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Nebenbei

  • Lauern auf das Scheitern

    Die möglichen Spitzenkandidaten von Union und SPD für die Bundestagswahlen 2017 haben es schwer. Sie SPD beschädigte ihren Chef Gabriel mit einem schlechten Wahlresultat. CSU-Chef Seehofer bürstete Kanzlerin Merkel auf dem CSU-Parteitag wie ein Schulmädchen ab, das seine Hausaufgaben nicht gemacht hat. Schafft es Gabriel, Kanzlerkandidat zu werden? Wird Merkel seine Gegnerin? Ihre Partei versammelte sich demonstrativ hinter ihr. So deutlich das Signal der Geschlossenheit war, so notwendig war es nach Seehofers Demütigung. Es war es kein Ausdruck von Stärke. Es war notwendig, um den Riss in der Union zu verdecken. Die Zuwanderung hat Seehofer inzwischen Merkel wie einen Mühlstein an den Hals gehängt. Kaum hatte sie Flüchtlinge hereingelassen und betont: „Wir schaffen das“, scholl ihr aus der CSU entgegen: „Wir schaffen das nicht.“ Kaum hatte es Merkel abgelehnt, Obergrenzen festzulegen, verlangte die CSU genau dies. Kaum hatte es Merkel abgelehnt, die nationalen Grenzen zu schließen, forderte die CSU, die Grenzen dichtzumachen. Obwohl kaum jemand für uneingeschränkte Zuwanderung plädiert, setzt die CSU alle, die nicht ihrer Ansicht sind, unter diesen Verdacht mit dem Hinweis: Bis zum Frühjahr habe Merkel Zeit, die Zuwanderung zu stoppen. Sollten die Zahlen erneut hochschnellen, müsse eine andere Politik her. – Die CSU steht da und schaut zu, wie sich Merkel in der EU und in den Krisenregionen abrackert, um die Flüchtlingsbewegung einzudämmen. Die Einlassungen der CSU wirken so demotivierend und destruktiv wie die Attacken der SPD-Funktionäre auf Gabriel. Seehofer lauert – fast möchte man sagen, wie ein Geier – auf den Moment, an dem er Merkel vorwerfen kann, sie sei gescheitert. Was dann? Wird sie gehen müssen? Werden sich CDU und CSU trennen? Dass Seehofer Merkel abkanzelte, weist darauf hin: Die CSU will sich in Bayern retten. An der Regierungsbeteiligung in Berlin liegt ihr offenbar nichts mehr. – Ulrich Horn

Aufgelesen … Nr. 23 – 2013

Sonntag, 27. Januar 2013

Blog-Tipps

An dieser Stelle finden Sie eine Auswahl interessanter Beiträge aus Blogs. Die Aussagen der Autoren geben nicht in jedem Fall meine Meinung wieder. (uh)

1. Medien

a. Das Schreien der Lämmer
Dennoch möchte ich sagen, was mich wütend macht und warum.
Ich glaube, dass diese Debatte, die ich so wichtig finde, an mehreren Stellen falsch läuft. Das macht mich wütend, weil ich befürchte, dass sie deshalb verpuffen wird.
Aus: Fuck you, I’m human

b. #Aufschrei. Eine Frage des Respekts

Doch #aufschrei ist nicht der Kern. Denn all diese Dinge, von blöden Sprüchen bis zu tätlichen Übergriffen, können nur stattfinden, weil etwas Unabdingbares verloren gegangen ist: Respekt. Wenn mensch andermensch mit Respekt gegenübertreten würde, hätten wir (auch) dieses Problem nicht.
Aus: … Kaffee bei mir?

c. #Aufschrei – Ich bin gerne sexistisch

Das Prinzip „ihr streitet ich herrsche“ funktioniert wunderbar. Während sich das von Dschungelcamp und Co. völlig verdummte Volk mit Nebenthemen herum streitet, hat die Einheitspartei quasi Handlungsfreiheit. Rettung von Banken auf Zypern, Bankenunion, gemeinsame europäische Einlagensicherung und viele andere Themen sind nunmal nicht so interessant wie Sex. Dann lieber so wie ich: Sexistisch aber trotzdem nen klaren (=blonden) Kopf!
Aus: Jenny’s Blog

