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Nebenbei

  • Der strenge Duft des Sports

    Lange galt es als unterhaltsam, Spitzenathleten bei ihren Sportfesten zuzuschauen. Betrügerische Sportler haben das Vergnügen stark gemindert. Heute ist es viel unterhaltsamer, dem Treiben der Sportfunktionäre zuzuschauen. Sie liefern alle Zutaten, die Kriminalromane spannend machen. – Die Tour de France entpuppte sich als Dopingpfuhl. In den Fußballgremien herrscht Korruption. Die Olympischen Spiele erweisen sich als Eldorado für Betrüger. Die Aufklärungsversuche gewähren nicht nur faszinierende Einblicke in die klebrigen Konglomerate der Sportorganisationen. Auch die Aufklärung und die Sanktionierung der Ungeheuerlichkeiten, die sich in den Sportgremien abspielen, haben das Zeug zum Krimi. – Wie tief der Sport gesunken ist, demonstriert das IOC. Es zeigt sich nicht bereit, die systematischen Betrugsaktionen des russischen Staates nachdrücklich zu sanktionieren. Der Sport hat mafiöse Strukturen angesetzt, die munter vor sich hin wuchern und sich längst mit staatlichen Machtmitteln paaren. – Die Liste der Sportler und Sportfunktionäre, die sich in Verruf gebracht haben, ist ellenlang. Gerade erleben wir, wie sich IOC-Präsident Bach in diese Schlange der gestrauchelten Prominenten einreiht. Er wird am Wochenende Olympische Spiele eröffnen, die nur chronisch Arglose anschauen können, ohne an dem zu zweifeln, was sie sehen. Bach hat sich nicht nur mit mangelhaften Aufklärungs- und Sanktionsbemühungen geschadet. Er hat sich auch mit seiner Nähe zu den Machthabern Russlands, das Lug und Betrug mit Doping staatlich betrieb, angreifbar gemacht, wenn nicht gar disqualifiziert. Wer glaubt noch, dass er den Stall ausmisten kann? – Die Athleten und Funktionäre wissen, womit sie es zu tun haben. Die Zuschauer, die an der Nase herumgeführt werden, erfahren es nach und nach. Die Sponsoren müssten eigentlich darauf dringen, die Missstände schleunigst zu beheben, um nicht mit ihnen verbunden zu werden. Wer kann schon ein Interesse daran haben, sein Geld und seinen guten Namen an eine Sache zu binden, die zum Himmel stinkt? – Ulrich Horn

Archive | Nebenbei

Der strenge Duft des Sports

Dienstag, 2. August 2016

9 Kommentare

Lange galt es als unterhaltsam, Spitzenathleten bei ihren Sportfesten zuzuschauen. Betrügerische Sportler haben das Vergnügen stark gemindert. Heute ist es viel unterhaltsamer, dem Treiben der Sportfunktionäre zuzuschauen. Sie liefern alle Zutaten, die Kriminalromane spannend machen. [weiter]

Erdogan und seine Fans

Dienstag, 2. August 2016

4 Kommentare

Erstaunlich, welchen Widerhall Erdogan in den deutschen Medien erzielt: Die Resonanz auf seine Kölner Fandemo war größer als die Kundgebung selbst. Allenfalls 40.000 beteiligten sich. Ziemlich dürftig, wenn man bedenkt, dass hier drei Millionen Deutschtürken leben und die deutschen Ableger der Erdoganpartei AKP für die Demo trommelten, was das Zeug hielt. [weiter]

Seehofers Unvermögen

Montag, 1. August 2016

5 Kommentare

Die Zuwanderer zwangen Europa, die Augen zu öffnen. Der Kontinent sah entsetzt, dass er von den Kriegen und Krisen in Afrika und im Orient nicht unberührt bleibt. Diese Einsicht führte auch in Deutschland zu zwei gegensätzlichen Reaktionen, die in der Union spektakulär zutage treten. Die CSU bietet an, sich hinter Seehofers Das-ist-nicht-zu-schaffen zu scharen. die CDU, sich hinter Merkels Wir-schaffen-das zu versammeln. Welche Position wird sich durchsetzen? [weiter]

