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Nebenbei

  • Drei Frauen, ein Mann

    Das TV-Duell zwischen Ministerpräsidentin Kraft und CDU-Herausforderer Laschet entscheidet nicht die NRW-Wahl. Dennoch bot es interessante Aufschlüsse – weniger über die Pläne der beiden Spitzenkandidaten als über die Persönlichkeiten selbst. 1. Kraft beschädigte ihr Image als nette Landesmutter. Gleich von Anfang an zeigte sie sich, wie man sie im Düsseldorfer Regierungsviertel kennt: unwirsch, ungeduldig, auch zickig. Sie fährt schnell aus der Haut und andere an, wenn sie meint, die kämen ihr quer. Im TV-Duell bestätigte sie die Hombach-Maxime: Gegen die Wirklichkeit kann auf Dauer kein Image bestehen. 2. Krafts Versuch, das Duell zu dominieren, misslang. Schon zu Beginn erregte sie sich heftig, als wollte sie die Fassung verlieren. Später lächelte sie auch abschätzig über Laschet. Wäre er gegenüber ihr so aufgetreten wie sie gegenüber ihm, hätten sich alle Daumen über ihm gesenkt. 3. Kraft war taktisch schlecht vorbereitet. Über weite Strecken hing sie in der Defensive. Mittel, ihr zu entkommen, fand sie kaum. Selbst wenn sie lautstark angriff, lief sie in Laschets Konter. Präsidentinnenhaft wirkte sie nicht. 4. Inhaltlich hat sie wenig anzubieten. Sie will mehr Polizisten, kostenlose Betreuung in Kindergärten und das Projekt, kein Kind zurückzulassen, weiter ausdehnen. Wie sie das Ruhrgebiet auf die Beine bringen will, das ganz NRW herunterzieht, bleibt ihr Geheimnis. 5. Laschet war taktisch klug eingestellt. Er hatte es mit drei Frauen zu tun, mit Kraft und den beiden Moderatorinnen. Er bewältigte die Aufgabe, ohne unangenehm anzuecken. Er formulierte seine Kritik höflich und verbindlich. Dennoch zwang er Kraft, sich als die Persönlichkeit zu zeigen, die sich sonst hinter der Rolle der Landesmutter verbirgt. Er hob sogar Konsenspunkte hervor. Sein Auftritt war dazu angetan, für die CDU auch Frauen zu gewinnen, denen man nachsagt, sie tendierten zu Kraft. 6. Sie allzu heftig anzugehen, konnte sich Laschet ersparen. Der Eindruck, sie habe NRW herunterwirtschaftet, hat sich derart breit festgesetzt, dass er sich wie ein roter Faden durch alle Fragen der Moderatorinnen zog. – Ulrich Horn

Hilfe aus Russland

Hat Putin Trump zum Präsidenten gemacht?

Dienstag, 13. Dezember 2016

Politik

Das Time-Magazin hat Donald Trump zur herausragendsten Persönlichkeit des Jahres 2016 erklärt. Möglicherweise vorschnell. Kurz darauf nämlich behauptete die CIA im Einklang mit den übrigen US-Geheimdiensten, Trump habe bei der Präsidentschaftswahl Schützenhilfe aus Russland erhalten. Hätte das Time-Magazin nicht besser Russlands Präsidenten Putin küren sollen?

Mails entwendet

Der amtierende US-Präsident Obama jedenfalls beauftragte die CIA, ihre Einsichten über Russlands Einflussnahme auf den Wahlkampf ausführlich darzulegen. Es steht der Verdacht im Raum, Putin habe Trump zur Präsidentschaft verholfen und Trump Putin als Gegenleistung gute Zusammenarbeit und das Ende der Sanktionen gegen Russland in Aussicht gestellt.

