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Nebenbei

  • Opposition: Trübe Aussicht

    Über die Probleme, eine Jamaika-Koalition zu bilden, geraten die Schwierigkeiten der Oppositionsparteien ein wenig aus dem Blick. SPD, Linke und AfD sind in sich zerstritten. In allen drei Parteien kämpfen verschiedene Lager gegeneinander (siehe: hier, hier und hier). Vermutlich kommt eher eine Jamaika-Koalition zustande, als dass die Opposition funktionsfähig wird. Reicht es nicht, wenn die Opposition parat steht, sobald die Jamaika-Regierung ihre Arbeit aufnimmt? Schön wär’s. Die Aversionen innerhalb der Linken sind wohl nicht mehr zu heilen. Die AfD zerbröselt, ohne dass ein Ende absehbar wäre, das die Mehrheit der Bürger auch gar nicht wünscht. Und die SPD? Sie will sich das ganze Jahr 2018 mit sich, ihrer Dysfunktion und deren Heilung befassen. Unter diesen Bedingungen wird es der Opposition schwerfallen, der Jamaika-Koalition, wenn sie denn zustande kommt, im nächsten Jahr Dampf zu machen. Derzeit spricht alles dafür, dass sich die Regierung ein Jahr lang Zeit damit lassen kann, in die Gänge zu kommen. Bleibt nur zu hoffen, dass die Probleme der Bürger nicht so lange warten und der nächsten Regierung Beine machen werden. – Ulrich Horn

Um Fehlentscheidungen zu verdängen:

Kraft wird in der NRW-CDU zum Mythos

Sonntag, 9. September 2012

Politik

(uh) In der NRW-CDU tröstet man sich über die Niederlage bei der NRW-Wahl hinweg, indem man SPD-Ministerpräsidentin Kraft zum Mythos macht. Gegen deren Beliebtheit sei halt kein Kraut gewachsen gewesen, meinen vor allem Anhänger des gescheiterten Spitzenkandidaten Röttgen.

Sie können sich vom Politikwissenschaftler Langguth bestärkt fühlen, der lange in der CDU und für sie tätig war. Er meint, Krafts Beliebtheit habe wesentlich zur Niederlage beigetragen.

„Angesichts der hohen Popularität der kaum fassbaren Hannelore Kraft hätte es auch ein anderer Kandidat sehr schwer gehabt. Einem „Wohlfühlwahlkampf“, der menschlichen Wärme der Ministerpräsidentin, hatte die CDU mit ihrem rational-nüchternen Spitzenkandidaten nichts entgegenzusetzen. Kraft schien gegenüber Kritik immun“, schreibt Langguth in der Welt am Sonntag („Darum ging die CDU unter“ vom 9.9.2012)

Er verschweigt, dass Kraft an Statur gewinnen konnte, weil die CDU ihr half. Kraft und Röttgen kamen fast gleichzeitig an die Macht, Kraft in NRW, Röttgen etwas später in der NRW-CDU. Er überließ ihr weitgehend das Feld in NRW. Er saß in Berlin und störte ihre Kreise kaum. Das hatte für die CDU fatale Folgen.

Seine Abwesenheit wirkte als Kontrastmittel, das Krafts Konturen hervorhob. Er versuchte erst gar nicht, sich politisch und menschlich mit dem Land und den Wählern zu verbinden. Ein Konkurrenzkampf um deren Sympathie kam deshalb nicht in Gang.

Den Grundstein für ihre Beliebtheit legte Kraft bei der Trauerfeier nach der Loveparade-Katastrophe. Schon damals war der CDU klar, dass man Kraft von NRW aus attackieren musste, wenn man sie entzaubern wollte. Konsequenzen zog die Union daraus nicht.

Stattdessen wählte sie Röttgen zum Chef, der in Berlin bleiben wollte. Jedes Mal, wenn seine Abwesenheit zum Thema wurde, gewann Kraft Auftrieb. Schon der Verweis auf Röttgen in Berlin reichte, um sie populärer zu machen.

Indem die NRW-CDU ihn zu ihrem Chef wählte, machte sie ihn zu Krafts Wahlhelfer und ebnete ihr den Weg zum Wahlsieg. Röttgen nahm das in Kauf. Er wollte in NRW ja nicht gewinnen, sondern maßvoll verlieren, um Merkel zu schwächen. Ein Schuss, der nach hinten losging. Bis heute tut sich die NRW-CDU schwer, dessen Schäden wahrzunehmen. Langguth hilft ihr dabei nicht.

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Ein Kommentar zu “Kraft wird in der NRW-CDU zum Mythos”

  1. Katharina sagt:

    Rüttgers, der die LOVEPARADE in Duisburg gemeinsam mit Herrn Ingo Wolf wollte.
    Dann aber Sauerland und CDU in Duisburg fallen ließ und sich nach Rom verdrückte und sprachlos wurde. Der Anfang vom Ende. Dann die Kombination Wittke und Röttgen. Nochmals ein Fiasko.
    Das ist doch eine Supervorgabe für Rot-Grün. Die brauchten sich doch nicht anstrengen. Was sie auch nicht tun.
    Habe gestern in Duisburg gehört. Die Stellungnahme der LG zur Feuerwache fehlt seit über 1 Jahr.
    Der Untersuchungsausschuss wegen der Loveparade wird auch nicht weitergeführt. Angeblich interessiert es niemanden mehr. AHA!
    Dann die Sparvorschläge. In der LG sitzen keinen fähigen Mitarbeiter, die IDEEN haben und etwas ausarbeiten können??? Was kosten jetzt den Steuerzahler die angeblichen Fachleute außerhalb der Regierung?
    Lehrer fehlen und die Hortplätze sind auch nicht gesichert.
    Ich glaube nicht, daß die CDU es besser machen würde.
    Aber ich glaube, es gibt zu viele Dillentanten in der
    Regierung.
    Haben die eigentlich noch das Gefühl, sich etwas erarbeiten zu müssen oder glauben die, allein durch das Mandat stehe ihnen schon das Geld zu?

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