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Nebenbei

  • Vom Wähler abgewrackt

    Die einstigen Volksparteien bieten ein jämmerliches Bild. Die SPD zerfleischte sich über Jahrzehnte. Sie schrumpfte zur Kleinpartei. Rechtzeitig vor der Bundestagswahl stellte sie sich ruhig. Prompt erhielt sie Aufwind. Die Union zerfleischt sich seit 2015. Sie steigerte das Gemetzel im Wahlkampf sogar. Viele Wähler kehrten ihr erzürnt den Rücken. – Heute warten die dürftigen Reste der Volksparteien darauf, dass ihnen die kleine FDP und die kleinen Grünen zur Macht verhelfen. Union und SPD regierten in 12 der 16 Regierungsjahre Merkels gemeinsam. Beide Gruppierungen haben den Erfolg und den Misserfolg dieser Ära zu verantworten. Beide haben die Mängel verursacht, der in der Pandemie sichtbar wurden. Beide haben sich mehr mit ihren internen Problemen als mit denen des Staates und der Gesellschaft befasst. Dass beide nicht gewohnt sind, sachgerecht zu agieren, zeigte sich in der Pandemie. Dass sie der jeweils anderen Partei vorwerfen, die Modernisierung des Landes verschlafen zu haben, ist lächerlich. Die Wähler sind nicht dumm. Sie wissen: Beide Parteien haben sich durch eigenes Verschulden auf Grund gesetzt. Die Wähler haben begonnen, beide Volksparteien abzuwracken. Der SPD gaben sie bei der Bundestagswahl noch einmal Paddel, der Union nahmen sie die Segel. Doch ohne die Schlepper FDP und Grüne kämen die beiden schrottreifen Dickschiffe nicht mehr vom Fleck. – Ulrich Horn

Krafts Schweigsamkeit

Sonntag, 23. September 2012

Nebenbei

(uh) Als SPD-Vize fällt Hannelore Kraft durch Schweigsamkeit auf. Dabei sollte sie unter den fünf Vice-Chefs das größte Gewicht haben. Sie führt den größten SPD-Verband. Sie gewann die NRW-Wahl. Sie ist die beliebteste SPD-Frau. Und bei ihrer Wahl zur Vice-Chefin erhielt sie fast 100 Prozent. Diese Bilanz verpflichtet. Die Partei kann erwarten, dass Kraft bundesweit in Erscheinung tritt, auch in der Diskussion um die vorzeitige Nominierung des Kanzlerkandidaten. Sie könnte der Troika den Rücken stärken, die SPD beruhigen und auf dem verabredeten Datum Anfang 2013 bestehen. Das tut sie jedoch nicht. Es würde jene Teile der Partei aufbringen, die für eine rasche Kandidatenkür plädieren. Ob und wie Kraft an ihr beteiligt ist, erschließt sich nicht. Dass sie Steinbrück nicht sonderlich mag, ist bekannt. Vor einiger Zeit wurde berichtet, sie habe sich für eine vorzeitige Nominierung Steinmeiers ausgesprochen. Das hat sie dementiert. Seither schweigt sie.  – Ein Führungsamt zu erringen, kann stärken. Es inne zu haben, ohne zu führen, macht schwach.

5 Kommentare zu “Krafts Schweigsamkeit”

  1. Werner Jurga sagt:

    Man kann auch im stillen Gutes tun.

  2. Ich muss ja ehrlich sagen, dass mir Politiker, die nicht groß rumtönen, lieber sind als diejenigen, die sich in leeren Versprechungen nahezu ergießen.

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