Ist Trump also Präsident von Putins Gnaden? Obama hält diese Frage für klärungsbedürftig. Trump wiegelt ab und spielt sie als parteipolitisch motivierten Angriff der unterlegenen Demokraten herunter. Dabei hat Trump selbst darauf hingewirkt, diesem Argument die Überzeugungskraft zu nehmen.

Während des Wahlkampfs pries er Putins Führungsqualitäten und bat Russland um Hilfe gegen seine Konkurrentin Clinton. Er forderte Russlands Geheimdienste auf, Clintons vermisste Mails aufzustöbern. Bald darauf wurden den Demokraten Mails entwendet. Sie wurden publik gemacht und wirkten für Clinton abträglich. Russische Hacker sollen am Werk gewesen sein.

Öffentlich gebrandmarkt

Da passt es ins Bild, dass Trump erwägt, Exxon-Mobil-Chef Tillerson zum Außenminister zu ernennen. Der Manager ist zwar außenpolitischer Laie, aber mit Putin gut bekannt. Russlands Präsident zeichnete Tillerson mit dem „Orden der Freundschaft“ aus.

Noch ist Trump nicht im Amt, doch schon steht seine Glaubwürdigkeit auf dem Spiel. Er warf Clinton vor, am Gängelband der Banken zu hängen. Nun engagiert gerade er für Schlüsselpositionen in seiner Mannschaft Banker. Diesen Coup kann er seinen Anhängern vielleicht noch als gerissenen Schachzug verkaufen.

Doch dass nun alle US-Geheimdienste behaupten, Trump habe von russischen Hackern mit staatlichem Hintergrund profitiert, wird ihm sehr zusetzen und kann ihm bei seinen Anhängern schwer schaden. Putin ist nicht nur für die Demokraten ein rotes Tuch. Auch Republikaner halten ihn für einen Verbrecher und scheuen sich nicht, ihn öffentlich zu brandmarken.

Einfluss ausgeweitet

Russlands Rolle im US-Wahlkampf wird in Washington womöglich Thema von Untersuchungen. Sie könnten für Trump abträglich werden. Der Erfolg von Populisten beruht auf Tabubrüchen und Regelverstößen. Ihre Erfolgsaussichten sind umso größer, je stärker sie die Konventionen dehnen. Doch auch diese Dehnübungen haben Grenzen. Durchaus möglich, dass Trump im Erfolgsrausch den Bogen überspannt hat.

Das träfe dann auch auf Putin zu. Er möchte Russland als Großmacht gewürdigt sehen. Gut denkbar, dass es ihn verlockte, den Millionär, der ihm gewogen ist, zum Präsidenten zu machen. Der Verdacht, dass Putin mit Trumps Einverständnis Hacker losschickte, ist in der Welt. Von da aus ist es nicht mehr weit bis zum Vorwurf der Kumpanei und des Komplotts zulasten der Wähler.

Dass Putin in den Verruf gerät, verwundert nicht. Er hat in den vergangenen Jahren seinen Einfluss gewaltsam ausgeweitet. Er annektierte völkerrechtswidrig die Krim. Im Osten der Ukraine schürt er den Bürgerkrieg. Auch mit Georgien liegt er über Kreuz.

Brückenköpfe geschaffen

In Syrien paktiert er mit Diktator Assad, der als Kriegsverbrecher gilt. Hand in Hand haben beide das Land in Schutt und Asche gelegen lassen. Sie bombardierten auch die Zivilbevölkerung.

Putin trägt dazu bei, die Flüchtlingsbewegungen im Nahen Osten zu vergrößern und den Flüchtlings- und Zuwanderungsdruck auf Europa zu verstärken. Sein Expansionskurs sorgt an Europas Ostgrenzen für Angst und Irritationen.

Russland sieht sich im Informationskrieg mit Europa. In der EU hat sich Putin mit viel Geld und propagandistischem Aufwand Brückenköpfe geschaffen, die dazu beitragen, Europa zu destabilisieren. Er unterstützt rechtsradikale, europafeindliche Parteien und Gruppierungen, in Frankreich den Front National, in Deutschland Pegida und die AfD.

