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Nebenbei

  • Armes NRW

    Mehr als eine Woche lang stand in den Kreisen Gütersloh und Warendorf der Lockdown in Rede. Auch wenn er nicht gleich angeordnet wurde, als bei Tönnies das Virus zuschlug: Umsichtige Politik hätte einen Lockdown zumindest in Betracht ziehen müssen. NRW-Ministerpräsident Laschet wehrte ihn zunächst ab. Der Regierungschef tat sich schwer, die Freiheitsrechte erneut einzuschränken. – Doch NRW ist nicht allein auf dieser Welt. Ganz gleich, ob es den Lockdown ausruft oder nicht: Andere Bundesländer gehen so oder so in Deckung. Ihnen reicht die hohe Zahl der Infizierten, um für Besucher aus den Kreisen Gütersloh und Warendorf hohe Hürden aufzurichten. Österreich warnt sogar vor Reisen nach NRW. – Inzwischen hat Laschet doch noch den Lockdown angeordnet und die Bürger in und um Gütersloh und Warendorf aufgerufen, sich testen zu lassen. Die Bürger folgten brav. Das Ergebnis: Bis zu vier Stunden mussten sie am Mittwoch vor einem Testzentrum warten. Die Tester fühlten sich überfordert. Sie schickten die Bürger nach Hause und vertrösteten sie auf Donnerstag. Armes NRW. Zuerst ärgerten sich die Bürger über den erneuten Lockdown. Nun ärgern sie sich darüber, dass die Politiker und die Verwaltungen es nicht fertig brachten, zügiges Testen zu ermöglichen. Genügend Zeit, um entsprechende Vorkehrungen zu treffen, war durchaus vorhanden. – Was lehrt uns das? Erstens: Der Amtsschimmel kann, wenn er nicht gerade eben steht und grast, sich wohl nur im Schritttempo bewegen. Und zweitens: Viele Politiker sind für ihren Job offenbar fehlqualifiziert. Sie ließen sich wählen, obwohl sie gar nicht reiten können – schon gar nicht den Amtsschimmel. – Ulrich Horn

SPD: Würstchen auf dem Traumschiff

Dienstag, 17. April 2012

Politik

(uh) Wie es um den NRW-Wahlkampf bestellt ist, zeigt sich an der Plakataktion der SPD im Internet. Die Partei ließ dort über fünf Plakate abstimmen. Weit vorn lag das mit dem Text: Currywurst ist SPD. Für die NRW-SPD zahlt sich die schlichte Aktion aus. Sie findet große Beachtung. Für die NRW-Wähler erweist sie sich als Problem. Sie können nur rätseln, welche politische Botschaft sich mit dem Plakat verbindet.

Meinen die Internet-Surfer, die für das Plakat stimmten, die Currywurst verkörpere die SPD besonders gut? Wollte die Partei nur einmal kurz die Piraten geben, um erleben, wie die sich fühlen? Oder möchte die SPD, dass die Betrachter des Plakats, wann immer ihnen ein Würstchen begegnet, sogleich an die SPD und ihre Politiker denkt? Ist die Currywurst etwa Teil des SPD-Wahlprogramms? Will sie NRW nach der Wahl zur Würstchenbude machen?

In Kreisen, denen die soziale Frage nahe geht, wird offenbar genau das befürchtet. Dort rechnet man vor, dass die Schale Currywurst mit Pommes, wie sie das SPD-Plakat zeigt, zu den Pommesbuden-Preisen von Wanne-Eickel für Hartz IV-Empfänger unbezahlbar sei.

Oder hat die SPD ganz anderes im Sinn? Will sie etwa in die Würstchenproduktion und den Betrieb von Pommesbuden einsteigen? Bereitet sie einen Wechsel ihrer Unternehmenspolitik vor, weg von der Beteiligung an ständig schrumpfenden Zeitungen, hin zu den soliden Pommesbuden?

Wer meint, solche Erwägungen seien abwegig, irrt gewaltig. 2011 kündigte SPD-Schatzmeisterin Hendricks an, die Partei werde sich stärker im Tourismusgeschäft engagieren. Die SPD werde Kreuzfahrten veranstalten und ein Kreuzfahrtschiff vermarkten.

Schon damals hatte Hendricks ein Traumschiff im Blick: „Ab Mai 2012 werden wir das Kreuzfahrtschiff „MS Princess Daphne“ exklusiv für den deutschen Mark anbieten“, sagte sie. Mit dem Slogan „SPD: Wir machen Ihre Träume wahr“ kann die Partei durchaus Kult werden.

Hendricks versicherte damals, die SPD-Reiseservice GmbH auszubauen. Dabei handelt es sich um eine Tochtergesellschaft der SPD-Beteiligungsgesellschaft DDVG mit Millionen-Umsatz. Während die Partei in NRW in den vergangenen Jahren etliche Parteibüros dicht machte und viele Stellen in ihrem politischen Apparat strich, versprach Hendricks 2011, die Zahl der SPD-Tourismus-Mitarbeiter um 100 Prozent zu steigern, von 11 auf 22.

Wenn das nicht ein Zeichen für die Zuversicht der Partei in ihre Zukunft ist. Zwar schrumpft der Wählermarkt. Die Konkurrenz um die immer weniger werdenden Wahlwilligen wird immer härter. Wegen rückläufiger Mitgliederzahlen und schlechter Wahlergebnisse sinken die Einnahmen der Partei. Die dürftigen Umfrageergebnisse lassen keine Besserung erwarten. Aber die SPD lässt den Kopf nicht hängen. Sie expandiert halt an anderer Stelle. Die Investition in den Tourismus macht durchaus Sinn für eine Partei wie die SPD.

Läge es da nicht auch nahe, das Reiseunternehmen noch mit einer Pommesbuden-Kette zu ergänzen? Pommesbunden sind krisensicher und haben Zukunft, vor allem dann, wenn NRW wegen der hohen Schulden das Schicksal Griechenlands ereilen sollte.

Ich sehe sie schon vor mir, wie sie da für den TV-Werbespot an der Reeling der Princess Daphne stehen, Hannelore Kraft und Sigmar Gabriel, hoffnungsfroh strahlend – mit einem Schälchen Currywurst und Pommes in der Hand. Und im Duett sagen: „SPD: Wir machen Ihre Träume wahr.“

 

 

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Ein Kommentar zu “SPD: Würstchen auf dem Traumschiff”

  1. landbewohner sagt:

    wenn die würstchen dieser arme-würstchen-partei so eklig schmecken wie es diese partei ist, wird sie für ihre würstchenbuden in kürzester zeit konkurs anmelden müssen. sowas wird niemand essen wollen.

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