Schrift verkleinern Schrift vergrößern
RSS RSS-Feed

Letzte Kommentare

Nebenbei

  • Steinmeier und Yücel

    In der Türkei sitzen viele Dutzend Journalisten im Gefängnis. Unter ihnen befindet sich auch Deniz Yücel, Er ist türkischer und deutscher Staatsbürger. Bundespräsident Steinmeier hat seine erste Rede für einen Appell an den türkischen Präsidenten Erdogan genutzt. „Geben Sie Deniz Yücel frei!“ Eine selbstverständliche und dennoch bemerkenswerte Forderung. Die meisten Bundespräsidenten hielten sich aus der Tagespolitik heraus. Dass Steinmeier anders verfährt, hat ihn viel Lob eingebracht. Es hieß, er sei ein Präsident mit Biss, ein Mann, der klare Kante zeigt. Wem nutzt dieser Auftritt? Zunächst ihm selbst. Die positive Resonanz ermuntert ihn, dem eingeschlagenen Weg zu folgen. Risikolos ist er nicht. Er kann ihn über die Grenze hinausführen, von der an er zum Richter über die Politik der Regierung wird. Genützt hat Steinmeiers Auftritt auch jenen Bürgern, denen er aus dem Herzen sprach. Sie können sich verstanden fühlen. Nützt Steinmeiers Auftritt aber auch Yücel? Erdogan wird wohl den Teufel tun und ihn freilassen. Mit Steinmeiers Appell ist der Fall zur Prestigefrage geworden. Gäbe Erdogan nach, würde er in den Augen seiner Anhänger Schwäche zeigen. Er hätte sich deutschem Druck gebeugt und eingestanden, dass Yücel unrechtmäßig festgehalten wurde. Erdogan verlöre sein Gesicht. Je heftiger er öffentlich bedrängt wird, desto länger wird er Yücel festhalten. Der Journalist wird vermutlich erst freikommen, wenn gewährleistet ist, dass Erdogan sein Gesicht behält. Für Yücel aussichtsreicher wäre es wohl, statt mit öffentlichen Appellen auf diplomatischem Wege Druck auszuüben. Erdogan wird das Gefängnistor erst öffnen, wenn es für ihn teurer wird, Yücel gefangen zu halten als ihn freizulassen. – Ulrich Horn

Dumm oder kriminell?

Sonntag, 21. Oktober 2012

Nebenbei

(uh) Wie muss man Menschen einschätzen, die andere verletzen und Gegenstände beschädigen, die ihnen nicht gehören? Als verwirrt, dumm oder kriminell? Müssen sie bestraft oder behandelt werden? Seit Jahren hampeln Fußball-Funktionäre, Behörden und Politiker in dieser Frage herum. Bisher neigen sie dazu, Gewalttäter, die sich in Fan-Banden organisieren, als verirrte Schafe zu betrachten, die man mit pädagogischen Mitteln auf den Pfad der Tugend zurückführe könne. Die Ergebnisse dieser Bemühungen sind eher dürftig. Zum Fußball-Spiel Dortmund gegen Schalke wurde ein Heer von 1000 Polizisten aufgeboten. Wohlgemerkt: Es handelte sich um ein Spiel. Offensichtlich rechneten die Behörden mit Ausschreitungen. Verhindern konnte das Polizeiaufgebot sie nicht. Irgendwann wird es Tote geben. Das scheint nur eine Frage der Zeit. Freizeitveranstaltungen, die ein derart starkes Polizeiaufgebot erfordern, sollten zum Schutz der Allgemeinheit verboten werden.

2 Kommentare zu “Dumm oder kriminell?”

  1. Ruth Hartmann sagt:

    Nein, da widerspreche ich. Es ist nicht ein Spiel, um dass es geht: Es sind 2 Spiele.
    Das erste Spiel findet auf dem Rasen statt, und das 2. ist das „Katz und Maus“ Spiel zwischen Polizei und Fans. Das hat „Erlebnischarakter“ für die Fans. Je mehr „Bullen“, desto spannender, trotzdem übergriffig zu werden.
    Da sind sich Schalke und Dortmund Fans komplett einig.

  2. Katharina sagt:

    Die Vereine sollen den Polizeieinsatz selbst zahlen. Das wird teuer und dann tut es weh und dann werden sie sich etwas Handfestes und Produktives überlegen.
    Warum sollen alles Steuerzahler diesen Krieg bezahlen.

    Ein Spiel ist ein Spiel. Spielen heißt, verlieren oder gewinnen können.

    Scheinbar können das sogenannte Fans von allen Vereinen nicht.

Schreiben Sie einen Kommentar

Ja, ich möchte über neue Blog-Beiträge per E-Mail informiert werden.