Wahlkampf manipulieren

In Deutschland steht Putin bei den Parteien am rechten und am linken Rand hoch im Kurs. Sie konkurrieren zwar heftig um die gleichen Wählergruppen. Darüber hinaus eint sie jedoch die kritikfreie Zuwendung zu Putin.

Dass er Wahlen beeinflussen könnte, beunruhigt inzwischen auch Regierungen und Parteien in Europa. In Deutschland geht die Sorge um, er könnte den Bundestagswahlkampf manipulieren. Sorgen müsste sich Kanzlerin Merkel, die Sanktionen gegen Russland befürwortet.

Erstaunlich ist, dass Putins Expansionspolitik in Europas Zivilgesellschaften kaum Reaktionen auslöst. Als die USA im 20. Jahrhundert Vietnam bombardierten, stiegen Europas Intellektuelle, Menschenrechtler und Friedensfreunde auf die Barrikaden. Als die USA 2003 in den Irak einfielen, protestierten Hunderttausende.

Vor den Opfern schützen

Dass Putin und Assad heute in Syrien Zivilisten töten lassen, scheint Europas Intellektuelle, Menschenrechtler und Friedensfreunde nicht zu berühren. Proteste bleiben aus. Dass Europas Rechte schweigt, ist verständlich. Sie wird aus Russland mitfinanziert. Dass Europas Linke schweigt, scheint unbegreiflich. Sie spürt nicht einmal das Bedürfnis, ihr Schweigen zu erklären.

Dabei bekommen doch die EU-Staaten die Folgen zu spüren, die Putins und Assads Politik mit sich bringt. Der Teil des syrischen Volkes, der den Bombardements entrinnen konnte, ist auf der Flucht. In ihrem Windschatten machen sich auch Menschen aus anderen Krisenregionen auf den Weg nach Europa.

Hier verschafft die Zuwanderung den Rechtspopulisten und Europafeinden auftrieb. Die Urheber der Kriegsgräuel sind kein Thema. Statt gegen diejenigen zu mobilisieren, die das Elend anrichten, verwenden die Europäer ihre Kräfte darauf, sich vor den Opfern zu schützen, die Assads und Putins Bomben entkommen konnten.

Vorreiter Europa

Europa macht dicht. Es kritisiert Trump, weil er an der Grenze zu Mexiko eine Mauer bauen und dafür sorgen will, dass sich die USA auf sich selbst zurückziehen. Dabei ist Europa doch Vorreiter dieser Politik.

Viele Staaten Europas richten sich immer stärker national aus. Sie weigern sich, Flüchtlinge aufzunehmen. Zu deren Abwehr werden scharf bewachte Grenzzäune gebaut, aus Sorge, die westlichen Werte könnten von den Zuwanderern unterminiert werden. Dabei zeigen die EU-Staaten in der täglichen Praxis nur, wie wenig ihnen ihre Werte noch gelten.

Vor 75 Jahren brachte Deutschland Millionen den Tod und machte Unzählige heimatlos. Heute diskutiert das Land über eine Obergrenze für Flüchtlinge. Das christliche Polen fürchtet sich vor Putins Russland, schließt aber wie andere EU-Staaten vor Putins Opfern seine Tür. Welche Werte verbergen sich hinter solch einem Verhalten?

Bombenterror bemäntelt

Neulich fand vor der russischen Botschaft in Berlin eine Demo gegen das Gemetzel in Aleppo statt. Der Regisseur Schlöndorff, die Schriftstellerin Azoulay und der Publizist Naumann hatten zu der Kundgebung aufgerufen.

Er trug ein Schild mit der Aufschrift: „Putin nach Den Haag“. Naumann hält ihn für einen Kriegsverbrecher. Ex-Bundestagspräsident Thierse (SPD), der ebenfalls zur Demo kam, teilt diese Ansicht wohl. Er meint, Putin bemäntle mit dem Kampf gegen den Terror seinen Bombenterror in Syrien.

