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Nebenbei

  • Corona, Hass-Fans, Hopp

    In der Corona-Krise findet sich auch Gutes. Die Spiele der Fußballbundesliga fallen vorerst aus. So bleiben den Fußballfreunden die hässlichen Tiraden erspart, mit denen die Hass-Fans auf den Rängen das Spiel auf dem Rasen immer wieder missbrauchen. Jüngst nutzten sie die Aufmerksamkeit, die der Fußball findet, um Dietmar Hopp, den Mäzen des Klubs TSG 1899 Hoffenheim, wieder einmal zu beleidigen und zu bedrohen. Die Hass-Fans behaupten, sie kämpften gegen die Kommerzialisierung des Spiels. Wohl aber wollen sie Fußball auf höchsten Niveau sehen, das nur mit viel Geld zu erreichen ist. Dass die Hass-Fans diesen Widerspruch nicht bemerken, gibt zu denken. Ihre Aktionen fanden große Resonanz, die scharfe Ablehnung, auf die sie stießen, ebenfalls. Von Konsequenzen für die Hass-Fans aber ist so gut wie nichts zu hören. Was tun sie nun am Wochenende ohne Fußball? Sie sollten Zeitung lesen. Dann könnten sie erfahren: Der Milliardär Hopp, den sie so sehr hassen, fördert nicht nur den Klub Hoffenheim, sondern auch das Tübinger Biotech-Unternehmen CureVac. Es forscht nach einem Impfstoff gegen das Corona-Virus, das sogar den Fußballbetrieb und die Hass-Fans lahmgelegt hat. Die Forschung der Hopp-Firma gilt als vielversprechend. Es könnte durchaus passieren, dass Hopps Unternehmen den Impfstoff findet, der das Coronavirus unschädlich und den Besuch im Fußballstadion auch für die Hopp-Hasser wieder ungefährlich macht. Sie stünden dann noch belämmerter da als schon heute. Ob sie das begreifen? – Ulrich Horn

Krafts Regierungserklärung vorab veröffentlicht

War es Absicht oder ein Maulwurf?

Montag, 10. September 2012

Politik

(uh) NRW-Ministerpräsidentin Kraft (SPD) beginnt die neue Legislaturperiode und die Arbeit der rot-grünen Koalition mit einer Premiere. Am Mittwoch will sie ihre Regierungserklärung abgeben und erläutern, wohin sie das Land steuern will. Anhören muss man sich das nicht mehr. Schon heute ist bekannt, was sie in zwei Tagen sagen wird.

Die Abgeordneten können zu Hause bleiben

Die Rheinische Post veröffentlicht vorab Tenor und Inhalt der Rede. Und zitiert auch aus dem Redeentwurf, der ihr vorliegt. So etwas gab es in NRW bisher noch nie. Die Abgeordneten könnten am Mittwoch eigentlich zu Hause bleiben.

Die Zeitung kann nur auf zwei Wegen an den Text der Regierungserklärung gekommen sein. Entweder steckte ihn der Regierungssprecher der Zeitung zu, um das Blatt zu bevorzugen, um die Deutung der Rede zu beeinflussen und die hohen Erwartungen an sie bereits im Vorfeld zu dämpfen.

Oder der Redeentwurf wurde der Zeitung von einem Maulwurf in der Staatskanzlei oder den Ministerien zugespielt, um Kraft übel mitzuspielen. Maulwürfe finden im politischen Biotop des Landes gute Lebensbedingungen. Es war ein Maulwurf, der Krafts Vorgänger Rüttgers 2010 zu Fall brachte.

Missachtung des Parlaments

Ob Absicht oder Maulwurf – das Ergebnis ist in beiden Fällen das gleiche. Die Abgeordneten des Landtags wurden brüskiert. Dass sie die Regierungserklärung vorab in einer Zeitung lesen können, stellt eine Missachtung des Parlaments dar, wie sie in dieser Form und zu diesem Anlass bisher nicht vorgekommen ist.

Pikant ist, dass die Rede in einer Zeitung erscheint, die Rot-Grün kritisch sieht und eher der Opposition zuneigt. Und dass die Rede kaum Neuigkeiten zu enthalten scheint. Was das Blatt aus der Rede referiert, ist jedenfalls oft gesagt und seit langem bekannt.

Mehr Wünsche an Berlin als eigene Projekte

Es handelt sich weitgehend um Wünsche an die Bundesregierung und weniger um Projekte, die aus eigener Kraft des Landes zu schultern sind. Als wichtigsten Aspekt hebt die Zeitung Krafts Forderung hervor, den Spitzensteuersatz zu erhöhen. Ein Verlangen, das sich der Gestaltung und Entscheidung der Landesregierung ganz entzieht. Krafts Wünsche sind nur zu erfüllen, wenn die SPD in Berlin mitregiert, in einer Ampel oder einer großen Koalition.

Man darf gespannt sein, ob die Landtagsabgeordneten überhaupt bemerken, dass sie gerade brüskiert wurden. Und wenn sie es gemerkt haben, ob und wie sie reagieren werden. Eine Frage, die vor allem die Abgeordneten der CDU- und FDP-Opposition stellen und beantworten müssten.

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4 Kommentare zu “War es Absicht oder ein Maulwurf?”

  1. osmosis sagt:

    Ob die Landtagsabgeorneten das überhaupt merken? Ich glaube nicht, und wenn schon, was ist daran verwunderlich? Diese Leute sind sowieso nur Abnicker, parteikonform. Man braucht die ja nur, um den Anscheinn einer Pseudodemokratie zu wahren. Entschieden wird in den engsten Parteizirkeln, im Hinterzimmer, und dann werden diese Ergüsse zum Abnicken vorgelegt. Wer sich weigert, hat keinen Listenplatz mehr und keinen Job. Demokratie in Deutschland? Lachhaft.

  2. Pottblog sagt:

    Links anne Ruhr (11.09.2012)…

    Witten: Geschichts-Revisionisten treffen sich (Ruhrbarone) – Wattenscheid: Bahnhof für 1,5 Mio. € – wer kauft? (Schmidt’s Katze) – Dortmund: DFB-Fußballmuseum soll Millionen sprudeln lassen (WR.de) – Bochum…

  3. Dirk Schmidt sagt:

    Eine normale Entwicklung für eine Demokratie, in der das Parlament für die Herstellung von Öffentlichkeit nicht mehr benötigt wird. Die Debatte schwindet schließlich aus dem Parlament ganz und es wird auf die Herstellung von Mehrheiten in Abstimmungen reduziert.

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