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Nebenbei

  • Trumps Theater

    Über die Geduld der US-Medien kann man nur staunen. Immer wieder schicken sie Journalisten zu Pressekonferenzen, bei denen Präsident Trump und seine Mitarbeiter lügen, was das Zeug hält, die Journalisten beschimpfen und deren Arbeitgeber verleumden. Es drängt sich schon die Frage auf: Müssen die Beschimpften die Lügen und Tiraden über sich ergehen lassen und sie dann auch noch verbreiten? Diese Frage provoziert die nächste: Wäre es nicht an der Zeit, den Transport der alternativen Fakten ihren Urhebern zu überlassen? Trump und seine Mitarbeiter müssten dann ihre Fakenews ohne Hilfe der meisten Medien an die Bürger bringen. Es stehen dazu Twitter, regierungsnahe Medien und auch Presseerklärungen zur Verfügung. Die Berichterstattung der geschmähten Medien über die Regierungsarbeit muss unter diesem Schritt nicht leiden. Er würde es Trump aber erschweren, sich als Opfer der Medien darzustellen und mit diesem Manöver Desinformation zu betreiben, während die Medien so arbeiten könnten wie bisher. Noch schwerer hätte er es, wenn die in Washington tätigen Medien einen Verein zur Veranstaltung von Pressekonferenzen gründeten und nahe beim Weißen Haus Büros anmieteten. Dorthin könnte der Verein dann Persönlichkeiten einladen, die zu aktuellen Themen etwas mitzuteilen haben, auch zu jenen, über die Trump gar nicht oder falsch informiert. Und schließlich, um ihm Einhalt zu gebieten: Können Journalisten und Medienunternehmen, die Trump wahrheitswidrig bezichtigt zu lügen, den Präsidenten und die US-Regierung nicht wegen übler Nachrede , Verleumdung und gegebenenfalls auch wegen Geschäftsschädigung verklagen? – Selbst wenn es ginge, würde es wohl nicht dazu kommen. Schade eigentlich. – Ulrich Horn

ZDF fällt aus der Rolle

Mittwoch, 22. Januar 2014

Nebenbei

(uh)Lohnt es, sich mit Lanz zu befassen? Wohl nur, weil sein Arbeitgeber das ZDF ist. Es reicht schon eine halbwegs gute Kinderstube, um zu bemerken, dass der Talkshow-Moderator seinen Gast, die Linken-Politikerin Wagenknecht, schlecht behandelte. Jemandem, den man zum Reden einlud, schneidet man nicht das Wort ab. Das war unprofessionell, vor allem aber ungehörig – gegenüber dem Gast und den Zuschauern. Sie wurden getäuscht: Statt Wagenknecht zu präsentierten, produzierte sich Lanz selbst. Der Mann ist überfordert. „Wetten, dass …“ machte er zum Gespött. Da blödelt er rum, als sei er in der Pubertät. US-Stars bedauern ihre Teilnahme. Dass es dennoch Politiker in seine Talkshow verschlägt, verwundert schon. Sie müssten längst wissen, dass er nur über zwei Verhaltensweisen verfügt. Entweder macht er seine Gäste nieder, wie jetzt Wagenknecht, oder er macht sich zu ihrem Kumpan, wie bei Kubicki. Beides ist anrüchig. Ob es klug ist, Gäste schlecht zu behandeln, muss das ZDF als Gastgeber mit sich abmachen. Dass es töricht ist, die Zuschauer schlecht zu behandeln, steht außer Frage. Niemand geht davon aus, dass sich die ZDF-Chefs bei den Zuschauern entschuldigen. Was sagt das über sie und ihre Anstalt aus?

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14 Kommentare zu “ZDF fällt aus der Rolle”

  1. Roland Appel sagt:

    Manchmal wünsche ich mich in die guten alten Siebziger Jahre zurück. Als Franz-Josef Strauss oder Herbert Wehner poltern konnten, was sie wollten, Kugelköpfchen Nowottny hat sie alle geschafft und auf die sachliche Ebene runtergeholt. Shows beschränkten sich darauf, dass Dietmar Schönherr und Vivi Bach ihre Teilnehmer versuchten zu ertränken, und Reiner Günzler testete im ZDF Autos, bis sie zerbrachen oder als Zieharmonikas gegen die Wand schleuderten und nicht, bis ihre Produzenten reichlich spendeten, wie dem ADehAZeh – auch sowas, wie der DOSB – grüß Dich, Michael Vesper!
    Ich finde, dieser Lunz oder Fanz ist es nicht wert, ihn zu MEDIEN zu zählen. Das ZDF mag mal drüber nachdenken.