Groß war die Demonstration vor der russischen Botschaft nicht. Gerade mal 500 waren gekommen. Nicht nur ihnen stellt sich die Frage: Was ist nur mit Deutschlands Friedensbewegung los? – Ulrich Horn


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18 Kommentare zu “Hat Putin Trump zum Präsidenten gemacht?”

  1. Franz Weiler sagt:

    Eine etwas objektivere Sichtweise der Geschehnisse wäre sehr wünschenswert.
    Wer stellt eigentlich die Amerikaner in Den Haag vor Gericht? Gründe gäbe es wahrlich genug.
    Man sollte diese Kriegshetze gegen Russland endlich einstellen und die wirklichen Kriegstreiber benennen.

  2. Hubertus Bruch sagt:

    Interessante Fragen, die Sie da aufwerfen. Ob Trump das Thema gefährlich werden kann, hängt sicherlich davon ab, wie schnell er die Geheimdienste unter Kontrolle bringt und die Amerikaner mit anderen Themen ablenkt. Da kann er von seinem Moskauer Mentor sicherlich einiges lernen.
    Die Reaktion auf das Schlachthaus Aleppo hat mehrere Gründe. Es ist weit weg, selbst in der Stadt betrifft es nur einen Stadtteil, während direkt daneben die Leute sich im Pool räkeln – dann kann es so schlimm nicht sein. Dazu sind es Muslime, die sich bekanntermaßen seit Jahren gegenseitig umbringen. Auch macht Putins Propaganda hervorragende Arbeit. Und: Der Vertrauensverlust in die deutsche Presse ist so groß, dass man den Berichten über die dortige (sehr komplexe) Lage scheinbar nicht ganz glauben kann und will. Schuld laden scheinbar alle Kriegsparteien mit Gräueltaten auf sich.
    Davon völlig losgelöst sehen die deutschen Gutmenschen die Migranten, unter denen auch Flüchtlinge sind, als Geschenk (siehe KGE) an, um die von Ihnen genannte Erbschuld zu tilgen und sich der Welt zu beweisen. So eine Chance stellt man durch Demos nicht in Frage! Dieses Extrem führt dann wieder zu dem Extrem der Reaktionen der letzten Wochen, nämlich, dass es nun reicht für Europa.
    Damit wäre ich wieder bei dem Populisten Trump: Dessen extreme Dehnübungen gen Osten dürften uns alle noch sehr beschäftigen (bzw. Syrien noch einen hohen Blutzoll kosten). Eine übliche Geschichte!

  3. grafiksammler sagt:

    Wenn je in Deutschland das Verbreiten von Falschinformationen strafbar wird, hätte Ihr Artikel gute Chancen, sanktioniert zu werden. Vielleicht wäre es sinnvoll, sich nicht auf die Londoner 1-Mann-Menschenrechtsstelle zu verlassen, sondern die vielen verfügbaren Quellen im Internet zu benutzen und zu bewerten. Auch könnte der direkte Kontakt zu Flüchtlingen aus Syrien ganz hilfreich sein.
    Doch konkret der Reihe nach Fakten: 1.) Der IS/Daesh ist eine US-amerikanische Gründung. Bis heute wird er von den amerikanischen Geheimdiensten unterstützt bzw. geschont. (Da die Quellenangaben inzwischen gerichtlich sanktioniert werden können, bitte selbst im Internet suchen) 2.) Die hier angekommenen Flüchtlinge sind in der Regel vor dem Daesch geflohen, nicht vor der gewählten syrischen Regierung. Die „U-Boote“, also Terroristen, haben sich die Massenflucht zunutze gemacht.
    3.) Die Krim hat sich gewaltlos in einem Referendum für die Zugehörigkeit zu Russland entschieden. Das wird Separation genannt.
    4.) Die angeblich von russischen Hackern gestohlenen emails werden sogar von den US-Geheimdiensten als echt und nicht als gefälscht angesehen. Statt die darin beschriebenen Straftaten zu verfolgen, wird nach dem Dieb gefahndet. Das ist doch zumindest eigentümlich.

