

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