Schrift verkleinern Schrift vergrößern
RSS RSS-Feed

Letzte Kommentare

Nebenbei

  • Der Preis der Pandemie

    Die vierte Coronawelle macht den Politikern Sorgen. Die Krankenhäuser laufen über. Sie werden vor allem von Impfunwilligen geflutet, die sich bei ihresgleichen angesteckt haben. Seit das Virus die Inzidenz zum vierstelligen Bereich hochtreibt, sind die Politiker alarmiert. Es fällt ihnen auf, dass fast elf Monate nach dem Impfstart 15 Millionen Impffähige die Impfung verweigern. Um zu verhindern, dass sich die große Katastrophe zu einer gigantischen auswächst, sollen die Impfunwilligen bewogen werden, sich sozial zu verhalten und sich impfen zu lassen. Man will ein wenig Druck auf sie ausüben: Es soll ihnen gut zugeredet werden. Man will ihnen vor Augen halten, sie könnten vom Gemeinschaftsleben ausgeschlossen werden, wenn es mit der Pandemie noch doller kommen sollte. Wen wollen die Politiker mit solchen Ankündigungen beeindrucken? Die 15 Millionen Impfverweigerer können es nicht sein. Ihnen wollen die Politiker mit kostenlosen Tests die Möglichkeit bieten, sich der Impfnadel zu entziehen. Solange die Tests gratis sind und von den Steuermitteln aus dem Kreis der 56 Millionen Geimpften finanziert werden, schwindet der Anreiz für die Impfverweigerer, sich impfen zu lassen. Der Unmut unter den Geimpften dürfte dagegen neues Maximum erreichen. Sie bezahlen nicht nur die Tests für die Impfverweigerer, sondern auch die hohen Kosten, die sich darüber hinaus durch das unsoziale Verhalten der Impfverweigerer ergeben. Wäre es nicht gerechter und an der Zeit, die Coronakosten stärker am Verursacherprinzip auszurichten? – Ulrich Horn

Schlepper und Animateure

Samstag, 19. September 2015

Nebenbei

Über die vielen Flüchtlinge haben sich die Deutschen in vier Gruppen geteilt: in Flüchtlingsfeinde, Helfer, Profiteure und Schwadroneure. Zwischen ihnen gibt es regen Austausch: Viele gehören mehreren Gruppen an, andere wechseln die Gruppen. Zu dieser Kategorie gehört Springer-Vorstandschef Döpfner. Während andere Konzernlenker mit ihren Unternehmen rasch Hilfsaktionen starteten, beschränkte er sich zunächst darauf, warme Worte zu spenden. „Den Flüchtlingen zu helfen und sie in Deutschland willkommen zu heißen, ist ein Gebot des Anstandes und der Menschlichkeit“, sagte er dem Handelsblatt. Als auffiel, dass dieser Wortbeitrag ein etwas dürftiger Hilfsbeitrag war, legte er nach. Das Handelsblatt berichtete, er habe private Immobilien für Flüchtlinge geöffnet, und Bild-Herausgeber Diekmann habe es ihm gleich getan. Döpfner trat von der Gruppe der Schwadroneure in die der Helfer über. Diekmann, der Boulevardjournalist, ging noch einen Schritt weiter. Nur einen? Nein, er vollzog, wie es sich für ihn schickt, einen Quantensprung. Er schuf eine fünfte Gruppe: die der Animateure. Er nutzt seine Medienkanäle, um Menschen, Organisationen und Vereine anzufeuern, sich für Flüchtlinge einzusetzen und dabei das Bild-Logo zu verwenden. So wird beiden geholfen: den Flüchtlingen und Bild. Wer sich weigert, neben den Flüchtlingen auch Bild zu dienen, mahnt Diekmann öffentlich ab. Auch das ist werbewirksam. Selbst Verweigerer werden so unwillentlich zu Werbeträgern des Hauses Springer. Von Hilfsaktionen, die das Unternehmen selbst gestartet hat, ist kaum etwas zu hören. – Es sind nicht nur die Schlepper, die von den Flüchtlingen profitieren. – Ulrich Horn

Schlagwörter: , , , ,

2 Kommentare zu “Schlepper und Animateure”

  1. Roland Appel sagt:

    Die Bild-Zeitung hatte 1993 einen erheblichen Anteil an der Hetzkampagne gegen das Asylrecht und an der geistigen Brandstiftung angesichts der gewalttätigen Angriffen gegen Flüchtlinge und Schwarze. Immer wieder hetzt das Krawallblatt gegen Arme, Ausländer, Roma, Arbeitslose – die Kampagne „Wir Helfen“ ist der zynische Versuch, vorneherum Gutmenschentum zu heucheln, um hintenrum genau diese Gruppen im Lügenblatt um so mehr zu bashen. Die Bildzeitung ist wirklich die allerletzte Instanz, die sich in der Flüchtlingsfrage als Helfer zu gerieren hat. Ich könnte kotzen, wenn ich einen Typen wie Diekmann den Flüchtlingsfreund geben sehe, der über Armutsflüchtlinge schreiben lässt, als ob er am liebsten bei der schnelleren Abschiebung helfen würde. Und peinlich ist, dass nicht mehr Bundesligavereine das Rückgrat der Zweitligisten gezeigt haben, die sich geweigert haben, für diesen Mist auch noch Reklame zu laufen.

    https://scontent-fra3-1.xx.fbcdn.net/hphotos-xfp1/v/t1.0-9/12006301_401133056750003_1431933881452741400_n.jpg?oh=af42b79f4163ad29031396c6b2de8b8f&oe=56A25412

  2. Beate sagt:

    Merkel hat die Tore für einen kurzen Moment geöffnet, um ,junge Arbeitskräfte‘ ins Land zu lassen. Finden Sie es nicht merkwürdig, dass die Zahl der offenen Stellen nach explodiert ist? Mit Zuwachsraten von manchmal mehr als 20.000 offenen Stellen an einem Tag. Es gehört einfach zum Standortwettbewerb. Merkel hat sich nicht geändert. Kulturrassismus schadet der deutschen Wirtschaft. Das brauchen wir jetzt nicht.
    http://www.zeit.de/2015/36/fluechtlinge-migration-kapitalismus-rassismus

Schreiben Sie einen Kommentar

Ja, ich möchte über neue Blog-Beiträge per E-Mail informiert werden.