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Nebenbei

  • Auf Merz ist Verlass

    Eines muss man Friedrich Merz lassen: Auf ihn ist Verlass. Sobald es darauf ankommt, übermannen ihn Aussetzer. 2002 verlor er den Fraktionsvorsitz. Er kam nicht auf die Idee, sich die Hilfe von CSU-Chef Stoiber zu sichern. Wohl aber Merkel. Sie gab Stoiber für den Fraktionsvorsitz die Kanzlerkandidatur. Merz schaute in die Röhre. Als er 2018 gegen Kramp-Karrenbauer um den CDU-Vorsitz kandidierte, vergaß er, Teile der Jungen Union an sich binden. Seine Kandidatenrede fanden selbst seine Fans miserabel. Die Konkurrentin gewann. Wieder schaute er in die Röhre. Derzeit kämpft er erneut um den CDU-Vorsitz, diesmal gegen Laschet und Röttgen. Was passiert? Er patzt. Er rückt Schwule in die Nähe von Pädophilen. Prompt steht er mitten im Shitstorm und als Mann von vorgestern da. Er hat gute Aussichten, bei der Wahl wieder in die Röhre zu schauen. Selbst seine Fans sollten inzwischen wissen: Merz tut nichts, wenn er handeln müsste. Er versagt, wenn er die richtigen Worte sprechen müsste. Er plappert drauf los, wenn er den Mund halten sollte. Man fragt sich: Wie kommen Leute in der CDU nur auf die Idee, ein Mann wie er, der noch nie ein Regierungsamt innehatte und im entscheidenden Moment zu versagen pflegt, könnte die Union hinter sich vereinen, Deutschland führen, Europa zusammenhalten, beide durch Krisen führen und sie zwischen China, Russland und den USA über Wasser halten? – Ulrich Horn

Guttenberg: Narziss, der sich zerstört

Sonntag, 27. November 2011

Medien

(uh) Das Wochenblatt „Die Zeit“ und sein Chefredakteur di Lorenzo sind in den vergangenen Tagen angegriffen worden. Sie hätten der Verlockung nach der billigen Schlagzeile nachgegeben und dem Narziss, wissenschaftlichen Täuscher und politischen Bankrotteur zu Guttenberg eine Bühne geboten – als Teil seines Versuchs, politisches Gewicht zurück zu gewinnen.

Es könnte sich herausstellen, dass diese Kritik voreilig war. Dem Plan, rasch aus den USA in die deutsche Politik zurückzukehren, war das Interview, das Guttenberg der Zeitung gab, nämlich nicht dienlich. Wie sich erfreulicherweise zeigt, mobilisiert er mit seinen Äußerungen ein beträchtliches Maß an Ablehnung auch unter jenen, die ihm bisher beistanden.

Manchem von ihnen, vor allem an der Spitze der CSU wie Parteichef Seehofer, bot er einen willkommenen Anlass, ihn öffentlich in die Schranken zu weisen. Ein Teil der CSU-Spitze nutzte die Gelegenheit und kritisierte ihn ausgiebig. Andere schwiegen viel sagend.

Mancher Interpret des Interviews deutet zu Guttenbergs Anmerkungen als Kampfansage an die CSU-Spitze. Auch mit der Drohung, eine eigene Partei zu gründen. Das wäre ein weiterer Beleg dafür, dass sich zu Guttenberg hoffnungslos überschätzt.

Es mag jedoch auch sein, dass ihm die treuen CSU-Freunde, die ihn neulich in den USA besuchten, bei dieser Gelegenheit vermittelten, dass es mit der Solidarität in der CSU doch nicht so gut bestellt ist, wie es öffentlich erschien. Vielleicht schlug er auch deshalb solch kritische Töne gegen die Partei an, einfach aus tiefer Enttäuschung.

Auf den ersten Blick wirkt es so, als lasse sich die „Zeit“ von zu Guttenberg instrumentalisieren. Das Interview hat jedoch noch einen ganz anderen Aspekt.

Obwohl zu Guttenberg an so exponierter Stelle in der Politik tätig war, hat ihm niemand übel mitgespielt. Er allein war es, der sich mit den Plagiaten seiner Doktor-Arbeit und der Rechtfertigung seiner Täuschung selbst schwer beschädigte.

Die „Zeit“ bot ihm – möglicherweise ungewollt – das Forum, diese Selbstzerstörung fortzusetzen. Dafür müsste man dem Blatt eigentlich dankbar sein.

 

 

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