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Nebenbei

  • Auf Merz ist Verlass

    Eines muss man Friedrich Merz lassen: Auf ihn ist Verlass. Sobald es darauf ankommt, übermannen ihn Aussetzer. 2002 verlor er den Fraktionsvorsitz. Er kam nicht auf die Idee, sich die Hilfe von CSU-Chef Stoiber zu sichern. Wohl aber Merkel. Sie gab Stoiber für den Fraktionsvorsitz die Kanzlerkandidatur. Merz schaute in die Röhre. Als er 2018 gegen Kramp-Karrenbauer um den CDU-Vorsitz kandidierte, vergaß er, Teile der Jungen Union an sich binden. Seine Kandidatenrede fanden selbst seine Fans miserabel. Die Konkurrentin gewann. Wieder schaute er in die Röhre. Derzeit kämpft er erneut um den CDU-Vorsitz, diesmal gegen Laschet und Röttgen. Was passiert? Er patzt. Er rückt Schwule in die Nähe von Pädophilen. Prompt steht er mitten im Shitstorm und als Mann von vorgestern da. Er hat gute Aussichten, bei der Wahl wieder in die Röhre zu schauen. Selbst seine Fans sollten inzwischen wissen: Merz tut nichts, wenn er handeln müsste. Er versagt, wenn er die richtigen Worte sprechen müsste. Er plappert drauf los, wenn er den Mund halten sollte. Man fragt sich: Wie kommen Leute in der CDU nur auf die Idee, ein Mann wie er, der noch nie ein Regierungsamt innehatte und im entscheidenden Moment zu versagen pflegt, könnte die Union hinter sich vereinen, Deutschland führen, Europa zusammenhalten, beide durch Krisen führen und sie zwischen China, Russland und den USA über Wasser halten? – Ulrich Horn

Brüder im Geiste

Donnerstag, 13. März 2014

Politik

(uh) Vor gut einem Jahr enttarnte sich Hoeneß als Steuerbetrüger, nicht aus Einsicht, sondern auf journalistischen Druck. Der Moralapostel entlarvte sich als bigott. Dennoch klammerte er sich an sein Präsidenten-Amt. Seither wirkt er nur noch jämmerlich. Damit befindet er sich in guter Gesellschaft.

Seit mehr als einem Jahr halten die Spitzen der Wirtschaft, die im Bayern-Aufsichtsrat sitzen, ihre Hand über ihn – so hantieren Mächtige unter sich, die auf den Rest pfeifen. Dabei hat Hoeneß doch die Bürger betrogen, denen diese Manager die Produkte ihrer Konzerne verkaufen wollen.

Winterkorn (VW), Stadler (Audi), Höttges (Telekom), Hainer (Adidas), Markwort (Focus) und Rampl (UniCredit) orientieren sich bei ihrer Haltung zu Hoeneß nicht an Anstand und Moral und auch nicht an den Regeln guter Unternehmensführung.

Sie verlangen nämlich schon beim Verdacht auf Betrug Konsequenzen. Wären jene Manager, die im Bayern-Aufsichtsrat sitzen und Hoeneß beschirmen, mit Steuerbetrug aufgekippt, wären sie längst aus ihren Unternehmen geflogen.

Um Hoeneß im Amt zu halten, versuchten sie, die öffentliche Meinung in diese Richtung zu steuern. Damit sind sie gegen die Wand gefahren. Hoeneß macht ihnen einen Strich durch die Rechnung. Der Steuerbetrüger entpuppt sich noch zusätzlich als übler Zocker. Nun stehen die Spitzenmanager dumm da, diskreditiert als Brüder im Geiste und als Lehrbuch-Beispiel für das Stichwort „Selbstdemontage“.

Apropos kläglich: Seit gut einem Jahr ist das alles bekannt. Doch erst jetzt nehmen die Medien wirklich Anstoß. Die meisten schauten mehr als ein Jahr lang weg. Nun bellen sie, was das Zeug hält. Dabei haben sich die Übeltäter längst selbst gefangen.



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9 Kommentare zu “Brüder im Geiste”

  1. Martin Böttger sagt:

    Sehr wahr. Alles. Und weil das so ist, frage ich als Gladbach-Fan und also lebenslanger FC-Bayern- und Hoeneß-Verächter mich schon, wer den „armen“ Mann nur so reingelegt hat. Ist es ein Bürgerkrieg in der CSU, dem er zum Opfer fällt? Oder in einem der hier aufgezählten Konzerne?

  2. Sie meinen, sie stehen über dem Gesetz. Sie halten sich für die Elite dieses Landes. Kein Anstand, kein Ehrgefühl, nur Geld. Das hat auch jeder Lude.
    Auch die Journaille hat sich kaufen lassen, der strahlende Held des Fußballs muss doch vor dem Knast bewahrt werden. Feuer aus allen Rohren aus dem Schmierblätterwald. Wie zu hören ist, fordert die Staatsanwaltschaft 4 1/2 Jahre, daraus werden dann 2 Jahre und nach einem Jahr ist er wegen guter Führung auf Bewährung frei. Schaun wir mal.

