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Nebenbei

  • Es geht noch schlechter

    Um die Deutsche Bank und die Commerzbank steht es schlecht. Bundesfinanzminister Scholz (SPD) möchte ihren Verfall stoppen. Sie sollen sich zusammenschließen. Er hofft, vereint könnten sie eine stärkere Rolle spielen. Die Verhandlungen haben gerade begonnen. Sie werden beide Banken zunächst weiter schwächen. Um größeres Gewicht zu gewinnen, müssen sie Kosten senken. Sie gilt, Stellen zu streichen und Zweigstellen zu schließen. Beide Geldhäuser beschäftigen insgesamt gut 130.000 Menschen. Soll der Zusammenschluss den gewünschten Gewinn bringen, könnten 20.000 bis 50.000 Stellen wegfallen. Was werden die Mitarbeiter bei diesen Aussichten tun? Sie werden sich fragen, ob sie es sind, die demnächst auf der Strecke bleiben. Viele werden alles daransetzen, einen anderen Arbeitgeber zu finden. Sie werden sich umhören, Bewerbungen schreiben, sich auf Bewerbungsgespräche vorbereiten. Sie werden ihre finanziellen Verhältnisse straffen, um drohende Durststrecken zu überstehen. Sie werden sich zum Abwehrkampf gegen den Zusammenschluss formieren und an Protestaktionen teilnehmen. Bis die Vereinigung in trockenen Tüchern ist, falls es zu ihr kommt, wird einige Zeit ins Land gehen. Derweil werden sich die Beschäftigten mehr mit sich selbst als mit den Geschäften ihrer Bank befassen. Ist es abwegig abzunehmen, dass sich die schlechte Ertragslage der beiden Banken in nächster Zeit noch verschlechtern wird? – Ulrich Horn

Unanständige Selbstpreisung

Donnerstag, 29. November 2012

Nebenbei

(uh) Ulrich Hoeneß ist in der Fußballszene ein wichtiger Mann. Er war erfolgreich, vor allem als Manager. Er machte den FC Bayern zum wichtigsten deutschen Fußballverein. Der Club wuchs, Hoeneß nicht. Obwohl der FCB allen anderen überlegen ist, führt sich Hoeneß auf wie Mittelkasse Bezirksliga. Er schafft es nicht, seine Lebensleistung ruhig zu genießen. Beckenbauers Souveränität geht ihm völlig ab. Er muss andere Vereine herabsetzen, mit Absicht. Hoeneß sitzt die Furcht im Nacken, sein Club könnte in dieser Saison ähnlich erfolglos bleiben wie in den beiden Vorjahren. Ihn treibt die Furcht des verkrampften Strebers, von einem lässigen Begabten schon wieder an die Wand gespielt zu werden. Hoeneß muss sich selbst erhöhen. Am höchsten fühlt er sich, wenn er andere erniedrigt. Diese unanständige Art der Selbstpreisung ist so unverblümt wohl nur im Fußball möglich. Glaubt er, keiner merke, wie er sich auf Kosten anderer zum Affen macht? Niemand in der Fußballszene gibt ihm das zu verstehen. Wagt es niemand, oder wird sein Verhalten akzeptiert? In den 50er und 60er Jahren hätte einer wie er in der Schule Klassenkeile bekommen.

Ein Kommentar zu “Unanständige Selbstpreisung”

  1. Martin Böttger sagt:

    Lieber Herr Horn,
    die Kritik an Hoeneß teile ich, das Lob Beckenbauers dagegen keineswegs. Der ist immer noch jung und braucht das Geld. Warum sonst lässt er sich von Gazprom als „Sportbotschafter“ einspannen und lässt sich damit auf das Geldgier-Niveau des ehemaligen Bundeskanzlers und das von FC Herne-West 04 hinab? Ich unterstelle, dass Hoeneß sich immerhin dafür zu schade wäre, weil seine Instinkte für solche Instinktlosigkeiten noch funktionieren.

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