  2. Elke Pohl sagt:

    Wie milde, Lanz als unprofessionell, ungehörig und unprofessionell zu bezeichnen! Viel schlimmer ist es, dass dieses öffentliche Fernsehen sich einer solchen Type bedient, um dem Propagandazweck der „übergeordneten“ öffentlichen Einrichtung“ zu genügen. Obwohl ich keine besondere Zuneigung für Frau Wagenknecht empfinde, fand ich es ungemein tapfer, wie sie diesem Hinrichtungsversuch widerstanden hat.

  3. Heinz Tutt sagt:

    Lanz hat sich so präsentiert, wie er ist – einfach peinlich. Er hat Wagenknecht noch nicht einmal niedermachen können. Das hat jeder beobachten können.

  4. gp sagt:

    Im Vergleich mit Herrn Lanz agierte Johannes B. Kerner als ZDF-Talker fast auf philosophischem Niveau.
    Allerdings ist eine formatübergreifende „Publikumsbeschimpfung“ wie Markus Lanz nicht ohne den „Segen von oben“ denkbar. Auch für die Programm-Macher der ö.r. TV-Anstalten – also ARD und ZDF – scheint es mittlerweile schlüssig zu sein, Flachbildschirme verlangen nach flachen Inhalten.
    Im „Ersten“ sowie den „Dritten“ ist es fast nahezu unmöglich, nicht von Herrn v. Hirschhausen, Frau Schöneberger oder z.B. durch das Format „Das große Quiz des XYZ…“ – dieses dann moderiert von vorgenannten Personen – belästigt zu werden.

    Sah kürzlich Aufzeichnungen von Talkshows mit R. Münchenhagen und H.-J. Rosenbauer.

    Isses Nostalgie oder waren die Typen einfach nur Journalisten?

  5. dr.pingel sagt:

    Lanz ist ja nicht der einzige. Vor einigen Monaten trat Sahra Wagenknecht bei Frau Maischberger auf. Die ganze Herrenriege (Jörges, Dohnanyi usw.) hat versucht, sie nur niederzumachen. Unterbrechen, totreden, jedes Mittel war Recht. Auch Frau Maischberger als Moderatorin griff nicht ein. Ich habe an den WDR geschrieben, warum man Wagenknecht wie einen räudigen Hund behandeln darf; natürlich blieb die Antwort aus.
    Noch eins: Der Streit zwischen Marietta Slomka und Sigmar Gabriel ist ja sehr hochgekocht worden. Wo bitte gibt es ein einziges Interview mit Angela Merkel, in dem diese kritisch zu ihrer Politik befragt wird, besonders zu ihrer verfehlten Austeritätspolitik und zum Thema „Arm und Reich“? Dort gibt es nur Hofberichterstattung, besonders vom ZDF.

  6. Nicht nur die Sendung mit Markus Lanz und dem Krawalljournalisten Jörges haben gezeigt, welche politische Zielsetzung sich das „öffentlich rectliche“ ZDF vorgegeben hat: Kampf der Linken.

    Dass Lanz und Jörges, aus „Pflichttreue“ und Profilierungssucht, maßlos überzogen haben, Lanz mit flegelhaftem Benehmen und Jörges mit wutverzerrtem Gesicht, war sicher nicht im Kalkül. Doch dass die dabei gewesenen „Künstler“ und Buchautoren dieses Schmierentheater kommentarlos mitverfolgt haben und keiner den Mut aufbrachte die Herren Lanz und Jörges auf ihr unfaires Verhalten hinzuweisen und zur Mäßigung aufforderten, ist bezeichnend für unsere so genannte „Elite.“

    Wie die stärkste Oppositionspartei DIE LINKE totgeschwiegen werden soll, zeigt sich in fast allen Nachrichtensendungen. Wird da eine Stellungnahme der Opposition gebraucht, kommt vorwiegend und fast automatisch immer ein Vertreter der Grünen zu Wort. DIE LINKE wird nur dann mit einbezogen, wenn man glaubt, sie negativ ins Bild setzen zu können.
    Im Übrigen sind fast alle Medien – auch die Tageszeitungen – so programmiert. Ausnahmen findet man fast nur noch im Internet, wie z. B. die Nachdenkseiten und Post von Horn. Dafür Danke.

