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Nebenbei

  • Es geht noch schlechter

    Um die Deutsche Bank und die Commerzbank steht es schlecht. Bundesfinanzminister Scholz (SPD) möchte ihren Verfall stoppen. Sie sollen sich zusammenschließen. Er hofft, vereint könnten sie eine stärkere Rolle spielen. Die Verhandlungen haben gerade begonnen. Sie werden beide Banken zunächst weiter schwächen. Um größeres Gewicht zu gewinnen, müssen sie Kosten senken. Sie gilt, Stellen zu streichen und Zweigstellen zu schließen. Beide Geldhäuser beschäftigen insgesamt gut 130.000 Menschen. Soll der Zusammenschluss den gewünschten Gewinn bringen, könnten 20.000 bis 50.000 Stellen wegfallen. Was werden die Mitarbeiter bei diesen Aussichten tun? Sie werden sich fragen, ob sie es sind, die demnächst auf der Strecke bleiben. Viele werden alles daransetzen, einen anderen Arbeitgeber zu finden. Sie werden sich umhören, Bewerbungen schreiben, sich auf Bewerbungsgespräche vorbereiten. Sie werden ihre finanziellen Verhältnisse straffen, um drohende Durststrecken zu überstehen. Sie werden sich zum Abwehrkampf gegen den Zusammenschluss formieren und an Protestaktionen teilnehmen. Bis die Vereinigung in trockenen Tüchern ist, falls es zu ihr kommt, wird einige Zeit ins Land gehen. Derweil werden sich die Beschäftigten mehr mit sich selbst als mit den Geschäften ihrer Bank befassen. Ist es abwegig abzunehmen, dass sich die schlechte Ertragslage der beiden Banken in nächster Zeit noch verschlechtern wird? – Ulrich Horn

Aufgelesen … Nr. 51 – 2013

Freitag, 23. November 2012

Blog-Tipps

An dieser Stelle finden Sie eine Auswahl interessanter Beiträge aus Blogs. Die Aussagen der Autoren geben nicht in jedem Fall meine Meinung wieder. (uh)

1. Politik

a. Steinbrücks Schattenkabinett steht
In der SPD laufen die Planspiele für ein mögliches Regierungsteam unter einem Bundeskanzler Peer Steinbrück auf Hochtouren. p&k zeigt, wer sich Hoffnungen auf einen Ministerposten in einer rot-grünen Koalition machen kann. Zwar sieht es laut aktuellen Umfragen nicht gut aus für die SPD. Doch bis zur Bundestagswahl ist noch viel Zeit. Die Sozialdemokraten geben sich jedenfalls zuversichtlich (…). Wie p&k aus gut informierten Kreisen erfuhr, gehören dem Schattenkabinett von Peer Steinbrück folgende Mitglieder an. Quelle: Politik & Kommunikation
Aus: NachDenkSeiten

b. Merkel rettet Cameron – vorerst

Erst verweigerte Merkel ihrem Lieblingsfeind, dem französischen Präsidenten Francois Hollande, das übliche deutsch-französische Ritual, mit einer gemeinsamen Position in den Gipfel zu gehen – oder diese zumindest zu versprechen. Dann forderte sie harte Einschnitte in das EU-Budget. Statt um 80 Mrd. Euro, wie dies Van Rompuy vorgeschlagen hatte, müsse der 1,09 Billion Euro schwere Entwurf der EU-Kommission um rund 100 Mrd. Euro gekürzt werden. Damit war Merkel plötzlich auf Cameron-Linie. „Da zeichnet sich eine Achse Berlin-London“ ab, twitterte der Korrespondent der französischen „Libération“. (…) Hollande hingegen wurde als Verlierer des Abends bezeichnet.
Aus: Telepolis

2. Medien

a. Der Wärmestuben-Journalismus der „Zeit“
Die Welt ist nicht gerecht. Die »Financial Times Deutschland« muss sterben, und Kuschelmagazinen wie »Landlust« und »Zeit« geht es bestens. Die von Giovanni di Lorenzo geleitete Wochenzeitung ist so heimelig und gefühlig geworden, dass sie sich auch als Heizdecke fürs Innere vermarkten ließe. Jan Fleischhauer hat sie neulich als »Führungsblatt des feminisierten Journalismus in Deutschland« bezeichnet, wobei ich mir gar nicht sicher bin, ob Frauenmagazine überhaupt noch so emotionalisiert und betroffen und flauschigweich daherkommen wie die »Zeit« heute.
Aus: Stefan Niggemeier

b. Medienvielfalt selber machen

Wir Blogger:innen können diese Krise traditioneller Medien als Chance begreifen. Wir können den Freiraum, den Blogs bieten, für modernen Journalismus nutzen. Wir können junge Journalisten davon überzeugen, dass sie sich beim Bloggen ausprobieren können. Wir können anders, weil wir es können. Wir können mit radikalem, subjektivem und ehrlichem Journalismus neue Genres schaffen. Wir können in epischer Breite Spezialthemen behandeln. Wir haben Platz. Wir können neue Formen der Reportage erfinden. Wir können Medienformen und -formate mischen. Wir können Themen setzen. Ihnen einen Spin geben. Wir können Experimentierfeld sein.
Aus: Carta

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