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Nebenbei

  • Trumps Theater

    Über die Geduld der US-Medien kann man nur staunen. Immer wieder schicken sie Journalisten zu Pressekonferenzen, bei denen Präsident Trump und seine Mitarbeiter lügen, was das Zeug hält, die Journalisten beschimpfen und deren Arbeitgeber verleumden. Es drängt sich schon die Frage auf: Müssen die Beschimpften die Lügen und Tiraden über sich ergehen lassen und sie dann auch noch verbreiten? Diese Frage provoziert die nächste: Wäre es nicht an der Zeit, den Transport der alternativen Fakten ihren Urhebern zu überlassen? Trump und seine Mitarbeiter müssten dann ihre Fakenews ohne Hilfe der meisten Medien an die Bürger bringen. Es stehen dazu Twitter, regierungsnahe Medien und auch Presseerklärungen zur Verfügung. Die Berichterstattung der geschmähten Medien über die Regierungsarbeit muss unter diesem Schritt nicht leiden. Er würde es Trump aber erschweren, sich als Opfer der Medien darzustellen und mit diesem Manöver Desinformation zu betreiben, während die Medien so arbeiten könnten wie bisher. Noch schwerer hätte er es, wenn die in Washington tätigen Medien einen Verein zur Veranstaltung von Pressekonferenzen gründeten und nahe beim Weißen Haus Büros anmieteten. Dorthin könnte der Verein dann Persönlichkeiten einladen, die zu aktuellen Themen etwas mitzuteilen haben, auch zu jenen, über die Trump gar nicht oder falsch informiert. Und schließlich, um ihm Einhalt zu gebieten: Können Journalisten und Medienunternehmen, die Trump wahrheitswidrig bezichtigt zu lügen, den Präsidenten und die US-Regierung nicht wegen übler Nachrede , Verleumdung und gegebenenfalls auch wegen Geschäftsschädigung verklagen? – Selbst wenn es ginge, würde es wohl nicht dazu kommen. Schade eigentlich. – Ulrich Horn

Triumph der Einfalt

Montag, 5. November 2012

Nebenbei

(uh) Schlimmer kann’s nicht kommen. Das ZDF lädt zu seinem Parade-Programm „Wetten, dass…“ zwei Hollywood-Stars ein. Und was tun sie? Sie lassen an der Veranstaltung kein gutes Haar. Liegen sie falsch? Keineswegs. Man wundert sich, dass so viele heimische Promis die Sendung bisher klaglos über sich ergehen ließen. Aus Mangel an Courage, aus Mangel an Urteilskraft oder aus Mangel an Stilgefühl? Herr Lanz als Sackhüpfer: Die Einfalt, die das ZDF verströmt, ist nicht zu fassen. Schauen die Familien des ZDF-Intendanten, des Programmdirektors und des Chefredakteurs tatsächlich „Wetten, dass…“? Glaubt das ZDF ernsthaft, die zehn Millionen Zuschauer, die vier Stunden vor dem Bildschirm ausharren, seien ein Beleg für die Qualität der Sendung? Viele sehen doch dem Herrn Lanz nur zu, weil sie zu alt, zu gebrechlich und zu arm sind, um auszugehen. Weil sie Kinder haben, die sie zu Hause festhalten. Und weil die Alternativen an diesen „Wetten, dass…“-Abenden auf den anderen Sendern noch dürftiger sind. Gebühren ist dieses ZDF-Programm jedenfalls nicht wert. Da wünschte man sich schon einen tatkräftigen Politiker, der beim ZDF mal kräftig interveniert.

3 Kommentare zu “Triumph der Einfalt”

  1. Werner Krusenbaum sagt:

    Aber Herr Horn, warum sollte denn ein Politiker dagegen vorgehen?
    Das läuft doch gut in der Tradition von Panem et Circensis.

  2. […] Triumph der Einfalt | Post von Horn Glaubt das ZDF ernsthaft, die zehn Millionen Zuschauer, die vier Stunden vor dem Bildschirm ausharren, seien ein Beleg für die Qualität der Sendung? Viele sehen doch dem Herrn Lanz nur zu, weil sie zu alt, zu gebrechlich und zu arm sind, um auszugehen. Weil sie Kinder haben, die sie zu Hause festhalten. […]

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