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Nebenbei

  • Trumps Theater

    Über die Geduld der US-Medien kann man nur staunen. Immer wieder schicken sie Journalisten zu Pressekonferenzen, bei denen Präsident Trump und seine Mitarbeiter lügen, was das Zeug hält, die Journalisten beschimpfen und deren Arbeitgeber verleumden. Es drängt sich schon die Frage auf: Müssen die Beschimpften die Lügen und Tiraden über sich ergehen lassen und sie dann auch noch verbreiten? Diese Frage provoziert die nächste: Wäre es nicht an der Zeit, den Transport der alternativen Fakten ihren Urhebern zu überlassen? Trump und seine Mitarbeiter müssten dann ihre Fakenews ohne Hilfe der meisten Medien an die Bürger bringen. Es stehen dazu Twitter, regierungsnahe Medien und auch Presseerklärungen zur Verfügung. Die Berichterstattung der geschmähten Medien über die Regierungsarbeit muss unter diesem Schritt nicht leiden. Er würde es Trump aber erschweren, sich als Opfer der Medien darzustellen und mit diesem Manöver Desinformation zu betreiben, während die Medien so arbeiten könnten wie bisher. Noch schwerer hätte er es, wenn die in Washington tätigen Medien einen Verein zur Veranstaltung von Pressekonferenzen gründeten und nahe beim Weißen Haus Büros anmieteten. Dorthin könnte der Verein dann Persönlichkeiten einladen, die zu aktuellen Themen etwas mitzuteilen haben, auch zu jenen, über die Trump gar nicht oder falsch informiert. Und schließlich, um ihm Einhalt zu gebieten: Können Journalisten und Medienunternehmen, die Trump wahrheitswidrig bezichtigt zu lügen, den Präsidenten und die US-Regierung nicht wegen übler Nachrede , Verleumdung und gegebenenfalls auch wegen Geschäftsschädigung verklagen? – Selbst wenn es ginge, würde es wohl nicht dazu kommen. Schade eigentlich. – Ulrich Horn

SPD: Würstchen auf dem Traumschiff

Dienstag, 17. April 2012

Politik

(uh) Wie es um den NRW-Wahlkampf bestellt ist, zeigt sich an der Plakataktion der SPD im Internet. Die Partei ließ dort über fünf Plakate abstimmen. Weit vorn lag das mit dem Text: Currywurst ist SPD. Für die NRW-SPD zahlt sich die schlichte Aktion aus. Sie findet große Beachtung. Für die NRW-Wähler erweist sie sich als Problem. Sie können nur rätseln, welche politische Botschaft sich mit dem Plakat verbindet.

Meinen die Internet-Surfer, die für das Plakat stimmten, die Currywurst verkörpere die SPD besonders gut? Wollte die Partei nur einmal kurz die Piraten geben, um erleben, wie die sich fühlen? Oder möchte die SPD, dass die Betrachter des Plakats, wann immer ihnen ein Würstchen begegnet, sogleich an die SPD und ihre Politiker denkt? Ist die Currywurst etwa Teil des SPD-Wahlprogramms? Will sie NRW nach der Wahl zur Würstchenbude machen?

In Kreisen, denen die soziale Frage nahe geht, wird offenbar genau das befürchtet. Dort rechnet man vor, dass die Schale Currywurst mit Pommes, wie sie das SPD-Plakat zeigt, zu den Pommesbuden-Preisen von Wanne-Eickel für Hartz IV-Empfänger unbezahlbar sei.

Oder hat die SPD ganz anderes im Sinn? Will sie etwa in die Würstchenproduktion und den Betrieb von Pommesbuden einsteigen? Bereitet sie einen Wechsel ihrer Unternehmenspolitik vor, weg von der Beteiligung an ständig schrumpfenden Zeitungen, hin zu den soliden Pommesbuden?

Wer meint, solche Erwägungen seien abwegig, irrt gewaltig. 2011 kündigte SPD-Schatzmeisterin Hendricks an, die Partei werde sich stärker im Tourismusgeschäft engagieren. Die SPD werde Kreuzfahrten veranstalten und ein Kreuzfahrtschiff vermarkten.

Schon damals hatte Hendricks ein Traumschiff im Blick: „Ab Mai 2012 werden wir das Kreuzfahrtschiff „MS Princess Daphne“ exklusiv für den deutschen Mark anbieten“, sagte sie. Mit dem Slogan „SPD: Wir machen Ihre Träume wahr“ kann die Partei durchaus Kult werden.

Hendricks versicherte damals, die SPD-Reiseservice GmbH auszubauen. Dabei handelt es sich um eine Tochtergesellschaft der SPD-Beteiligungsgesellschaft DDVG mit Millionen-Umsatz. Während die Partei in NRW in den vergangenen Jahren etliche Parteibüros dicht machte und viele Stellen in ihrem politischen Apparat strich, versprach Hendricks 2011, die Zahl der SPD-Tourismus-Mitarbeiter um 100 Prozent zu steigern, von 11 auf 22.

Wenn das nicht ein Zeichen für die Zuversicht der Partei in ihre Zukunft ist. Zwar schrumpft der Wählermarkt. Die Konkurrenz um die immer weniger werdenden Wahlwilligen wird immer härter. Wegen rückläufiger Mitgliederzahlen und schlechter Wahlergebnisse sinken die Einnahmen der Partei. Die dürftigen Umfrageergebnisse lassen keine Besserung erwarten. Aber die SPD lässt den Kopf nicht hängen. Sie expandiert halt an anderer Stelle. Die Investition in den Tourismus macht durchaus Sinn für eine Partei wie die SPD.

Läge es da nicht auch nahe, das Reiseunternehmen noch mit einer Pommesbuden-Kette zu ergänzen? Pommesbunden sind krisensicher und haben Zukunft, vor allem dann, wenn NRW wegen der hohen Schulden das Schicksal Griechenlands ereilen sollte.

Ich sehe sie schon vor mir, wie sie da für den TV-Werbespot an der Reeling der Princess Daphne stehen, Hannelore Kraft und Sigmar Gabriel, hoffnungsfroh strahlend – mit einem Schälchen Currywurst und Pommes in der Hand. Und im Duett sagen: „SPD: Wir machen Ihre Träume wahr.“

 

 

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Ein Kommentar zu “SPD: Würstchen auf dem Traumschiff”

  1. landbewohner sagt:

    wenn die würstchen dieser arme-würstchen-partei so eklig schmecken wie es diese partei ist, wird sie für ihre würstchenbuden in kürzester zeit konkurs anmelden müssen. sowas wird niemand essen wollen.

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