  4. René Fougeras sagt:

    Hatte Frau Clinton nicht 2,5 Millionen Stimmen mehr bekommen als Trump? Ist dafür Putin nicht verantwortlich?

  5. Heimrich sagt:

    Hallo,
    helfen Sie mir bitte. Ich bin etwas verwirrt, ob der Artikel unter der Rubrik „Satire“ läuft oder ob sie das, was sie hier geschrieben haben, etwa ernst meinen.
    Aber ich glaube, „Postillon“ ist jemand anderes.
    Gruß aus Thüringen

  6. Uschi sagt:

    Hier steht: Es gab Proteste Hunderttausender, als die USA Vietnam bombardierten und als die USA 2003 in den Irak einfielen. Zu Recht!
    Assad ist aber nicht in Syrien eingefallen – das waren andere. Alle, die an der Macht sind, brauchen ein Volk. Wer sollte denn sonst die Reichtümer schaffen, die die Mächtigen besitzen? Sollen sie sich selbst etwa hinstellen und das erarbeiten?
    Die Theorie, dass Assad sein eigenes Volk abschlachtet, halte ich deshalb für eher unwahrscheinlich.

  7. walter dyroff sagt:

    -Das Time-Magazin hat Donald Trump zur herausragendsten Persönlichkeit des Jahres 2016 erklärt.-
    Was heißt das schon?
    Man of the year 1938:Adolf Hitler (1889–1945
    https://geboren.am/liste/time-personen-des-jahres

    -Dabei bekommen doch die EU-Staaten die Folgen zu spüren, die Putins und Assads Politik mit sich bringt.-
    Das kann der Historiker Ganser besser erläutern.
    Juni 2016 Daniele Ganser erklärt den Syrienkrieg ! Wenn … – YouTube
    https://www.youtube.com/watch?v=KBIAeWb0Wbg

    -Die Urheber der Kriegsgräuel sind kein Thema.-
    Islamischer Staat (Organisation)-WIKIPEDIA
    „Von 25 Personen des obersten Führungskaders des IS waren 17 ab 2004 im US-amerikanischen Gefängnis Camp Bucca im Südirak inhaftiert.[59][60] Durch die Zusammenlegung radikaler Dschihadisten, Militärs und Geheimdienstoffiziere in gemeinsame Zellenblöcke wurde nach Ansicht von westlichen Kommentatoren ein „verhängnisvoller Fehler“ begangen. Dort erfolgte die Anwerbung erfahrener Militärs der irakischen Armee für den Islamischen Staat. Irakische Beobachter sprechen in diesem Zusammenhang von der „Akademie Bucca“.[61]

    <b< „Die US-Besatzer im Irak hatten ein tragisches Talent dafür, sich […] ihre intelligentesten Feinde selbst zu schaffen und zu vereinen.“
    – Christoph Reuter.[20]
    https://de.wikipedia.org/wiki/Islamischer_Staat_(Organisation)

    -Hat Putin Trump zum Präsidenten gemacht?-
    Wen´s interessiert: Näheres in „Die Propagandaschau“
    1Live: Fake News und Propaganda – Jochen Rausch verblödet die Jugend
    https://propagandaschau.wordpress.com/2016/12/10/1live-fake-news-und-propaganda/#more-28890

