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Nebenbei

  • Untätig – bei vollen Bezügen

    Die Parteien und ihre Bundestagsabgeordneten tun sich schwer, ihren Daseinszweck zu erfüllen. Sie schaffen es bisher nicht, den Auftrag der Bundeswahl 2017 zu erledigen. Knapp vier Monate nach der Wahl hat Deutschland noch keine Regierung. Sie steht bestenfalls zu Ostern. Bis dahin wird ein Achtel der Legislaturperiode verstrichen sein, aus Sicht der Bürger völlig nutzlos. Bis Ostern werden die 709 Abgeordneten sechs Monate lang Diäten bezogen haben, obwohl sie weitgehend untätig waren. Die 233 Abgeordneten von SPD und FDP haben sogar auf diesen Zustand hingearbeitet, der einem bezahlten Urlaub gleicht. Können Parteimitglieder ernsthaft glauben, die Mehrheit der übrigen Bürger fände dieses Verhalten akzeptabel? Welcher berufstätige Wähler lebt schon in Verhältnissen, in denen sie volle Bezüge ohne entsprechende Gegenleistung empfangen? Diese Frage sollten sich auch die Bundestagsparteien stellen. Sie werden weitgehend aus öffentlichen Mitteln finanziert. Sie bekommen das Geld selbst für die Zeitspanne, in der sie sich weigern, eine Regierung zu bilden und ihre Arbeit zu tun. Müssen sich die Bürger, die den Politikbetrieb mit vielen Millionen Euro unterhalten, von den Abgeordneten und ihren Parteien nicht geprellt fühlen? – Der neue Bundestag sollte sie gesetzlich verpflichten, Regierungen schnell zu bilden. Für die Zeit zwischen der Wahl und der Vereidigung der Regierung sollten die Diäten der Abgeordneten halbiert und ihre Privilegien, die ebenfalls Millionen kosten, gestrichen werden. Die Finanzierung der Parteien sollte um den Betrag gekürzt werden, der ihnen für diesen Zeitraum zustünde, aktuell also um ein Achtel. – Zwei Bemerkungen zum Schluss: Erstens: Wetten, dass eine solche Regelung die Regierungsbildung beschleunigen würde? Zweitens: Wetten, dass eine solche Regelung nie zustande kommen wird? – Ulrich Horn

Aufgelesen … Nr. 33 – 2012

Donnerstag, 25. Oktober 2012

Blog-Tipps

An dieser Stelle finden Sie eine Auswahl interessanter Beiträge aus Blogs. Die Aussagen der Autoren geben nicht in jedem Fall meine Meinung wieder. (uh)

1. Medien

Paid Content
(…) zwischen den Zeilen sagt (Unternehmensberater Roland) Berger: Print stirbt, Verlage müssen deshalb heute in Marken und Strukturen investieren um auf das Abstellen der Druckmaschinen vorbereitet zu sein und mit ihren Marken in der digitalen Welt eine Chance zu haben. So etwas mögen deutsche Verlagsmanager aber nicht hören. Sie führen sich auf wie Küken, die begackern, dass sie irgendwann in der Zukunft von einem nicht nicht in Sichtweite befindlichen, sicher aber irgendwo vorhandenen Hahn, begattet werden, was dann mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit dazu führt, dass ihnen in der Folge ein Ei rausrutscht aus dem hoffentlich ein neues Leben schlüpft.
Aus: Indiskretion Nebensache

2. Verbraucher

Abstimmung mit den Füßen
L´Oreal, Buitoni, Mövenpick, Südzucker, Wagner, Dr. Oetker, Kraft Foods, Alete, Maggi, Smarties, Lion, Thomy, Vittel, Vichy, Garnier, Maybelline, Lacoste, Diesel, viele Handelsmarken (für Aldi, Penny, Lidl) und vieles mehr! Die Deutschen lieben ihre Marken und ahnen nicht im geringsten, was sie damit anrichten.
Aus: Jenny’s Blog

3. Politik und Druck

Ein CSU-Dummkopf und das ZDF
Solange es nur um diesen Strepp geht, ist der Fall ein Skandälchen. Zum Skandal würde der Fall allerdings, wenn ein Politiker aus der CSU, gar der Generalsekretär, dem armen Tropf gesagt hätte: “Ruf doch mal beim ZDF an. Die sollen das mit dem Ude sein lassen. Das macht nur die schöne Wirkung unseres Parteitages kaputt”. Dann hätten wir einen handfesten CSU-Skandal. Aber die Gefahr ist gering, dass dies herauskommt. Notfalls gilt immer noch die politische Omerta.
Aus: Sprengsatz


4. Stuttgart-Wahl

Grün statt Schwarz?
Ganz so sensatiionell, wie er medial dargestellt wurde, ist der Sieg der Grünen in Stuttgart nicht. Immerhin kam der Kandidat der CDU und ihrer lokalen Verbündeten im zweiten Wahlgang auf 45,3 Prozent der abgegebenen Stimmen. Und bundesweit verfügt die christdemokratische Kanzlerin über einen demoskopischen Rang, von dem Jürgen Trittin nicht einmal träumen kann, auch seine diesjährige Zulassung zur Bilderberg-Konferenz ist da kein Äquivalent. Dennoch – die Grünen sind auf dem Wege, den Schwarzen einen Teil des Terrains zu entreißen, das diese in Erbpacht zu halten glaubten.
Aus: Telepolis


5. Tag der Bibliotheken

Historische Statistiken
Wussten Sie eigentlich, dass im Jahr 1897 die Bauern im Rheinland und in Westfalen 138 000 Ferkel in den Ställen aufgezogen haben? 2010 wurden bei den Viehhaltern in Nordrhein-Westfalen mit fast zwei Millionen etwa 15-mal mehr Ferkel gezählt als Ende des 19. Jahrhunderts.
Aus: ZOOM

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