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Nebenbei

  • Der Welten Lohn

    Es gab einmal einen Politiker, der erzielte einen großen Erfolg. Er kam zustande, weil ihm ein anderer Politiker geholfen hatte. Kurz nach dem Erfolg telefonierte ich mit dem Helfer. Sein erfolgreicher Parteifreund werde ihn nun doch sicher belohnen, sagte ich. Der Helfer antwortete skeptisch: „In der Politik ist Dankbarkeit flüchtig.“ Daran musste ich denken, als ich jüngst auf zwei Artikel stieß. Der eine stammt von 2011, NRW-Ministerpräsidentin Kraft war gerade ein Jahr im Amt. Damals kam Kritik auf, ihre Kontakte zur Wirtschaft seien unterentwickelt. Der Spiegel berichtete, der damalige WAZ-Geschäftsführer und frühere Berater von Ex-Kanzler Schröder, Bodo Hombach, habe seine Kontakte zur Großindustrie spielen lassen, um Kraft die Wirtschaft näher zu bringen. Über sein Verhältnis zu Kraft sagte Hombach damals dem Spiegel: „Ich glaube, das ist der Beginn einer schönen Freundschaft.“ Der zweite Artikel stammt vom 23. August 2014. Die Rheinische Post berichtete, SPD-Chef Gabriel habe Hombach für das Kuratorium der RAG-Stiftung vorgeschlagen – wohl vergeblich. Kraft solle sich gegen Hombach quergelegt haben. Da fiel mir wieder das Zitat jenes Politikers ein, der seinem Parteifreund zum Erfolg verholfen hatte: „In der Politik ist Dankbarkeit flüchtig.“ Der Volksmund formuliert schroffer: Undank ist der Welten Lohn. - Ulrich Horn

Kinkerlitzchen

Sonntag, 3. Februar 2013

Nebenbei

(uh) Das TV-Duell zwischen Merkel und Steinbrück wird die Bundestagswahl kaum beeinflussen. Wohl aber Staub aufwirbeln. Union und SPD werden schon im Vorfeld versuchen, vermeintliche Vorteile zu gewinnen. Die Duell-Anbahnung jedenfalls missriet der SPD. Ihr Bemühen, Steinbrück nach seinen Pannen im Zaum zu halten, hatte nicht lange Erfolg. Statt seine Forderung nach zwei Duellen wirken zu lassen, spitzte er die Sache zu. Es werde sich zeigen, ob Merkel „sich darauf einlässt oder kneift“, stichelte er. Die Kanzlerin lehnte ab. Warum soll sie ihm eine zweite Chance bieten, ihr auf Augenhöhe zu begegnen? Hätte er die Polemik unterlassen, wäre der Eindruck entstanden, sie kneife. Doch er konnte es sich nicht verkneifen, sie unter Druck zu setzen. Damit verpuffte der gewünschte Effekt. Seine Polemik lässt ihre Ablehnung als berechtigte Abfuhr erscheinen. Das Duell gilt als Höhepunkt des Wahlkampfes. Bis es soweit ist, wird es immer wieder um solche Kinkerlitzchen gehen. Dabei hat das Duell seinen Ruf zu Unrecht. Es lockt zwar Zuschauer an. Ob es sie bewegt, zur Wahl zu gehen, steht jedoch dahin. Die Wahl entscheidet es sicher nicht. Ihr Ausgang hängt eher davon ab, was aus den kleinen Parteien wird.

Ein Kommentar zu “Kinkerlitzchen”

  1. [...] Debatte II: Kinkerlitzchen…Post von Horn [...]

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