  8. Hubertus Bruch sagt:

    Es ist schon auffällig! Egal, in welchen Foren und Gazetten in diesen Tagen kritische Artikel über Moskau geschrieben werden, erfolgt immer prompt die gleiche Reaktion: Eine Menge an Leuten schwingt sich auf und gibt sofot Kontra. Die Inhalte sind dabei fast immer deckungsgleich. Amerika hat doch auch nur Böses getan. Russland wurde in die Enge getrieben. Deutschland braucht Russland. Die Veröffentlichung von Clintons Emails war doch rechtens, Putin ist doch ein netter Mann und Staatsdoping machen doch alle und ist auch kein Aushängeschild (im Gegensatz zu den erbeuteten Medaillen). Autoren, die kritisch berichten, werden reflexartig Paranoia oder andere Auffälligkeiten unterstellt. Und seltsamerweise bekommen diese Leute auch immer die mit weitem Abstand meisten Likes oder Zustimmung. Das wundert dann um so mehr, da die Reaktion eigentlich gar nicht zu den politischen Richtungen bzw. der einschlägigen Leserschaft der jeweiligen Medien passen.
    Putins Trolle, ob in Petersburg oder hier, scheinen Fahrt aufzunehmen. Wenn derart vehement für ein diktatorisches Regime getrommelt wird, lässt das nichts Gutes bis kommenden September erahnen.

    • grafiksammler sagt:

      Nööö, Ihr Beitrag ist genau das, was man heute postfaktisch nennt. Nicht ein kritischer Beitrag fordert zu einer Entgegnung heraus, sondern dessen fehlerhafte, nicht-objektive Darstellung – also genau das, was Sie auch machen. Hier wird nicht behauptet, Amerika hätte auch nur Böses getan, hier wird belegt, was die USA verbrochen haben und liebend gerne unter den Tisch kehren würden. Ob die Veröffentlichung der Clinton-emails Rechtens war, haben wir nicht zu entscheiden. Den Wahrheitsgehalt zweifelt niemand an. Darf nicht gefragt werden, warum nicht gegen Frau Clinton ermittelt wird? Halten Sie das für normal in einem Rechtsstaat? Und Putin ist bestimmt kein netter Politiker. Allerdings auch nicht der Popanz, der seit Jahren von der westlichen Presse und Politik aufgebaut worden ist.
      Zum Schluss: Den Schreibern, die hier mit Fakten argumentieren (im Gegensatz zu Ihnen!) hier zu unterstellen, sie wären Trolle, ist eine ziemliche Entgleisung.

      • Hubertus Bruch sagt:

        Ein interessanter Ansatz: Weil Sie schreiben, dass Sie Fakten verwenden, sind das dann auch Fakten. Punkt! Schauen wir uns mal Ihre Faktensammlung oben an: 1. These: Ich darf selbst nach dem Beleg im Internet fahnden. Danke für diesen stichhaltigen Hinweis. 2. These: Keinerlei Nachweise für die U-Boote etc. Auch hier danke für die stichhaltige Behauptung. 3. These: Die Krim (Sie meinen wahrscheinlich die russischen Bewohner der Krim) sind also einfach mal auf die Idee gekommen, Mir nichts Dir nichts ein Referendum abzuhalten nach dem Motto: Heim ins Zarenreich. Das hat aber Ihrer Ansicht nach nichts mit einer Unterwanderung seitens Russlands zu tun oder anders herum: Was halten Sie von Staatsgebieten, Verfassungen, Souveränitäten oä? Scheinbar nicht viel. 4. Ihr Rechtsverständnis ist – um es mit Ihren eignen Worten zu sagen: Eigentümlich! Ich empfehle Ihnen bei IHREN Internetrecherchen mal zu schauen, was Sie unter Diebstahl und Hehlerei so alles finden. Außerdem: Finden Sie es tatsächlich in Ordnung, dass seitens einer Diktatur nachweislich in demokratische Wahlkämpfe eingegriffen wird?
        Und nun zum letzten Punkt: Trolle fluten das das Netz mit Unwahrheiten und unbelegten Behauptungen! Haben Sie etwas anderes gemacht? Bedenkenswert halte ich zudem Menschen, die Putin die Stange halten, einem Mann, der die Menschenrechte nachweislich mit Füssen tritt, oder finden Sie das akzeptabel, dass er mitverantwortlich für den Mord an Frauen und Kindern ist? http://www.t-online.de/nachrichten/ausland/krisen/id_76916854/syrien-wladimir-putin-bombt-aleppo-zum-zweiten-grosny.html

