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Nebenbei

  • Der Welten Lohn

    Es gab einmal einen Politiker, der erzielte einen großen Erfolg. Er kam zustande, weil ihm ein anderer Politiker geholfen hatte. Kurz nach dem Erfolg telefonierte ich mit dem Helfer. Sein erfolgreicher Parteifreund werde ihn nun doch sicher belohnen, sagte ich. Der Helfer antwortete skeptisch: „In der Politik ist Dankbarkeit flüchtig.“ Daran musste ich denken, als ich jüngst auf zwei Artikel stieß. Der eine stammt von 2011, NRW-Ministerpräsidentin Kraft war gerade ein Jahr im Amt. Damals kam Kritik auf, ihre Kontakte zur Wirtschaft seien unterentwickelt. Der Spiegel berichtete, der damalige WAZ-Geschäftsführer und frühere Berater von Ex-Kanzler Schröder, Bodo Hombach, habe seine Kontakte zur Großindustrie spielen lassen, um Kraft die Wirtschaft näher zu bringen. Über sein Verhältnis zu Kraft sagte Hombach damals dem Spiegel: „Ich glaube, das ist der Beginn einer schönen Freundschaft.“ Der zweite Artikel stammt vom 23. August 2014. Die Rheinische Post berichtete, SPD-Chef Gabriel habe Hombach für das Kuratorium der RAG-Stiftung vorgeschlagen – wohl vergeblich. Kraft solle sich gegen Hombach quergelegt haben. Da fiel mir wieder das Zitat jenes Politikers ein, der seinem Parteifreund zum Erfolg verholfen hatte: „In der Politik ist Dankbarkeit flüchtig.“ Der Volksmund formuliert schroffer: Undank ist der Welten Lohn. - Ulrich Horn

Über


Von 1989 bis 2003 habe ich als Landeskorrespondent der WAZ in Düsseldorf gearbeitet.

Begonnen habe ich in den 70er Jahren als freier Mitarbeiter in verschiedenen Lokalredaktionen des Ruhrgebiets.

Bis 2008 war ich als politischer Reporter in der Essener WAZ-Zentralredaktion tätig. Dort hatte ich schon in den 80er Jahren als Redakteur für Innenpolitik gearbeitet.

2009 bin ich aus gesundheitlichen Gründen ausgeschieden.