Tatkraft und ihr Gegenteil

Samstag, 23. Juli 2016

19 Kommentare

Der Amoklauf in München hat starke Reaktionen ausgelöst. Über Stunden herrschten Angst und Unsicherheit. Doch der Staat zeigte Flagge. In München und Bayern demonstrierten Polizei und Rettungskräfte mit aller Macht, dass sie die Lage in den Griff bekommen wollten. [weiter]

AfD: Wie ein Geheimbund

Freitag, 24. Juni 2016

2 Kommentare

Die AfD in NRW will sich nicht in die Karten schauen lassen. Zwar möchte sie das Ergebnis ihres Parteitages unter die Leute gebracht sehen. Wie es zustande kam, will sie jedoch verbergen. Um diesen Zweck zu erreichen, möchte sie den Journalisten die Teilnahme am Parteitag verwehren. Die AfD scheut Transparenz. Sie führt sich wie ein Geheimbund auf, der das Tageslicht scheut. Sie will ihre Selbstsicht zum Standard machen. Kann sich eine Partei dümmer verhalten? [weiter]

SPD: Es knirscht im Schritt

Donnerstag, 23. Juni 2016

5 Kommentare

Der SPD sind 20 Prozent bei der Sonntagsfrage offenbar noch zu viel. Als wollte sie sich dem Umfrageniveau der Grünen weiter annähern, palavert die SPD wieder einmal über die Koalitionsfrage. 2013 entschied sich die Partei für die Große Koalition. Jetzt spricht ihr Vorsitzender Gabriel von einer Kurskorrektur. Für die Bundestagswahl 2017 bringt er Rot-Rot-Grün ins Gespräch. Kann man diesen Plan ernst nehmen? [weiter]

Hummels, Hoeneß, Glück

Sonntag, 22. Mai 2016

8 Kommentare

Man stelle sich vor: Statt Costa (FCB) hätte Hummels (Borussia) den Elfmeter verwandelt, mit dem das Pokalfinale entschieden wurde. FCB-Trainer Guardiola stünde ziemlich belämmert und die teure Truppe des FCB mit „nur“ einem Titel da. Die FCB-Macher Rummenigge und Hoeneß würden blöd aus der Wäsche gucken. Die halbe Republik würde sich ins Fäustchen lachen. Hummels hätte bewiesen, dass er Rückgrat hat. [weiter]

Wie befreit aufgespielt

Montag, 2. Mai 2016

7 Kommentare

Hoeneß ist wieder da, und schon ist alles beim Alten. So lange er für einige Monate weggeschlossen war, führte sich der FCB halbwegs anständig auf. Es wurde deutlich, was sein könnte, wenn nicht Hoeneß die Atmosphäre der Bundesliga prägte. Nun wiegelt der Mann, der wie ein Bullterrier agiert, wieder auf – und Rummenigge wieder ab. Die Arbeitsteilung klappt, als hätte Hoeneß nie eingesessen. [weiter]

Der Geschichte schreibt

Samstag, 9. April 2016

7 Kommentare

Seit Winfried Kretschmann begonnen hat, Geschichte zu schreiben, hört er nicht mehr damit auf. Zuerst wurde er zum ersten grünen Ministerpräsidenten. Dann machte er Baden-Württembergs Grüne mit 30,3 Prozent zur regionalen Volkspartei und auch zur stärksten Partei. Nun ist er auch noch – nach einer ZDF-Umfrage – zum beliebtesten Politiker Deutschlands aufgestiegen. Ist das von Bedeutung? Was sagt uns das? Denken wir diese Entwicklung einfach mal weiter. [weiter]

Scheitert der Altkanzler?

Mittwoch, 6. April 2016

7 Kommentare

Die nostalgische Hinwendung zu den guten alten Zeiten drückt sich in der Politik besonders anrührend im Kult um die früheren Bundeskanzler aus. Kaum sind sie aus dem Amt, werden sie als Altkanzler tituliert, so als seien sie durch den Amtsverlust selig gesprochen. Dabei sind sie doch nur ehemalige Politiker, die ihre Zeit hinter sich haben: Die einst Erfolgreichen beendeten ihre politische Karriere als Gescheiterte. [weiter]