d. Der #Aufschrei der Herde

Auch wenn ich glaube, dass wir gar nicht genug über Themen wie Sexismus und Chauvinismus diskutieren können, missfällt mir diese Diskussion. Denn ich würde bei diesem Aufhänger aktuell lieber über manipulative Strukturen im Pressebereich reden und darüber wie mit Mitteln des Tendenz- und Kampagnenjournalismus versucht wird, die öffentliche Meinung zu beeinflussen.
Aus: Internet-Law

e. #aufschrei schreibt Twitter-Geschichte

Ich halte es für möglich, dass es sich bei #aufschrei um einen der bisher weitreichendsten gesellschaftlichen Weckrufe in Deutschland handelt, der durch den Einsatz sozialer Medien zustande kam.
Aus: netzwertig.com

f. #Aufschrei – ich breche ein Tabu

Eine Gruppendynamik, in der Widerspruch nicht mehr geduldet wird, weil jede vom Mainstream abweichende Meinung mit einem stigmatierenden Begriff wie “Sexist” sofort geahndet wird, ist für eine Gesellschaft, eine Demokratie und die Meinungsfreiheit Gift. Und jetzt breche ich das Tabu: Es gibt auch Sexismus, der Männer diskriminiert.
Aus: Online-Journalismus-Blog

g. Das Netz, kaputt aufgeschrien

Nach der Aufschrei-Diskussion ist meine Lust auf Netz-Debatten gerade bei ungefähr Null und die Enttäuschung groß: Außer einem sich gegenseitig die Dinge ins Gesicht Brüllen ist dort fast nichts passiert, was die Diskussion wirklich weitergebracht hätte.
Aus: Cicero online

h. Was man bei der Stern-Kritik an Brüderle beachten sollte

Das Thema “Sexismus” hätte, glaube ich, irgendwie nicht auf die Titelblätter des STERN im Januar 2012 gepasst.
Aus: Too much Information

i. Problematische Doppelbedeutung

Letzte Woche wollte der Stern mit einer ein Jahr alten Geschichte eines gründlich misslungenen Flirts des (in diesen Sachen nicht sehr auf zeitlicher Sittenhöhe wirkenden) FDP-Fraktionsvorsitzenden Rainer Brüderle mit einer damals 28-jährigen Journalistin anscheinend eine Kampagne gegen den Politiker lancieren. Das klappte nur bedingt.
Aus: Telepolis

2. Politik

a. Informationsgespräche über den Euro
Dass auch der italienische Ex-Ministerpräsident, der als „internationaler Berater“ für die Investmentbank Goldman Sachs fungierte (oder noch fungiert), Vorträge bei der Beratungsfirma im britischen Geheimdinestdunstkreis halten soll, ist potenziell durchaus interessanter als das, was der eher farblose Fuchs dieser Gruppe an Informationen geliefert haben könnte.
Aus: Telepolis

b. Polen kehrt UK den Rücken

Während Kanzlerin Merkel auf Schmusekurs zu Cameron geht, hat Polen bereits Konsequenzen aus dessen Europarede gezogen. Großbritannien habe seine Führungsrolle in Europa aufgegeben, sagte Außenminister Sikorski laut “EUobserver”. London könne nun nicht mehr auf Augenhöhe mit Berlin und Paris verhandeln. Dafür könne Warschau nachrücken.
Aus: Lost in EUrope

c. Co-Pilot – übernehmen Sie!

Schlampige Planung, desaströses Management, fahrlässige Aufsicht: mit seinem Rücktritt als Chef des Aufsichtsrates hat sich Klaus Wowereit selbst aus der Schusslinie genommen – in der Verantwortung bleibt er dennoch.
Aus: The European

Schlusspunkt: Der Wirtschaftstext des Tages

Finanz“markt“ – Eine Irreführung
Geld macht in jeder Höhe Sinn, denn es ist ein Platzhalter für Möglichkeiten. Die Gier liegt und lauert im Geld, nicht im Menschen. In seiner sozialen Dimension steht Geld für die Möglichkeit, sich die Arbeit anderer Leute zu kaufen. Dass sie mit Geld operiert, einem Medium, das den Horizont der Möglichkeiten ständig offen hält, macht einen Gutteil der Attraktivität der Wirtschaft aus. Macht hingegen, das Medium der Politik, ist dümmer. Wer seine Macht durchsetzt, raubt den Anderen Möglichkeiten, weil er auf einer bestimmten Option besteht. Wer bezahlt, reicht die Möglichkeiten, die eine bestimmte Geldmenge eröffnet, an Andere weiter und gibt sich selbst mit der einen gewählten Option zufrieden.
Aus: Carta

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