  7. Franz Weiler sagt:

    Meiner Meinung nach sind wir mittlerweile auf US-amerikanischem Niveau sowohl in der Politik als auch in den Medien angekommen.
    Fachliche Qualifikation ist schon lange nicht mehr gefragt, nur vorauseilender Gehorsam.
    Zu Sahra Wagenknecht bzw. Markus Lanz bleibt nur zu sagen, dass ML einer Sahra W. weder intellektuell noch inhaltlich das Wasser reichen kann, von Professionalität ist bei ihm rein gar nichts zu spüren.
    Zu ZDF u. ARD bleibt nur die Frage: Warum bezahlen wir eigentlich Rundfunkgebühren-(beiträge )?

  8. Manfred Heinemann sagt:

    Also – nicht nur die Post von Horn erfreut mich! Zunehmend finde ich auch Gefallen an den Kommentaren Roland Appels. Ich habe ja nicht geahnt, welch intelligenter und humorvoller Bursche aus dem damaligen Paradiesvogellandtagskollegenbürschchen geworden ist! Beiden gebührt mein Respekt!

    Manfred Heinemann

    P.S. Warum die Aufregung um Herrn Lanz? Gar nicht ansehen (mir hat eine Veranstaltung mit ihm völlig gereicht!)!!

  9. Martin Böttger sagt:

    Die Kommentare liegen hier meiner Meinung nach noch nicht ganz richtig. Weder wird die Linke „totgeschwiegen“ noch „niedergemacht“, und schon gar nicht Frau Wagenknecht. In der Wirkung ist das Verhalten der Herren Lanz und Jörges die wirkungsvollste Werbung für die Linke und Wagenknecht. Denn erstens erzeugen sie Aufmerksamkeit, die sonst fehlen würde, zweitens schaffen sie Solidarität durch ihr flegelhaftes Benehmen und drittens ersparen sie der Linken inhaltliches Argumentieren, weil sie sie nur zeigen, aber nicht zu Wort kommen lassen (Mitleid mit dem Opfer!). Das ist das Optimum an Werbung, das für die Linke herstellbar ist.
    Wenn die CDU wirklich was gegen die Linke hätte, müsste der CDU-nahe Intendant Bellut also deswegen Lanz rauswerfen. Mein These ist jedoch: Die Linke mit der Strategie Wagenknechts ist genau das, was in Frau Merkels Machtstrategie passt. Darum wird sie so gerne eingeladen und so gerne schlecht behandelt. Sie selbst ist klug genug, das auch zu wissen. Und nimmt die zahlreichen Talkshoweinladungen zuverlässig an.
    Um diese politische Führung ist die Linke wirklich zu bedauern.

  10. S. Lehmann sagt:

    Ich bin überhaupt kein Freund der Linken. Aber diese Lanzes und Beckmanns müssen einen Haufen Geld von unseren GEZ-Gebühren bekommen, um unserer Regierung einseitig zu dienen und ja keine Opposition und Nachdenken aufkommen zu lassen. Die Masse der Leute wird im Fernsehen systematisch verblödet, um Merkel und Co. zu unterstützen. Das alles mit unserem Geld. Ich frage mich sowieso, wie eine ostdeutsche FDJ-Sekretärin unser Land regieren kann. Da haben wohl die Medien auch geholfen.

  11. Katharina sagt:

    Herr Lanz ist nicht der Erste und wird auch nicht der Letzte sein, der Frau Wagenknecht abmurkst.
    Bei „Hart aber Fair“ ist es dem Moderator auch fabelhaft gelungen, Frau Wagenknecht zu unterbrechen.
    Frau Wagenknecht ist eine außerordentlich intelligente Frau, die uns viel zu sagen hat.
    Leider wollen das gewisse Kreise nicht hören.
    Unbebequem ist sie für diese Menschen, weil sie zum Nachdenken oder Umdenken anregt. Da müßte man ja sich selbst und seine Meinung mal in Frage stellen. Wie mühsam.
    Also, ich höre ihr sehr gerne zu und ihren Gedankengängen. Sie selbst hat schon längst bewiesen, dass sie umdenken, dazulernen kann. Gruß an Frau Wagenknecht und Alles Liebe und Gute für sie.
    Katharina
    Lanz ist sowieso nicht relevant, zuviel Oberflächlichkeit und Eigenliebe in meinen Augen.

