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Letzte Kommentare

Nebenbei

  • Auf Merz ist Verlass

    Eines muss man Friedrich Merz lassen: Auf ihn ist Verlass. Sobald es darauf ankommt, übermannen ihn Aussetzer. 2002 verlor er den Fraktionsvorsitz. Er kam nicht auf die Idee, sich die Hilfe von CSU-Chef Stoiber zu sichern. Wohl aber Merkel. Sie gab Stoiber für den Fraktionsvorsitz die Kanzlerkandidatur. Merz schaute in die Röhre. Als er 2018 gegen Kramp-Karrenbauer um den CDU-Vorsitz kandidierte, vergaß er, Teile der Jungen Union an sich binden. Seine Kandidatenrede fanden selbst seine Fans miserabel. Die Konkurrentin gewann. Wieder schaute er in die Röhre. Derzeit kämpft er erneut um den CDU-Vorsitz, diesmal gegen Laschet und Röttgen. Was passiert? Er patzt. Er rückt Schwule in die Nähe von Pädophilen. Prompt steht er mitten im Shitstorm und als Mann von vorgestern da. Er hat gute Aussichten, bei der Wahl wieder in die Röhre zu schauen. Selbst seine Fans sollten inzwischen wissen: Merz tut nichts, wenn er handeln müsste. Er versagt, wenn er die richtigen Worte sprechen müsste. Er plappert drauf los, wenn er den Mund halten sollte. Man fragt sich: Wie kommen Leute in der CDU nur auf die Idee, ein Mann wie er, der noch nie ein Regierungsamt innehatte und im entscheidenden Moment zu versagen pflegt, könnte die Union hinter sich vereinen, Deutschland führen, Europa zusammenhalten, beide durch Krisen führen und sie zwischen China, Russland und den USA über Wasser halten? – Ulrich Horn

Beispiellose Fledderei

Donnerstag, 30. August 2012

Nebenbei

(uh) Der Chefredakteur der Wirtschaftszeitung Handelsblatt, Gabor Steingart, arbeitet an seinem Image als harter Hund. Er versucht, das Konkurrenzblatt Financial Times Deutschland zu fleddern. Es muss seine Berichterstattung einschränken, um Kosten zu sparen. Steingart fordert die FTD-Leser öffentlich auf, zum Handelsblatt zu wechseln. Eine beispiellose Aktion. Er glaubt wohl, sie werde in wirtschaftsnahen Kreisen, denen Konkurrenzkämpfe nicht fremd sind, auf Beifall stoßen. Wenn er sich da mal nicht täuscht. Diese Gruppen schätzen vor allem Seriosität und Stil. Mit windigen Aktionen wollen sie nicht verbunden sein. Ein Blick auf Westerwelle könnte helfen. Als er sich unangemessen aufführte, gingen ihm und der FDP die Wähler von der Fahne. Die gleichen Gruppen spricht auch Steingart nun an. Sie könnten auf die Idee kommen, er werbe so unangemessen – nicht aus Stärke, sondern weil er und das Handelsblatt es bitter nötig hätten.

6 Kommentare zu “Beispiellose Fledderei”

  1. Das Handelsblatt ist unter Steingart in jedem Fall streitbarer geworden …

    Aber auch wenn die Handelsblatt-Aktion nicht jedem gefällt, zum Wechsel hat er eben nicht (oder zumindest nicht explizit) aufgerufen. Er schreibt: „Ich will Sie nicht zum Wechsel ermuntern, auch um die prekäre Lage unseres Wettbewerbers nicht zu verschärfen. Aber ich möchte Ihnen anbieten, unsere (doppelt so starke) Zeitung zusätzlich zu nutzen.“

    Und sein Argument finde ich ebenfalls richtig: „In Zeiten wie diesen sollten wir alle sparen, das ist ja richtig. Aber doch nicht bei der Information und ihrer Einordnung.“

    Schlau wäre es von der FTD, zum Gegenangriff zu blasen und den Handelsblattlesern ein ähnliches Angebot zu machen („das Wichtigste wissen“) – ich würde zugreifen und dann kann man ja sehen, welche Zeitung sich durchsetzt …

  2. […] Fledderei…Post von Horn sr_adspace_id = 1000007954907; sr_adspace_width = 300; sr_adspace_height = 250; […]

  3. Martin Böttger sagt:

    Das was hier als Charakter erkennbar wird, hat meines Wissens auch neben anderen Faktoren verhindert, dass der Mann, was er wohl angestrebt hat, Spiegel-Chefredakteur geworden wäre.
    Das Erscheinungsbild des Handelsblattes hat er für meinen Geschmack angemessen modernisiert, den ideologisierten Inhalt dagegen kaum. Inhaltlich ist aus meiner Sicht die FTD wg. einer – bisher – größeren Meinungsbreite zu bevorzugen.

  4. Muss mich wohl zumindest teilweise korrigieren: G+J war anscheinend „not amused“, dass Steingart 1.000 Frei-Abos raushaut: http://www.horizont.net/aktuell/medien/pages/protected/Handelsblatt-vs.-FTD-Klusmann-macht-ein-bisschen-den-Steingart_109710.html

  5. […] Horn schreibt über den Versuch des Chefredaktuers des Handelsblatts, Gabor Steingart, den Konkurrenten ftd zu […]

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