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Nebenbei

  • Opposition: Trübe Aussicht

    Über die Probleme, eine Jamaika-Koalition zu bilden, geraten die Schwierigkeiten der Oppositionsparteien ein wenig aus dem Blick. SPD, Linke und AfD sind in sich zerstritten. In allen drei Parteien kämpfen verschiedene Lager gegeneinander (siehe: hier, hier und hier). Vermutlich kommt eher eine Jamaika-Koalition zustande, als dass die Opposition funktionsfähig wird. Reicht es nicht, wenn die Opposition parat steht, sobald die Jamaika-Regierung ihre Arbeit aufnimmt? Schön wär’s. Die Aversionen innerhalb der Linken sind wohl nicht mehr zu heilen. Die AfD zerbröselt, ohne dass ein Ende absehbar wäre, das die Mehrheit der Bürger auch gar nicht wünscht. Und die SPD? Sie will sich das ganze Jahr 2018 mit sich, ihrer Dysfunktion und deren Heilung befassen. Unter diesen Bedingungen wird es der Opposition schwerfallen, der Jamaika-Koalition, wenn sie denn zustande kommt, im nächsten Jahr Dampf zu machen. Derzeit spricht alles dafür, dass sich die Regierung ein Jahr lang Zeit damit lassen kann, in die Gänge zu kommen. Bleibt nur zu hoffen, dass die Probleme der Bürger nicht so lange warten und der nächsten Regierung Beine machen werden. – Ulrich Horn

Aufgelesen … Nr. 25 – 2013

Dienstag, 29. Januar 2013

Blog-Tipps

An dieser Stelle finden Sie eine Auswahl interessanter Beiträge aus Blogs. Die Aussagen der Autoren geben nicht in jedem Fall meine Meinung wieder. (uh)

1. Medien

a. Dann mach doch die Bluse zu!
Und die zweite Frage, die mir als Frau dazu einfällt, ist diejenige, wieso die Herren in der Redaktionsleitung des „Stern“ eigentlich eine junge Journalistin, die sich angeblich von einem Politiker bedrängt fühlt, ein ganzes Jahr noch auf weitere Termine mit dem gleichen Mann schickt? Wenn es also tatsächlich so unverzeihlich und dramatisch ist, was ein Brüderle sich da nachts an der Bar geleistet hat, dann hätte ein verantwortungsvoller Arbeitgeber seine junge Mitarbeiterin davor bewahren und schützen müssen, anstatt sie dem weiter auszusetzen. Stattdessen sitzt der Chefredakteur bei Günther Jauch und gibt den Vorkämpfer der Frauenbewegung.
Aus: The European

b. Der Niedergang eines Berufsstandes

Was wird eigentlich aus einer Gesellschaft ohne Journalismus? Braucht sie ihn und uns vielleicht gar nicht mehr? Und falls doch, wie soll ein Journalismus funktionieren, der aus Tagelöhnern und Dazuverdienern besteht – oder bestenfalls aus Menschen, die eine Unmenge an Idealismus mitbringen, weil es anders gar nicht mehr geht?
Aus: JakBlog

c. „Noch mehr zu arbeiten, ist nicht drin“

In den besten Zeiten, so um das Jahr 2000, hatten wir bei Tageszeitungen rund 15.000 Journalisten. 2011 waren es noch 13.000. Das zeigt, wie sehr die Arbeitsplätze ausgedünnt werden. Die Zeitungen selbst werden aber nicht unbedingt dünner. Da müssen die verbliebenen Redakteure für jene, die nicht mehr da sind, mit arbeiten.
Aus: Meedia

d. „Journalismus ist ein Beruf mit Zukunft“

Journalismus ist ein Beruf mit Zukunft. Das, was Journalisten können, kann sonst niemand. Wir finden und erzählen Geschichten. Nur gibt es dabei gerade ein Problem: Immer häufiger fehlen Journalisten die Mittel, ihre Arbeit zu tun. Mein Kollege Wendelin Hübner und ich schlagen darum ein Experiment vor, diesen besonderen Beruf anders zu finanzieren.
Aus: Meedia

e. Sinn kann’s nicht lassen

Lange Zeit war es um Hans-Werner Sinn ruhig geworden. Trotz medialer Schützenhilfe floppte sein im Herbst erschienener potentieller Bestseller „Die Targetfalle“ an den Ladenkassen. Von seinen ebenso kühnen wie falschen Thesen zu den Target-Salden will heute niemand mehr etwas wissen – auch Sinn selbst nicht, der mittlerweile in die Vorwärtsverteidigung übergegangen ist und die Argumente seiner Kritiker als seine eigenen ausgibt.
Aus: NachDenkSeiten

2. Politik

a. Bankenskandal beunruhigt Draghi
Die MPS-Bank ist hoch verschuldet und muss mit 3,9 Mrd. Euro vom Staat gestützt werden. Auf den ersten Blick ist dafür die linke Stadtverwaltung von Siena zuständig, die die Bank über eine Stiftung kontrolliert. Doch nun hat Berlusconi den Skandal in den Wahlkampf gezogen – und Premier Monti beschuldigt, der Pleitebank Staatsgelder hinterherzuwerfen. Indirekt treffen die Vorwürfe auch Draghi, weil der als Gouverneur der italienische Zentralbank für MPS zuständig war.
Aus: Lost in EUrope

b. China: Aufsichtsbehörden warnen vor Wirtschaftskriegen

Dass Chinas Aufsichtsbehörden für die Devisenmärkte die Gruppe der G-20 offen zu einer verstärkten Kooperation auffordern, um möglicherweise eskalierende Währungskriege zwischen einzelnen Wirtschaftsregionen zu verhindern, spricht Bände. Man muss sich die Frage stellen, ob es dazu nicht längst zu spät ist, wenn man sich anschaut, was in Japan, den Vereinigten Staaten oder Großbritannien vor sich geht. Wenn die EZB irgendwann mit in diesen Abwertungswettlauf einsteigt, wird es erst richtig losgehen.
Aus: Wirtschaftsfacts

Schlusspunkt: Der Wirtschaftstext des Tages

Der deutsche Glaube ans Sparen
Ungeachtet zunehmender internationaler Kritik forciert Berlin die deutschen Exporte und sucht der gesamten Eurozone eine entsprechende, für die Weltwirtschaft hochgefährliche Struktur zu oktroyieren. Wie aktuelle Daten des Statistischen Bundesamts sowie Berechnungen von Wirtschaftsforschungsinstituten bestätigen, gründet das Wirtschaftswachstum der Bundesrepublik immer stärker auf Exporten. Logische Kehrseite ist, dass viele Abnehmer der deutschen Ausfuhren ein steigendes Leistungsbilanzdefizit aufweisen und in eine fatale Verschuldungsspirale geraten.
Aus: German-Foreign-Policy.com

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