  12. kuba4711 sagt:

    Wer ist Lanz?
    Offensichtlich, weil wiederholt bewiesen, noch nicht einmal ein halbwegs begabter Moderator oder Journalist. Herr Lanz repräsentiert aber eine Vielzahl von überbezahlten Propagandisten des herrschenden Neoliberalismus in unserer banana republika. Der Gast dieser sog. Sendung, Herr Jörges, ist da nur ein weiterer Vertreter aus der Kategorie „extrem überbezahlter Chefredakteur!“ Hier passt, den alten Marx sinngemäß zu zitieren: „Das materielle Sein bestimmt – auch bei Chefredakteuren – das politische Bewusstsein!“ Insoweit könnte man es mit der Bemerkung, dass all diese Zeitgenossen möglicherweise an zwei Zwangs- Neurosen leiden:
    !. Sie würden zu den Leistungsträgern dieser Gesellschaft gehören.
    2. Ihr – möglicherweise – gemeinsamer Steuerberater lebt in ständiger Angst vor einer drohenden Reform der Steuergesetze durch die politische Linke dieses Landes….
    auch gut sein lassen.
    Leider – wie so oft im Leben – liegen die zugrunde liegenden Probleme tiefer. Ein extremes Problem ist zum Beispiel die grundsätzlich unfaire und unsachliche Behandlung des ZDF und seiner ausgelesenen, politischen Moderatoren-Truppe gegenüber annähernd allen Vertretern der Linken. Ich darf an das berühmt-berüchtigte Sommer-Interview des ZDF mit dem sog. Journalisten „ZDF-Frey“ und dem damals noch offiziell auf Bundesebene aktiven Oskar Lafontaine erinnern.
    Das war schwarzer Kanal der EX-DDR in westlichem CDU-Orange, nur in exponentieller Form. Aber in journalistischer Hinsicht mindestens genau so unter jedem Niveau, welches das Grundgesetz dieses Landes einer öffentlich-rechtlichen Fernsehanstalt vorgibt, wie die aktuellen Vorgänge bei Lanz.
    Diese beteiligten, journalistischen Clown-Figuren scheinen sich nicht darüber klar zu sein, dass sie auch durch Gebühren von Wählern der Linken finanziert werden. Inzwischen ist man sich in gut bürgerlichen Kreisen dieser banana republika aber wieder so in der allgemeinen Gesinnung einig, das erinnert doch stark an die ideologischen Richtlinien der Hugenberg-Presse in der Weimarer Republik.
    Selbstverständlich liegt es mir fern dem ZDF, seinen entsprechend beauftragten Journalisten und die Art und Weise ihres Umganges mit der Linken als Wegbereiter eines neuen deutschen Nationalsozialismus bezeichnen zu wollen. Nein, aber als Agitatoren im Sinne einer bestimmten Wirtschaftsordnung, die inzwischen nicht nur in den Massenmedien den Stellenwert einer monotheistischen Theologie erreicht hat, allemal! Aber genau diese Wirtschaftstheorie hat ja spätestens seit 2008 in der sog. Finanzkrise kläglich versagt und scheitert seitdem täglich.
    Aber die bezahlten Apologeten des herrschenden Neoliberalismus erweisen sich dabei noch nicht einmal als fundierte Kenner unserer Verfassung, dem Grundgesetz. Dieses Grundgesetz, zumindest also unsere Verfassung, verhält sich neutral, was Wirtschaftsordnungen betrifft.
    Die Verfassung weist den Medien und dem Beruf des Journalisten aber so etwas wie die Funktion einer vierten, kontrollierenden Gewalt gegenüber den Mächtigen in Politik und Wirtschaft zu. Herr Lanz und Herr Jörges, wie alle anderen journalistischen Zerrbilder in „ZDF-CDU-Orange“, erweisen sich insoweit offenbar immer mehr als Gegner unserer Verfassung! Hört eigentlich unser Verfassungsschutz mit, wenn beim Kaffee-Kränzchen unseres regierenden Matriarchats: Liz Mohn, Friede Springer und Madame Kanzler Merkel die neuesten Direktiven für die vereinigten Chefredakteure in unserer banana republika formuliert werden?

  13. cource sagt:

    Oh, das sehen aber bestimmte rechtsgerichtete Hardliner ganz anders. Diese gehen von einer verweichlichten Gutmenschennation aus und versuchen mit aller Macht, das Volk wieder zum gegenseitigen Massakrieren aufzustacheln. Das dunkle Mittelalter der Barbaren lässt grüßen.

  14. Johanna-Beate Nielsen sagt:

    Der Knackpunkt liegt doch darin, dass ZDF und ARD daran interessiert sind, dass Sendungen genau so verlaufen. Richtig, auch Herr Platzberg unterbricht gern, wie auch Lanz und Maischberger, das ist gewollte Strategie, auf dass die Gitmenschen immer sehr viel gelobt werden. Wie lange das noch klappt? Der Zuschauer hat es in der Hand.

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