Schrift verkleinern Schrift vergrößern
RSS RSS-Feed

Nebenbei

  • Wie in der DDR

    Das Land NRW ist für 10.000 Brücken zuständig. Rund 6.600 sind älter als 30 Jahre. In welchem Zustand sie sich befinden, weiß das Land nicht. Politiker haben sie einst errichten lassen, offenbar im Glauben, sie hielten ewig. Vorkehrungen für Erhalt, Sanierung und Neubau trafen sie nicht. Heute fehlen dem Land und den Kommunen nicht nur die Mittel, Schäden schnell zu beheben. Es fehlt sogar das Geld und das Personal, sich rasch einen Überblick über den Zustand der 6.600 alten Brücken zu verschaffen. Die Landesregierung weiß, dass sie ein Problem hat. Von seinem Ausmaß hat sie jedoch keine Ahnung. Ändern wird sich dieser beklagenswerte Zustand vorerst kaum. Mit welchen Größenordnungen und Zeiträumen man bei der Sanierung rechnen muss, lässt sich vermuten, wenn man auf die Sanierungsleistungen der letzten Monate schaut. Seit 2013 wurden in NRW 32 Projekte in Gang gesetzt, um marode Brücken tauglich zu machen. Muss nur die Hälfte der alten NRW-Brücken repariert werden, kann es Jahrzehnte dauern, bis die Schäden beseitigt sind. Staus werden zunehmen, und auch der Wirtschaftsstandort NRW wird leiden. Wie schlecht es um die Straßen in diesem Bundesland bestellt ist, wird deutlich, wenn man durch die Niederlande oder Bayern fährt. Dort weiß man um den Wert der Infrastruktur. Sie wird gepflegt. Das sieht man ihr an. In NRW erinnert der schlechte Zustand der Straßen mancherorts an die DDR. Unwillkürlich stellt sich die Frage: Können Brücken zwischen Rhein und Weser einstürzen? Können Menschen dabei zu Schaden kommen? In diesem Fall möchte man nicht Opfer sein – aber auch nicht NRW-Ministerpräsidentin oder NRW-Verkehrsminister. – Ulrich Horn

Kinkerlitzchen

Sonntag, 3. Februar 2013

Nebenbei

(uh) Das TV-Duell zwischen Merkel und Steinbrück wird die Bundestagswahl kaum beeinflussen. Wohl aber Staub aufwirbeln. Union und SPD werden schon im Vorfeld versuchen, vermeintliche Vorteile zu gewinnen. Die Duell-Anbahnung jedenfalls missriet der SPD. Ihr Bemühen, Steinbrück nach seinen Pannen im Zaum zu halten, hatte nicht lange Erfolg. Statt seine Forderung nach zwei Duellen wirken zu lassen, spitzte er die Sache zu. Es werde sich zeigen, ob Merkel „sich darauf einlässt oder kneift“, stichelte er. Die Kanzlerin lehnte ab. Warum soll sie ihm eine zweite Chance bieten, ihr auf Augenhöhe zu begegnen? Hätte er die Polemik unterlassen, wäre der Eindruck entstanden, sie kneife. Doch er konnte es sich nicht verkneifen, sie unter Druck zu setzen. Damit verpuffte der gewünschte Effekt. Seine Polemik lässt ihre Ablehnung als berechtigte Abfuhr erscheinen. Das Duell gilt als Höhepunkt des Wahlkampfes. Bis es soweit ist, wird es immer wieder um solche Kinkerlitzchen gehen. Dabei hat das Duell seinen Ruf zu Unrecht. Es lockt zwar Zuschauer an. Ob es sie bewegt, zur Wahl zu gehen, steht jedoch dahin. Die Wahl entscheidet es sicher nicht. Ihr Ausgang hängt eher davon ab, was aus den kleinen Parteien wird.

Ein Kommentar zu “Kinkerlitzchen”

  1. […] Debatte II: Kinkerlitzchen…Post von Horn […]

Schreiben Sie einen Kommentar

Ja, ich möchte über neue Blog-Beiträge per E-Mail informiert werden.