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Nebenbei

  • Die Büttenredner der SPD

    Zum Wochenwechsel beschäftigte sich die Republik mit zwei lokalen Ereignissen – mit dem Karneval und der Hamburg-Wahl. Beide Veranstaltungen vermittelten sich wie üblich in großem Stil über die öffentlich-rechtlichen TV-Sender. Es war schwer zu unterscheiden, ob gerade der Karneval oder die Wahl übertragen wurde. Hamburgs SPD-Bürgermeister hörte gar nicht auf, das Wahlergebnis seiner Partei zu bejubeln, obwohl sie mit mehr als sechs Prozentpunkten den höchsten Verlust aller Parteien erlitt. Die SPD-Chefs Esken und Walter-Borjans übertrafen den Bürgermeister noch. Sie beschränkten sich nicht darauf, das magere Ergebnis als Erfolg zu feiern. Sie beanspruchten auch, ihn mitbewirkt zu haben. Dabei weiß die ganze Republik: Hamburgs SPD hatte sich verbeten, dass Esken und Walter-Borjans im Wahlkampf auftraten. Die beiden SPD-Chefs sind schließlich angetreten, gerade jene politische Richtung in der SPD zu bekämpfen, deren Hamburger Wahlergebnis sie nun in den Wahlsendungen feierten und sogar für sich reklamierten. Wie viele Zuschauer fühlten sich wohl von den beiden SPD-Chefs belogen? Wie vielen vermittelten Esken und Walter-Borjans wohl, dass man auf das Wort von Politikern und auf ihres im Besonderen nichts geben kann? Für alle anderen machten sich Esken und Walter-Borjans über die Hamburg-Wahl zu Narren. Viele Zuschauer werden ihre Stellungnahmen als Büttenreden verstanden haben. Kürzlich war zu lesen, Walter-Borjans erwäge, zur Bundestagswahl 2021 als Kanzlerkandidat anzutreten. Seine Wahlkampfbotschaft und sein Wahlslogan dürften schon feststehen: SPD alaaf, SPD helau. – Ulrich Horn

Um Fehlentscheidungen zu verdängen:

Kraft wird in der NRW-CDU zum Mythos

Sonntag, 9. September 2012

Politik

(uh) In der NRW-CDU tröstet man sich über die Niederlage bei der NRW-Wahl hinweg, indem man SPD-Ministerpräsidentin Kraft zum Mythos macht. Gegen deren Beliebtheit sei halt kein Kraut gewachsen gewesen, meinen vor allem Anhänger des gescheiterten Spitzenkandidaten Röttgen.

Sie können sich vom Politikwissenschaftler Langguth bestärkt fühlen, der lange in der CDU und für sie tätig war. Er meint, Krafts Beliebtheit habe wesentlich zur Niederlage beigetragen.

„Angesichts der hohen Popularität der kaum fassbaren Hannelore Kraft hätte es auch ein anderer Kandidat sehr schwer gehabt. Einem „Wohlfühlwahlkampf“, der menschlichen Wärme der Ministerpräsidentin, hatte die CDU mit ihrem rational-nüchternen Spitzenkandidaten nichts entgegenzusetzen. Kraft schien gegenüber Kritik immun“, schreibt Langguth in der Welt am Sonntag („Darum ging die CDU unter“ vom 9.9.2012)

Er verschweigt, dass Kraft an Statur gewinnen konnte, weil die CDU ihr half. Kraft und Röttgen kamen fast gleichzeitig an die Macht, Kraft in NRW, Röttgen etwas später in der NRW-CDU. Er überließ ihr weitgehend das Feld in NRW. Er saß in Berlin und störte ihre Kreise kaum. Das hatte für die CDU fatale Folgen.

Seine Abwesenheit wirkte als Kontrastmittel, das Krafts Konturen hervorhob. Er versuchte erst gar nicht, sich politisch und menschlich mit dem Land und den Wählern zu verbinden. Ein Konkurrenzkampf um deren Sympathie kam deshalb nicht in Gang.

Den Grundstein für ihre Beliebtheit legte Kraft bei der Trauerfeier nach der Loveparade-Katastrophe. Schon damals war der CDU klar, dass man Kraft von NRW aus attackieren musste, wenn man sie entzaubern wollte. Konsequenzen zog die Union daraus nicht.

Stattdessen wählte sie Röttgen zum Chef, der in Berlin bleiben wollte. Jedes Mal, wenn seine Abwesenheit zum Thema wurde, gewann Kraft Auftrieb. Schon der Verweis auf Röttgen in Berlin reichte, um sie populärer zu machen.

Indem die NRW-CDU ihn zu ihrem Chef wählte, machte sie ihn zu Krafts Wahlhelfer und ebnete ihr den Weg zum Wahlsieg. Röttgen nahm das in Kauf. Er wollte in NRW ja nicht gewinnen, sondern maßvoll verlieren, um Merkel zu schwächen. Ein Schuss, der nach hinten losging. Bis heute tut sich die NRW-CDU schwer, dessen Schäden wahrzunehmen. Langguth hilft ihr dabei nicht.

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Ein Kommentar zu “Kraft wird in der NRW-CDU zum Mythos”

  1. Katharina sagt:

    Rüttgers, der die LOVEPARADE in Duisburg gemeinsam mit Herrn Ingo Wolf wollte.
    Dann aber Sauerland und CDU in Duisburg fallen ließ und sich nach Rom verdrückte und sprachlos wurde. Der Anfang vom Ende. Dann die Kombination Wittke und Röttgen. Nochmals ein Fiasko.
    Das ist doch eine Supervorgabe für Rot-Grün. Die brauchten sich doch nicht anstrengen. Was sie auch nicht tun.
    Habe gestern in Duisburg gehört. Die Stellungnahme der LG zur Feuerwache fehlt seit über 1 Jahr.
    Der Untersuchungsausschuss wegen der Loveparade wird auch nicht weitergeführt. Angeblich interessiert es niemanden mehr. AHA!
    Dann die Sparvorschläge. In der LG sitzen keinen fähigen Mitarbeiter, die IDEEN haben und etwas ausarbeiten können??? Was kosten jetzt den Steuerzahler die angeblichen Fachleute außerhalb der Regierung?
    Lehrer fehlen und die Hortplätze sind auch nicht gesichert.
    Ich glaube nicht, daß die CDU es besser machen würde.
    Aber ich glaube, es gibt zu viele Dillentanten in der
    Regierung.
    Haben die eigentlich noch das Gefühl, sich etwas erarbeiten zu müssen oder glauben die, allein durch das Mandat stehe ihnen schon das Geld zu?

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