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Nebenbei

  • Steinmeier und Yücel

    In der Türkei sitzen viele Dutzend Journalisten im Gefängnis. Unter ihnen befindet sich auch Deniz Yücel, Er ist türkischer und deutscher Staatsbürger. Bundespräsident Steinmeier hat seine erste Rede für einen Appell an den türkischen Präsidenten Erdogan genutzt. „Geben Sie Deniz Yücel frei!“ Eine selbstverständliche und dennoch bemerkenswerte Forderung. Die meisten Bundespräsidenten hielten sich aus der Tagespolitik heraus. Dass Steinmeier anders verfährt, hat ihn viel Lob eingebracht. Es hieß, er sei ein Präsident mit Biss, ein Mann, der klare Kante zeigt. Wem nutzt dieser Auftritt? Zunächst ihm selbst. Die positive Resonanz ermuntert ihn, dem eingeschlagenen Weg zu folgen. Risikolos ist er nicht. Er kann ihn über die Grenze hinausführen, von der an er zum Richter über die Politik der Regierung wird. Genützt hat Steinmeiers Auftritt auch jenen Bürgern, denen er aus dem Herzen sprach. Sie können sich verstanden fühlen. Nützt Steinmeiers Auftritt aber auch Yücel? Erdogan wird wohl den Teufel tun und ihn freilassen. Mit Steinmeiers Appell ist der Fall zur Prestigefrage geworden. Gäbe Erdogan nach, würde er in den Augen seiner Anhänger Schwäche zeigen. Er hätte sich deutschem Druck gebeugt und eingestanden, dass Yücel unrechtmäßig festgehalten wurde. Erdogan verlöre sein Gesicht. Je heftiger er öffentlich bedrängt wird, desto länger wird er Yücel festhalten. Der Journalist wird vermutlich erst freikommen, wenn gewährleistet ist, dass Erdogan sein Gesicht behält. Für Yücel aussichtsreicher wäre es wohl, statt mit öffentlichen Appellen auf diplomatischem Wege Druck auszuüben. Erdogan wird das Gefängnistor erst öffnen, wenn es für ihn teurer wird, Yücel gefangen zu halten als ihn freizulassen. – Ulrich Horn

Blog-Fundsachen ... Nr. 46 - 2013

Heino, Grüne, Türken, China, Verlage, Bank

Freitag, 22. Februar 2013

Blog-Tipps

(uh) Die Blogs beantworten Fragen über Fragen, zum Beispiel diese über das Rätsel der Grünen: Ist Heino wirklich einer der Ihren? Und: Warum verlassen gut ausgebildete Türken Deutschland? Kämpfen in der chinesischen Volksbefreiungsarmee auch Hacker? Wie sehen die Presseverlage ihre Zukunft? Und zum Schluss: Wie erhöht die Deutsche Bank ihr Eigenkapital?

1. Politik

a. Grün ist die Täuschung
Wer erinnert sich heute noch an die verschiedenen Pole und Richtungen, die im Parteigründungsprozess der Grünen eingebunden waren? Dass die Ökosozialisten sich anfänglich durchsetzten, progressive Parteistrukturen durchrangen und damit tatsächlich eine gänzlich neue Parteikultur schufen, gehört heute zum Mythos, von dem die heutigen Grünen noch zehren. Sie und all diejenigen, die sich in der Nähe zu den Grünen wähnen.
Aus: ad sinistram

b. „Die „nicht-integrierten“ Türken bleiben hier.“

In Bezug auf die türkeistämmige Bevölkerung in Deutschland zeigen quantitative Studien, dass diejenigen mit höherer Qualifikation mobiler sind und eher in die Türkei abwandern. Die weniger Qualifizierten oder, wie Sarrazin es sagt, die „Nicht-Integrierten“, bleiben hier.
Aus: The European

c. Chinas Stellenanzeige für Hacker

Dem Text der Anzeige zufolge wirkt das Angebot verlockend: Bis zum Abschluss gibt es ein Stipendium, danach winkt eine Festanstellung bei der Volksbefreiungsarmee. Wer Interesse habe, soll ich an Professor Peng von der Absolventenabteilung wenden. Gefunden hat das Stellenangebot die “China Digital Times”, ein angesehenes Projekt von US-Journalistikstudenten.
Aus: Handelsblog

2. Medien

a. Zur Zukunft der Presse: Angst lähmt die Verlage
Die Verlage bestehen auf mehr Regulierung ihrer Konkurrenz und weniger Daten- und Verbraucherschutz. Zwar scheinen alle Presseverlage ihre Angst vor dem digitalen Markt verloren zu haben, die Versteifung auf staatlichen Schutz scheint aber dazu zu führen, dass innovative Geschäftsmodelle kaum noch gesucht werden. Wie die Zukunft der Presse aussieht, bleibt ungewiss. (Dieser Text wird veröffentlicht unter einer CC BY-SA-Lizenz.)
Aus: Charta

SCHLUSSPUNKT – Der Wirtschaftstext des Tages

Deutsche Bank und Mathematik
Die Bank hat also die Risiken um 26 Mrd. Euro reduziert, indem sie die Computer anders programmiert hat. Die Kernkapitalquote ist via clever mathematics erhöht worden. Das bedeutet aber nicht, dass die Deutsche Bank das Risiko tatsächlich verringert hat. Das Risiko ist nach Überzeugung der Bank nun lediglich gehedgt. Wie effektiv, kann ein Investor nicht einschätzen.
Aus: ACEMAXX-ANALYTICS

Die Aussagen der Autoren geben nicht in jedem Fall meine Meinung wieder. (uh)

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