  3. Es ist wirklich die Frage, ob aus diesem erlauchten Kreis der Aufsichtsräte, nicht „Ratschläge“ an Uli ergangen sind, die ihn zum Zocken ermuntert haben. Man sollte bei ihnen einmal die Steuerfahndung (Firma und Privat) vorbeischicken. Doch mir ist klar, dass dies nicht geschehen wird, denn außer der Partei DIE LINKE, werden alle von diesen ehrenwerten Herren in punkto Spenden bestimmt gut versorgt.

  4. Roland Appel sagt:

    Irrtum: Strafen bis zu 2 Jahren können zur Bewährung ausgesetzt werden. Es ist doch zu fragen, warum niemand recherchiert oder fragt, woher Hoeneß eigentlich seine 20 Mio. Zockerkapital wirklich hatte. Die Geschichte stinkt, wie die „jüdischen Vermächtnisse“ der Hessen-CDU. Dreistellige Millonenbeträge sollen über dieses Konto geflossen sein, liest man – woher und wohin? Er wird wohl auf Bewährung davonkommen und an seinem Patenstuhl festkleben bleiben. Der Konzern FC Bayern hat ein Compliance-Problem, aber morgen gehen die internationalen Geldschieber und Strippenzieher wieder ihren Hobbys nach: Kohle machen ohne Ende mit der Doofheit der Fans. Panem et Circenses.

  5. Martin Böttger sagt:

    Nicht so hastig. Relevante Teile des Rechtsstaates machen tatsächlich ihre Arbeit. Irgendwann kommt sowieso immer „alles“ raus. Und die Fußballblase wird auch eines Tages noch platzen, und zwar so zeitig, dass die meisten von uns es noch erleben werden.

  6. Wer einige Kommentare zum Urteil verfolgt, ist schon erstaunt über das Rechtsverständnis dieser Leute. Der gute Mann aus Bayern, der soviel für München getan hat, sollte höchstens zu einer Bewährungsstrafe verurteilt werden.
    Aber für den kleinen „Hühnerdieb“, der im Kaufhaus etwas geklaut hat, fordern solche Schwachmaten langjährige Freiheitsstrafen. Ich glaube U.H. hat selbst nicht geglaubt, dass er 4 1/2 Jahre aufgebrummt bekommt. Jetzt geht’s vor den BGH. Ob die gnädiger sind?

  7. Rainer Hertig sagt:

    @Roland Appel

    Genau so sieht es aus. Ich hoffe mal, dass der Staatsanwalt bis zu Revisionsverhandlung dieser Sache ebenso nachgeht wie der genauen Bestimmung und Aufschlüsselung der tatsächlich hinterzogenen Steuern. Zeit hierzu müßte ja im Gegenstz zur aktuellen Verhandlung vorhanden sein. Ich frage mich schon, warum außer der ZEIT keines der Mainstream-Medien die Frage aufgeworfen hat.

  8. Katharina sagt:

    Winterkorn (VW), Stadler (Audi), Höttges (Telekom), Hainer (Adidas), Markwort (Focus) und Rampl (UniCredit) orientieren sich bei ihrer Haltung zu Hoeneß nicht an Anstand und Moral und auch nicht an den Regeln guter Unternehmensführung.

    Ehemaliger OB Sauerland gehört auch zu der Riege.
    Das Unternehmen Rathaus Duisburg, besonders bezüglich der „LOVEPARADE“, unmenschlich und unmoralisch in den Abgrund oder soll ich schreiben, in den Sumpf befördert.
    Leider kommt dieser „Unternehmensführer“ nicht vor den KADI.
    Der andere Unternehmer „Schaller“ darf im Bezug zur „LOVEPARADE“ nicht unerwähnt bleiben.

    Meinen diese Herrschaften, weil sie Geld und Macht haben, könnten sie sich über alles hinwegsetzen und sich selbst wie Götter verhalten. (Leider werden sie auch von einigen
    Bevölkerungsanteilen zu Göttern gemacht und so behandelt.

    Kommt nur SCHADE bei raus.

    Lt. Beckenbauer hat Hoeneß nur eine Schlamperei begangen.
    Wirft ein schräges Licht auf König Beckenbauer.

    Gruß Katharina

  9. Nun hat Hoeneß die Revision ausgeschlagen und die Strafe akzeptiert. In keinem vorherigen und vergleichbaren Fall, wenn ein Verurteilter nicht in Revision geht, hat man einen Kommentar von Seiten der Regierung vernommen. Bei Hoeneß nun die „Primäre“: Unsere Kanzlerin hat öffentlich im TV vor der Entscheidung Uli Hoeneß´ „großen Respekt“ bekundet.

    Nun warte ich, bis die Kanzlerin Uli Hoeneß für das Bundesverdienstkreuz vorschlägt.

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