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Nebenbei

  • Auf Merz ist Verlass

    Eines muss man Friedrich Merz lassen: Auf ihn ist Verlass. Sobald es darauf ankommt, übermannen ihn Aussetzer. 2002 verlor er den Fraktionsvorsitz. Er kam nicht auf die Idee, sich die Hilfe von CSU-Chef Stoiber zu sichern. Wohl aber Merkel. Sie gab Stoiber für den Fraktionsvorsitz die Kanzlerkandidatur. Merz schaute in die Röhre. Als er 2018 gegen Kramp-Karrenbauer um den CDU-Vorsitz kandidierte, vergaß er, Teile der Jungen Union an sich binden. Seine Kandidatenrede fanden selbst seine Fans miserabel. Die Konkurrentin gewann. Wieder schaute er in die Röhre. Derzeit kämpft er erneut um den CDU-Vorsitz, diesmal gegen Laschet und Röttgen. Was passiert? Er patzt. Er rückt Schwule in die Nähe von Pädophilen. Prompt steht er mitten im Shitstorm und als Mann von vorgestern da. Er hat gute Aussichten, bei der Wahl wieder in die Röhre zu schauen. Selbst seine Fans sollten inzwischen wissen: Merz tut nichts, wenn er handeln müsste. Er versagt, wenn er die richtigen Worte sprechen müsste. Er plappert drauf los, wenn er den Mund halten sollte. Man fragt sich: Wie kommen Leute in der CDU nur auf die Idee, ein Mann wie er, der noch nie ein Regierungsamt innehatte und im entscheidenden Moment zu versagen pflegt, könnte die Union hinter sich vereinen, Deutschland führen, Europa zusammenhalten, beide durch Krisen führen und sie zwischen China, Russland und den USA über Wasser halten? – Ulrich Horn

NRW-CDU: Führungsprobleme … Teil 3

Dienstag, 10. April 2012

Politik

(uh) Norbert Röttgen plant sein Landeskabinett. Tag für Tag stellt der Spitzenkandidat der NRW-CDU für die Landtagswahl am 13. Mai den Wählern und CDU-Mitgliedern weitere Mitglieder seines Schattenkabinetts vor. Während er emsig an den Zuschnitten der Schattenressorts feilt, ziehen in der Partei Wolken auf, die auch auf ihn Schatten werfen.

In der Partei hat man sich allmählich damit abgefunden, dass Röttgen bei einer Wahlniederlage sein Berliner Ministeramt behalten und die Oppositionsarbeit in NRW nicht organisieren will. Doch seither wird in der NRW-CDU über seine Zukunft nachgedacht. Sollte er ein noch schlechteres Wahlergebnis einfahren als die 34,6 Prozent seines Vorgängers Rüttgers von 2010, werde Röttgen den Vorsitz der NRW-CDU abgeben müssen, heißt es in der NRW-CDU.

Ein schlechtes Wahlergebnis würde die Vorbehalte jener Mitglieder und Funktionäre bestätigen, die bei der Mitgliederbefragung 2010 gegen ihn stimmten. Sie waren der Ansicht, die NRW-CDU könne nicht von einem Bundesminister aus Berlin erfolgreich gesteuert und motiviert werden. Bei einer Wahlniederlage werde in der Partei das Bedürfnis riesengroß sein, über Ursachen und Konsequenzen zu diskutieren. Röttgen werde dann nicht umhin kommen, seinen Posten an der Parteispitze zu räumen.

Statt den Bedürfnissen der Partei entgegenzukommen, zwinge er die NRW-CDU ständig, sich seinen Wünschen und Prioritäten unterzuordnen und anzupassen. Im Fall einer Niederlage sei damit Schluss, heißt es. Dann werde Röttgen gehen müssen. Er werde nicht ins Bergfreie fallen. Bundeskanzlerin Merkel werde sicher an ihm als Bundesumweltminister festhalten, obwohl er dann im Bundeskabinett wohl ebenfalls geschwächt wäre.

Dass in der NRW-CDU mitten im Wahlkampf über die politische Zukunft des Vorsitzenden und Spitzenkandidaten nachgedacht und seine Ablösung erwogen wird, hängt auch damit zusammen, dass die jüngsten Umfragen für den Wahltag wenig Gutes verheißen. Seit Ende Februar fiel die NRW-CDU von 35 auf 32 Prozent zurück, während die NRW-SPD von 35 auf 40 Prozent stieg.

Bei diesen Ergebnissen fehlt der CDU eine natürliche Machtoption. Nur wenn die kleinen Parteien in den Landtag zurückkehren, könnte die Union als Juniorpartner in einer großen Koalition landen. Zudem verspürt man in der CDU anders als bei der Wahl 2005 bisher kein Wechselfieber. Auch das bremst in der Partei die Zuversicht und fördert die Neigung, über die Zukunft nachzudenken.

Und so macht man sich in der NRW-CDU bereits Gedanken über die Kriterien, die der Nachfolger Röttgens erfüllen muss. Ein externer Kandidat für den Landesvorsitz komme nicht mehr in Frage, heißt es. Der nächste CDU-Landeschef müsse aus der Landtagsfraktion kommen und rund um die Uhr in NRW präsent sein. Die Partei- und die Fraktionsführung sollten künftig in einer Hand liegen.

Nach Lage der Dinge komme dafür nur der Aachener Landtagsabgeordnete Armin Laschet in Frage, ist in der CDU zu hören. Er war bei der Mitgliederbefragung 2010 Röttgens Gegenkandidat und musste sich ihm mit 45 zu 55 Prozent knapp geschlagen geben. Zwar ist auch Fraktionschef Laumann in der Partei sehr beliebt. Man bezweifelt jedoch, dass er beide Ämter vereinen kann.

Und so schauen derzeit viele in der Partei auf Laschet. Für ihn keine angenehme Situation. Er soll in Röttgens Schattenkabinett Minister für Inneres und die demographische Entwicklung werden. Er muss Loyalität zeigen, obwohl jeder annimmt, dass er mit Röttgens Kurs und dem Verlauf des Wahlkampfs ganz und gar nicht zufrieden sein kann.

Als Innenminister hätte Laschet eine Schlüsselrolle inne. Er wäre auch für die Kommunen zuständig. Das ist vor allem mit Blick auf die Kommunalwahlen 2014 parteipolitisch wichtig. Der Innenminister muss die riesigen Schuldenprobleme der Städte lindern. Gelingt ihm das, kann sich das bei der Kommunalwahl für seine Partei auszahlen.

Allerdings ist fraglich, ob die CDU als Juniorpartner einer großen Koalition das Innenministerium erhalten wird. Sollte die SPD stärkste Partei werden, dürfte sie das wichtige Ministerium beanspruchen. Unter diesem Vorbehalt stehen auch einige andere Posten in Röttgens Schattenkabinett. Dessen Wert ist begrenzt, auch für den Wahlkampf. Das ist vielen in der NRW-CDU bewusst, zumal einige Schattenminister landesweit kaum bekannt sind.

In einem Punkt sind Röttgens Kritiker und Unterstützer vereint. Sie warten gespannt darauf, welchen Posten er im Schattenteam seinem Freund Oliver Wittke zuweisen wird, der zurzeit als Generalsekretär den Wahlkampf organisieren muss. Aufmerksam hat man in der NRW-CDU auch registriert, dass Röttgen Fraktionschef Laumann zum Arbeitsminister machen will. In der Partei fragt man sich, wen Röttgen nun an Laumanns Stelle als Schattenfraktionschef vorschlagen wird.

 

 

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