(uh) Die NRW-CDU will ihre Zukunft mit einer Doppelspitze gestalten. Das Modell ist in der Vergangenheit stets gescheitert. Dennoch sollen es die beiden Landtagsabgeordneten Laschet als Parteichef und Laumann als Fraktionschef noch einmal ausprobieren. Nach dem leichtfertigen und teuer bezahlten Experiment mit Röttgen an der Spitze geht die NRW-CDU nun erneut ein großes Risiko ein.
(uh) Die Berichte über das TV-Duell zur NRW-Wahl haben eines gemeinsam: einen Grundton von Missvergnügen. Und der rührt daher: Die Duellanten Kraft und Röttgen erfüllten manche Erwartung nicht. Sie verharrten bei dem, worüber sie seit Wochen im flauen Wahlkampf reden. Dessen inhaltliche Dürre prägte auch das TV-Duell. Aufschlussreicher als das, was dort gesagt wurde, ist das, was nicht zur Sprache kam.
(uh) Der NRW-Wahlkampf ist leicht zu überblicken. Es herrscht inhaltliche Leere. Die Parteien sind bemüht, den Gegnern keine Angriffspunkte zu bieten. Sie reden zwar über die Verschuldung, nicht aber über die Maßnahmen gegen das Übel. Noch deutlicher wird der Mangel an inhaltlicher Substanz im Kernbereich der Landespolitik, in der Wirtschafts- und Infrastrukturpolitik. Sie spielt im Wahlkampf bisher so gut wie keine Rolle.
(uh) Es gibt noch Leute im Ruhrgebiet, die glauben, aus der Region ließe sich etwas machen. Wie sonst wäre die Enttäuschung zu verstehen, die mancher über den Ausgang des Gladbecker Bürgerentscheids zur B 224 empfindet?
(uh) Der NRW-Wahlkampf treibt sonderbare Blüten. Nicht genug damit, dass sich CDU und FDP selbst zum Wahlkampfthema machen und damit ihre Chancen schmälern. Nun geht auch die SPD daran, die unangenehmen Seiten ihrer jahrzehntelangen Regierung in Stadt und Land herauszustellen.
(uh) Die Kultusminister haben keinen guten Lauf. Gerade scheiterten sie mit dem Versuch, in hinreichendem Umfang einheitliche Bildungsstandards zu schaffen. Es gab viel Kritik. Richtig aufgeregt hat sich aber niemand. Jeder weiß: Das deutsche Schulsystem, ein wahrer Flickenteppich, taugt nicht viel. Jeder weiß auch: Eines der Probleme des wirren Systems sind die Bildungspolitiker und Kultusminister.
(uh) Lebenslügen schützen – vor der unangenehmen Wirklichkeit. Und vor der Mühe, auf sie zu reagieren. Lebenslügen haben auch Nachteile. Sie führen entweder auf Irrwege oder zur Stagnation. Das zeigt sich im Ruhrgebiet. Dort ist der Selbstbetrug dabei, sich zum politisch geförderten landsmannschaftlichen Charakterzug zu entwickeln.
(uh) Es ist eine mutige Entscheidung, die Petra Grotkamp getroffen hat. Sie investiert eine Menge Geld in die WAZ-Gruppe. Es gibt nicht mehr viele, die heutzutage so hohe Beträge ausgerechnet in Zeitungen stecken.
(uh) Das jüngste Zauberwort im Ruhrgebiet heißt Kooperation. Sie wird vor allem von der Wirtschaft propagiert. Sie ist seit einiger Zeit dabei, sich stärker in die Diskussion über die Belange der Region einzumischen. Sie merkt, dass im Ruhrgebiet wichtige Grundlagen und Ressourcen gefährdet sind, die sie für ihren Weiterbestand dringend benötigt.
(uh) Ja, ja, das Ruhrgebiet. Es versucht sich zu mausern – vom Revier zur Metropole Ruhr.