    • GMS sagt:

      Ich denke die Leute sind klüger als das. Klar nerven diese Kremltrolle, aber das tun die von der Religions-, Rot- und Braunfront ebenfalls.
      Wenn die tatsächlich soviel Macht hätten, wie sie in den Foren immer haben wollen, warum ist ihr Einfluss im analogen Leben, außerhalb ihrer Kreise, so gering?
      Zur Erinnerung, 84 Prozent der Bürger dieses Landes finden Demokratie gut, auch wenn Putin/Petri/Wagenknecht das nicht wahr haben wollen.

  9. Rainer Hertig sagt:

    In Düsseldorf kennen Sie sich gut aus mit der dortigen Lokalpolitik aus – Weltpolitik ist definitiv einige Nummern zu groß …
    Ich empfehle mal nachstehenden Bericht von Robert Parry, seit 1995 als freier Journalist tätig und Gründer der Seite consortiumnews.
    Der Investigativreporter Robert Parry deckte fast zeitgleich mit seinem Kollegen Jim Webb den Iran-Contra-Deal der CIA auf und berichtete darüber in Associated Press and Newsweek in the 80er Jahren. Bedingt durch den großen Einfluss der CIA verloren beide ihre hauptberufliche Arbeit und waren danach als freie Journalisten tätig.

    Parry berichtet, dass selbst eine systemkonforme Zeitung wie die New York Times in einem Bericht vom 4.11.2016 einräumt, dass die sogenannten „moderaten“ Rebellen Seite an Seite und unter der Fahne der Al Nusra Front gegen die syrischen Regierungstruppen in Aleppo kämpften. Das ist nämlich der einzige Grund, warum die USA auf eine Waffenruhe drängten. 50% der „Zivilisten“ in Aleppo bestanden aus Rebellen. Und diese Informationen kann man sich mit etwas gutem Willen über Google selbst suchen.

    Hier die beiden Berichte:

    Consortium News 2016-11-06 – NYT Admits Key Al Qaeda Role in Aleppo by Robert Parry

    https://consortiumnews.com/2016/11/06/nyt-admits-key-al-qaeda-role-in-aleppo/

    dazu der Link zum Artikel der NYT vom 4.11.2016:
    New York Times 2016-11-04 – ‘I Saw My Father Dying’: A View From Aleppo’s Government-Held Side

    http://www.nytimes.com/2016/11/05/world/middleeast/aleppo-syria.html?ref=world&_r=2

    mfG
    Rainer Hertig

  10. Manfred Corte sagt:

    … oh, jetzt bin ich aus Versehen beim POSTILLON gelandet – oder bei den offiziellen Fake-News der GoKo? Ich denke ‚mal – nicht für jeden ist Satire sofort erkennbar, diese hier wird aber schnell deutlich … Nur: auf diesem Blog noch etwas ungewohnt und wohl gewöhnungsbedürtig …

  11. Nagel sagt:

    Hallo,

    musste leider etwa in der mitte ihres Artikels aufhören, dachte ich lese die BILD…

