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Nebenbei

  • Auf Merz ist Verlass

    Eines muss man Friedrich Merz lassen: Auf ihn ist Verlass. Sobald es darauf ankommt, übermannen ihn Aussetzer. 2002 verlor er den Fraktionsvorsitz. Er kam nicht auf die Idee, sich die Hilfe von CSU-Chef Stoiber zu sichern. Wohl aber Merkel. Sie gab Stoiber für den Fraktionsvorsitz die Kanzlerkandidatur. Merz schaute in die Röhre. Als er 2018 gegen Kramp-Karrenbauer um den CDU-Vorsitz kandidierte, vergaß er, Teile der Jungen Union an sich binden. Seine Kandidatenrede fanden selbst seine Fans miserabel. Die Konkurrentin gewann. Wieder schaute er in die Röhre. Derzeit kämpft er erneut um den CDU-Vorsitz, diesmal gegen Laschet und Röttgen. Was passiert? Er patzt. Er rückt Schwule in die Nähe von Pädophilen. Prompt steht er mitten im Shitstorm und als Mann von vorgestern da. Er hat gute Aussichten, bei der Wahl wieder in die Röhre zu schauen. Selbst seine Fans sollten inzwischen wissen: Merz tut nichts, wenn er handeln müsste. Er versagt, wenn er die richtigen Worte sprechen müsste. Er plappert drauf los, wenn er den Mund halten sollte. Man fragt sich: Wie kommen Leute in der CDU nur auf die Idee, ein Mann wie er, der noch nie ein Regierungsamt innehatte und im entscheidenden Moment zu versagen pflegt, könnte die Union hinter sich vereinen, Deutschland führen, Europa zusammenhalten, beide durch Krisen führen und sie zwischen China, Russland und den USA über Wasser halten? – Ulrich Horn

NSA macht Top-Promis

Sonntag, 27. Oktober 2013

Nebenbei

(uh) Wie verlief das Telefongespräch zwischen Obama und Merkel? Wir erfahren einiges aus den Zeitungen, also leider nur aus zweiter Hand. Den Wortlauf kennt womöglich die NSA. Sie könnte eine Ton-Aufnahme haben. Hat sie auch ein Video? Wir werden es nicht erfahren. Sie würde es bestreiten. Was wäre, wenn Merkel dieses Blog läse und Post-von-Horn anriefe? Würde mich die NSA registrieren? Oder stecke ich bereits in ihrem Computer? Habe ich dort eine Akte? Liest gar jemand Post-von-Horn bei der NSA? Als bekannt wurde, dass sie Merkel abhörte, ging ein Zucken durchs Land. Merkel hat viele Gesprächspartner. Ihnen wurde schlagartig klar, dass sie bei der NSA aktenkundig sind. Bisher wiesen sich Promis durch Bodyguards und Chauffeure aus. Solche Insignien reichen nicht mehr, um als prominent durchzugehen. Top-Promis haben eine NSA-Akte. Sie macht den Unterschied zur B-Prominenz. Oder glaubt jemand, die NSA höre Becker und Pocher ab? Wozu auch? Sie verrichten ihr Geschäft ohnehin öffentlich. Bisher wusste man nie so recht, wen man als Promi betrachten durfte. Seit aufflog, dass Merkel abgehört wird, herrscht Klarheit: Wer einen Anruf Merkels erhielt, hat eine NSA-Akte und spielt in der Championsleague. Möchte man unter diesen Bedingungen einen Anruf von Merkel erhalten? Arm dran sind jene, die Merkel nie anrief. Sie haben vielleicht eine NSA-Akte und sind Top-Promis – und wissen das gar nicht.

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2 Kommentare zu “NSA macht Top-Promis”

  1. Ein Gerücht geht um, Gabriel hätte sich per SMS bei der NSA beschwert, mit den Worten: „Die Merkel wird abgehört – warum nicht auch ich?“ NSA hat zurückgesimst, man habe bei Obama um einen Auftrag nachgesucht, doch Obama fragte nur: „Wer ist Gabriel?“.

    • dr.pingel sagt:

      Vor Jahren kam heraus, dass der Schweizer Geheimdienst über Prominente und Intellektuelle, vor allem kritische (naja, das waren nicht so viele) Akten angelegt hatte. Franz Hohler, der führende Schweizer Kabarettist, war dabei vergessen worden. Darüber hat er sich bitter beschwert.
      Ich selber war zu DDR-Zeiten regelmäßig zu Besuch bei Freunden in Jena. Die Anfrage nach einer Stasi-Akte ergab nichts. Da war ich enttäuscht.

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