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Nebenbei

  • Merz bleibt Fritzchen

    Was haben sich die Merz-Fans für ihn in die Kurve gelegt! Und was macht er? Er kehrt ihnen den Rücken. Sie wollten ihn heimholen. Nicht irgendwie, sondern als CDU-Chef samt Freifahrtkarte ins Kanzleramt. Sie machten sich die schönsten Hoffnungen. Er ging auf Werbetour durch die Partei. Sie sangen auf ihn Loblieder. Sie hörten selbst dann nicht auf, als er seinen Parteitagsauftritt versemmelt hatte. Nun wollten sie ihn mit der Option auf die Kanzlerkandidatur ins Kabinett drücken. Und was passiert? Der Mann, der die AfD kleinkriegen und die CDU wieder groß machen wollte, nimmt sich aus dem Verkehr. Er lässt sich in irgendein Ratgebergremium abschieben. Wahlkampf für die CDU will er auch nicht machen, selbst in Ostdeutschland nicht, wo die AfD auf dem Vormarsch ist. Aus der Traum vom CDU-Frühling mit Merz. Der Friedrich stellt seine Fans in den Regen. Fritz will Fritzchen bleiben. – Ulrich Horn

Ein vernünftiger Papst

Freitag, 25. Oktober 2013

Nebenbei

(uh) Papst Franziskus bestätigt den guten Eindruck, den er seit seiner Wahl hinterlässt, auch in heiklen Situationen. Viele Menschen erwarteten, er würden den Limburger Bischof Tebartz-van Elst absetzen, dem Prunksucht, Verschwendung und Falschaussage vorgeworfen wird. Der Papst erfüllt diese Erwartungen nicht. Nun sind viele überrascht und enttäuscht. Das wiederum ist das eigentlich Überraschende und Enttäuschende. Die Überraschten und Enttäuschten sind offenbar der Ansicht, einem Papst – quasi als höchster Instanz – stehe es zu, selbstherrlich und selbstgerecht zu urteilen. Franziskus teilt dieses Amtsverständnis offenbar nicht. Gott sei Dank, kann man nur sagen. Auch in dieser Hinsicht verhält sich er sich angemessen. Er suspendiert den umstrittenen Bischof und wartet die Untersuchungen der Staatsanwaltschaft und der Bischofs-Kommission ab, die ermitteln soll, was es mit den Limburger Baukosten auf sich hat. Der Papst tut das Selbstverständliche, das offenbar nicht mehr als selbstverständlich gilt: Er prüft, ehe er handelt. Er agiert sich nicht klug oder gar weise, sondern vernünftig. Der Fall Tebartz-van Elst muss sauber aufgearbeitet werden. Alle Fakten müssen auf den Tisch. Erst dann können Konsequenzen gezogen werden, um den Schaden zu heilen, der in Limburg entstand. Es wäre zu wünschen, die Kirche handelte bei ihren anderen, weit schlimmeren Skandalen ähnlich besonnen. Man darf hoffen. Franziskus ist ja erst ein paar Monate im Amt.

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4 Kommentare zu “Ein vernünftiger Papst”

  1. dr.pingel sagt:

    In der Rechtsprechung gibt es den Begriff „schlüssige Handlung“. Der wird angewandt, wenn eine Verkäuferin einen Pfandbon stiehlt oder nach Ladenschluss einem Obdachlosen ein Brötchen schenkt, das sonst im Müll landet. Da wird nicht geprüft, sondern entlassen. Das Brötchen hier ist 31 Mio teuer und steht da: Eine Unschuld des Bischofs kann da doch nicht mehr herauskommen! Die Untersuchung kann doch nur noch ergeben, dass da noch mehr Leute entlassen werden müssen.

  2. flurdab sagt:

    Ja, der Papst macht Mut und Hoffnung.

    Im Übrigen hat der Bischof das Geld nicht veruntreut oder sich auf kriminelle Art beschafft. Es stand ihm zur Verfügung. Ob dies sinnvoll oder adäquat ist oder war, muss innerhalb der katholischen Kirche geklärt werden.

    Aufregen über Verschwendung und Korruption kann man sich als Steuerzahler in Deutschland an vielen Orten und Objekten.
    Dort ist es auch angebracht.
    Bei Belangen einer Institution, die ihr eigenes Recht pflegt, ist diese unangebracht.

  3. Arnold Voss sagt:

    Ein Gerechter in den Mauern der Institution, die „ihr eigenes Recht“ so „pflegt“, dass dort bis heute, trotz vielfach nachgewiesenem Kindesmissbrauchs, keiner der Täter angemessen zur Rechenschaft gezogen worden ist? Gäbe es einen Gott, man würde ihn im gesamten Universum lauthals lachen hören.

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