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Nebenbei

  • Wem die „Straße“ nutzt

    Schauen wir drei, vier Monate zurück. Was stellen wir fest? Damals vollzogen sich Metamorphosen. Rechtzeitig zur Wahl in den Niederlanden Mitte März verwandelten sich Journalisten in Auguren. Voller Inbrunst sagten sie Europas Ende voraus. sahen so abenteuerliche Gestalten wie Wilders, Le Pen, Höcke und Gauland die Macht übernehmen und die EU zerstören. Doch die Niederländer spielten nicht mit. Sie ließen sich nicht verrückt machen. Sie erteilten den Rechtsradikalen eine Abfuhr. Die Auguren in den Medien beruhigten sich nicht. Sie schauten auf die Präsidentschaftswahl in Frankreich und malten erneut den Teufel an die Wand. Wieder vergeblich. Die Franzosen kehrten Le Pen den Rücken, hissten die Europa-Flagge und folgten Macron. Auch dieses Wahlresultat beruhigte die Journalisten nicht. Nun sorgten sie sich, die französischen Wähler könnten bei der Wahl zur Nationalversammlung Europa in den Untergang treiben. Die Wähler taten das Gegenteil. Sie verschafften Macron die absolute Mehrheit, ließen den Front National verkümmern und mit ihm den Rest des vertrockneten politischen Establishments. Und nun? Nun raunen die Auguren, die Wahlbeteiligung sei extrem niedrig gewesen. Macron und seine absolute Parlamentsmehrheit könnten mit ihren Reformen am Widerstand der „Straße“ scheitern. Die „Straße“, wer ist das? Es ist vor allem der Gewerkschaftsbund CGT, der den Kommunisten nahesteht. Er ist für die Probleme mitverantwortlich, die Frankreich paralysieren und die Macron mit den vielen Anhängern seiner Partei La République en Marche! beheben will. Warum so viele Franzosen dennoch nicht wählen gingen? Vielleicht sammeln sie Kraft, um demnächst gegen die CGT und für Macrons Reformen auf die Straße zu gehen. Wen würde das wundern? Mich nicht. – Ulrich Horn

Was Deutschland bewegt

Sonntag, 27. Januar 2013

Nebenbei

(uh) Die Fixierung des FDP-Politikers Brüderle auf den Busen einer Stern-Reporterin Anfang 2012 nachts in einer Hotelbar wird heftig diskutiert. Die erste Empörung gebar manche Übertreibung. Mehr als 25.000 äußerten sich bei Twitter. Das gilt als Rekord. Viel scheint mir das nicht. Selbst kleine Regionalzeitungen haben höhere Auflagen. Seit die Empörungswelle zum Stichwort Sexismus etwas abebbt, kommen distanzierte Stimmen zu Gehör. Der Stern, der weniger den Sexismus als sich selbst thematisierte, wird zunehmend kritisiert. Auch das Verhalten der Reporterin steht in Frage. Es wird angemerkt, dass es auch Sexismus gegen Männer gebe, und bedauert, dass ein drittklassiges Thema hochgespielt werde, während wichtige Probleme kaum Resonanz fänden. Mancher Betrachter sieht darin einen Beleg für den Niedergang der Diskussionskultur und des Journalismus ( siehe: Aufgelesen … Nr. 23). Es bleibt festzustellen: Das Palaver hat begonnen, sich von Brüderle wegzuentwickeln. Während alle schwätzen, schafft er es, den Mund zu halten. Und kann beobachten, wie er allmählich aus dem Fokus der Aufmerksamkeit gerät. Bei all dem wundert mich: Wie konnte die Reporterin nur verstehen, was ihr der angesäuselte Brüderle in jener Nacht zuraunte? Ich kann ihn selbst dann nicht verstehen, wenn er nüchtern redet.

2 Kommentare zu “Was Deutschland bewegt”

  1. […] Was Deutschland bewegt: Die Fixierung des FDP-Politikers Brüderle auf den Busen einer Stern-Reporterin Anfang 2012 nachts in einer Hotelbar wird heftig diskutiert … postvonhorn […]

  2. […] Debatte II: Was Deutschland bewegt…Post von Horn […]

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