  12. Roland Appel sagt:

    Oh je, der böse Putin – dopen tut er und für all das Böse ist er auch noch ursächlich…Lieber Herr Horn, wenn jemand die US-Wahlen manipuliert hat, dann war das die von Herrn Trump mit Millionen Dollar bezahlte Firma Cambridge Analytics, bzw. Strategic Communication Labatories, die mit der neuen Technik des Personal Targeting angeblich in der Lage sind, individuell und personenscharf über Facebook und andere asoziale Netzwerke hunderttausendfach Desinformation zu betreiben, potenzielle Clinton-Wähler in ihren Zweifeln zu bestärken und Anhänger von Trump zu glühenden Anhängern zu machen. Sie kennen angeblich die Neigungen und Vorlieben sowie die politischen Einstellungen von 220 Mio. US-Bürgern. Nigel Farage hat von deren Fähigkeiten bei seiner Brexit-Kampagne profitiert und Marine Le Pen und die AfD haben vermutlich bereits Angebote dieser Firma vorliegen. Und es waren doch nicht russische Hacker, die gegen Frau Clinton im Wahlkampf ermittelt haben, sondern das FBI! Welche dubiose Rolle ihr Kommunikationsverhalten spielte, lässt sich übrigens auf Wikipedia nachlesen: Wieso, fragt man sich, spendeten laut deren Wikipedia-Einträgen während Clintons Amtszeit einige superreiche Ukrainische Oligarchen Millionen Dollar an die Clinton-Stiftung? Um keinen Zweifel aufkommen zu lassen, ich halte Trump für eine politische Katastrophe – aber eine, zu der die unglaubwürdige und auf Unterstützung des militärisch-industriellen Komplexes bauende Kandidatin Clinton ihren soliden Beitrag geleistet hat! Und zu Syrien fällt mir nichts mehr ein, als dass nirgendwo soviel gelogen wird, wie im Krieg! Ich finde es schon pikant, mit welcher Nonchalance von Tagesschau bis Deutschlandfunk, von RTL bis Rheinischer Post immer von „Rebellen“ oder „Opposition“ die Rede ist, die da angeblich gegen den bösen Diktator Assad (zweifellos ein mörderischer Drecksack) kämpfen – die in Wirklichkeit nichts als durchgeknallte Islamisten von Al Nusra und anderen mörderischen Splittergruppen sind, die allerdings mit Waffen aus westlichen Beständen ausgerüstet sind – wie einst ISIS und IS auch. Dass der sonst sehr geschätzte John Kornblum sich neulich bei Maischberger oder Will dazu verstieg, zu erklären, Al Nusra seien keine Terroristen, ist doch bezeichnend für die propagandistische Schieflage, in der wir uns befinden!
    Und um aufs Doping zurück zu kommen: Wenn es zuträfe, dass nur Russland und nicht der Rest der Welt auf Teufel komm raus Dopen, dann müssten doch die russischen Sportler in den Medaillenspiegeln signifikant weit vorn stehen – tun sie aber nicht! Also scheint doch der Rest der Welt nichts anderes zu machen, sich nur nicht erwischen lassen – was den Herren Bach, Vesper, Platiny und co durchaus zuzutrauen ist.

  13. cg sagt:

    Hallo Herr Appel,

    wie bewerten Sie denn die Information, wonach Trump schon vor Jahren Millionen Dollar aus zweifelhaften russischen Quellen erhalten haben soll?:
    >>This even includes an astonishing $95 million that Trump personally received from a Russian billionaire during the 2008 collapse.

    In Vladimir Putin’s kleptostate, there is no fine line between the state and the private sector, the president and the oligarchs.

    As Trump’s son Eric confessed: “Russians make up a pretty disproportionate cross-section of a lot of our assets. … We see a lot of money pouring in from Russia.” <<

    (Quelle: http://www.marketwatch.com/story/top-10-signs-that-a-us-president-is-a-russian-spy-2016-12-13?mod=mw_share_twitter MaketWatch ist eine bekannte Online-Publikation aus New York, die zum Dow Jones-Konzern gehört.)

    Unter diesem Link gibt es eine Reihe weiterer Hinweise, die mich jedenfalls nicht so wohlwollend auf Putin und Trump schauen lassen, wie Sie das meines Erachtens tun.

    Einen schönen Tag wünscht
    cg

  14. Helmut sagt:

    Ist doch super, wenn die beiden zusammenarbeiten! Finde ich sinnvoller, als wenn die zwei Weltmächte sich gegenseitig schaden. Es gibt genug gemeinsame Ziele, z.B. Terrorkrieg.

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